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Landtag: Beitrag für Kreisky-Archiv
Bozen - Die Grünen forderten im Südtiroler Landtag eine finanzielle Unterstützung des Bruno Kreisky-Archivs und gleichzeitig die Anregung zu einschlägigen Südtirol-Forschungen in diesem Archiv. Kreisky habe als österreichischer Außenminister viel Bewegung in die Südtirolpolitik und die Frage erfolgreich vor die UNO gebracht, erklärte Hans Heiss. Kreisky habe mit Saragat ein wichtiges Abkommen erreicht, das die Vorform für die spätere Autonomielösung war. In seinem Archiv würden sich wichtige Dokumente zur Südtiroler Zeitgeschichte befinden, die man auswerten sollte.
Kreisky sei für Südtirol eine sehr wichtige Persönlichkeit, meinte Eva Klotz (Süd-Tiroler Freiheit) und unterstützte den Antrag. Kreisky habe die Südtirolfrage vor die UNO gebracht. Das Kreisky-Archiv sei sicher eine Fundgrube für alle, die politisch und historisch interessiert seien.
Pius Leitner (Freiheitliche) fand es schön, wenn Südtirol dem Vaterland auch einmal etwas zurückgeben könne. Kreisky habe sich später verbittert von Südtirol abgewandt, als man seine Vorschläge abgelehnt habe; das liege am damaligen Südtiroler System und dem Umstand, dass Kreisky bei der falschen Partei war.
Wenn man die Rede Kreiskys vor der UNO gelesen habe, könne man nur begeistert sein, erklärte Elmar Pichler Rolle (SVP). Es sei ein großartiges Zeichen, wenn Österreich für das Vorhaben zwei Arbeitsplätze einrichte. Es wäre eine gute Geste, wenn Südtirol z.B. einen davon finanzieren könnte. Es wäre eine Geste des Dankes an Österreich und der Anerkennung für Bruno Kreisky.
“Lernen Sie Geschichte!”, sei ein bekannter Ausspruch von Kreisky gewesen, bemerkte Sven Knoll (STF). Nun habe man eine weitere Gelegenheit dazu. Er zitierte ein Spiegel-Interview, in dem sich Kreisky für die Unabhängigkeit ausgesprochen hat. Kreisky habe auch gesagt, dass nichts endgültig sei, und habe sich verwundert gezeigt, dass in Bozen noch Mussolini-Denkmäler stehen.
Sie sei bei der Jubiläumsfeier des Archivs in Wien voriges Jahr dabei gewesen, erklärte LR Sabina Kasslatter Mur, damals sei für heuer ein Beitrag von 40.000 Euro vereinbart worden. Dieser sei mit einem Auftrag verbunden, der die Sichtung des Materials mit Südtirolbezug umfasse. Sie hate also zur selben Zeit dieselbe Idee wie die Grünen, deren Antrag auch vom Jänner 2011 stamme. Der Antrag wurde bei einer Enthaltung (Seppi) angenommen.
Auf Antrag von Pius Leitner hat Präsident Mauro Minniti die heutige Sitzung für eine Beratung unter den Oppositionsfraktionen abgebrochen. Die Sitzung wird morgen wieder aufgenommen.
Von: lt



Da könnte man auch Passagen aus den Hans Dietl Tagebüchern übernehmen ,der zu Kreisky engen Kontakt pflegte.
HT