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23.01.2014 08:38 Artikel drucken

Felssturz in Tramin: Schäden in Millionenhöhe - Video

Tramin - Bis zu 4.000 Kubikmeter Gestein sind am Dienstagabend in Rungg in Tramin in Südtirol aus einer Felswand gebrochen und ins Tal gestürzt. Wie berichtet wurden unter anderem ein Wirtschaftsgebäude und Weingärten beschädigt, verletzt wurde zum Glück und wie durch ein Wunder niemand. Die Evakuierung eines Hofes und eines Lokals bleibt vorerst aufrecht.

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Am Mittwoch waren Geologen, die Verantwortlichen des Landeszivilschutzes und der Gemeinden Tramin und Kurtatsch sowie Feuerwehrleute an Ort und Stelle, um sich ein Bild von der Lage zu machen. "Wir werden das Möglichste tun, die Sicherheit für die Anrainer bald wieder herzustellen", sagt Zivilschutzlandesrat Arnold Schuler.

"Ein Felsturm hat sich gelöst und ein Restfels ist noch instabil, da er sich am Fuß stark verjüngt und einen instabilen Eindruck macht. Auch sind noch zahlreiche lose Felsblöcke vorhanden", erklärte Landesgeologe David Tonidandl. Rund 500 bis 600 Kubikmeter Gesteinsmaterial drohen noch von den Grauner Wänden abzu-gehen und ins Tal zu stürzen. Die Hochspannungsleitung sei noch intakt, ein Felsblock war kurz davor zu stehen gekommen.

Dennoch sollen die Sachschäden laut einer ersten Einschätzung des Gutsverwalters Baron Philipp von Hohenbühel in Millionenhöhe liegen. Der Freisingerhof ist ein über 300 Jahre altes historisch wertvolles Gebäude im Besitz der Tiroler Serviten.

WAS BISHER BERICHTET WURDE (22.1.2014)

Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt oder getötet. Trotzdem sitzt der Schrecken bei den Bürgern von Tramin noch tief. Wie das Tagblatt Dolomiten berichtet, ist gestern gegen 20.20 Uhr beim Freisingerhof (320 m) ein riesiger Felssturz niedergegangen.

Derzeit sind die Geologen, die Verantwortlichen des Landeszivilschutzes und der Gemeinden Tramin und Kurtatsch sowie die Feuerwehrleute und Ordnungshüter dabei, die Lage zu prüfen. Die Evakuierung des Freisingerhofes bleibt aufrecht, ebenso wie jene der der Betriebe bei der Pizzeria Weinstraße. „Wir werden das Möglichste tun, die Sicherheit für die Anrainer bald wieder herzustellen“, sagt Zivilschutzlandesrat Arnold Schuler, der sich noch heute vor Ort ein Bild von der Situation machen wird.

Felsbrocken lösten sich auf 800 Höhenmetern

Die Gesteinsmassen haben sich aus den Grauner Wänden auf rund 800 Höhenmetern gelöst. Die abgebrochene Menge wird auf rund 3.000 bis 4.000 Kubikmeter geschätzt. Eine große Menge ist auf der Sturzbahn liegen geblieben. Einzelne Felsbrocken sind bis zum Freisingerhof und in die Weingüter oberhalb der Weinstraße gerollt.

Wirtschaftsgebäude zerstört - landwirtschaftliches Gerät zermalmt

Dabei wurde das Wirtschaftsgebäude völlig zerstört. Ein Felsbrocken in der Größe von rund 160 Kubikmetern durchschlug die Wände, eine weiterer rund 70 Kubikmeter großer Brocken blieb mitten im Wirtschaftsgebäude liegen. Auch ein geparktes Auto und ein Traktor wurden zermalmt.

Wohnhaus und Bewohner wie durch ein Wunder verschont

Der größte Brocken wies mit rund 400 Kubikmetern Dimensionen eines kleinen Einfamilienhauses auf. Er blieb wie durch ein Wunder rund einen Meter vor dem Freisingerhof stehen. Das Wohnhaus und dessen Bewohner blieben somit verschont.

Die Weingüter oberhalb der Höfe sind auf einer Länge von rund 200 Metern völlig zerstört. Etwa vier Hektar sind betroffen. Der Sachschaden dürfte enorm sein.

Der Hof und ein Nachbarhof wurden sofort evakuiert, auch die Straße zu den Höfen wurde gesperrt. Nachdem Landesgeologe Volkmar Mair bis nach Mitternacht vor Ort war, war am Mittwochvormittag ein Kontrollflug über der Abbruchstelle durchgeführt worden.

„Ein Felsturm hat sich gelöst und ein Restfels ist noch instabil, da er sich am Fuß stark verjüngt und einen instabilen Eindruck macht. Auch sind noch zahlreiche lose Felsblöcke vorhanden. Die Hochspannungsleitung ist noch intakt - ein Felsblock ist kurz davor zum Stehen gekommen. Man kann von großem Glück reden, dass es warm und feucht ist, da ansonsten die Blöcke viel weiter gerollt wären" beschreibt der Landesgeologe David Tonidandl die Lage.

Rest des Felsturms muss gesprengt werden

Wie die Freiwillige Feuerwehr Rungg mitteilt, muss ein 500 bis 600 Kubikmeter großer Felsturm an der Grauner Wand gesprengt werden. Auch große Blöcke, die in der Sturzbahn liegen geblieben sind, werden gesprengt. Der verbliebene Felsturm ist circa 15 bis 20 Meter hoch.

Evakuierung bleibt aufrecht

Aus diesem Grund bleibt die Evakuierung der Hofstelle Freisingerhof und der Pizzeria aufrecht. Die Weinstraße und das gesamte Areal bleiben gesperrt. Derzeit werden die Arbeiten vorbereitet. Die Hochspannungsleitung Terna wird durch einen Erdschutzwall geschützt.

Das Treibstofflager der zerstörten Scheune wird entsorgt. Es gilt abzuklären, wie lange die Evakuierungen und Sperre der Weinstraße aufrecht bleiben müssen, heißt es vom Landeszivilschutz. Der Freisingerhof ist derzeit abgeriegelt. Die Restmauer der Scheune muss abgerissen werden, da sie stark einsturzgefährdet ist.

Der Gefahrenbereich wird auf südlich der Pizzeria Weinstraße bis zur Kapelle vor dem Obristhof definiert. Die Evakuierung des Obristhofes wurde bereits aufgehoben. Die Evakuierung der Betriebe bei der Pizzeria Weinstraße muss derzeit noch aufrecht bleiben.

Von einer Begehung der Gefahrenzone wird abgesehen. Derzeit sind vier Personen von der Evakuierung betroffen, gestern waren es noch sieben.

Bürgermeister Dissertori sichert Unterstützung zu

Der Traminer Bürgermeister Werner Dissertori zeigt sich froh, dass lediglich Sachschaden entstanden ist. Den Betroffenen sichert er Unterstützung zu.

Von: ©mk/lu/lpa/mf

Freiwillige Feuerwehr Rungg

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