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27.02.2014 15:12 Artikel drucken

Hochwasser: Neue Kartierungen für Flutrisikozonen entwickelt

autonome provinz bozen

Ergebnis eines Projekts der EURAC, Uni Bozen und Universität Innsbruck
Foto: autonome provinz bozen

Bozen - Bei Hochwasser kann mitgetragenes Schwemmholz Brückenstellen verstopfen und schwere Überflutungen verursachen. 2012 ist genau das im Pfitscher Tal passiert, als der Bach Wiesen, den Hauptort des Tals, überflutete. Überflutungen können jedoch auch auf das Nachgeben der Flussufer zurückgehen, wie es bereits mehrere Male bei der Etsch der Fall war. Traditionelle Gewässermodellierungen berücksichtigen diese Aspekte nicht und können daher die Flutrisikozonen nicht genau verorten. Forscher der Universität Innsbruck, der Freien Universität Bozen (FUB) und der EURAC haben nun Modellierungen und Kartierungen entwickelt, die solche gefährlichen Prozesse besser überwachbar machen und die Risikozonen genauer bestimmen. Die Modelle wurde im Rahmen des Projekts TRUMPS ausgearbeitet, finanziert von der Autonomen Provinz Bozen. Die Projektergebnisse sind Fachleuten am Donnerstag, 27. Februar, an der EURAC vorgestellt worden.

Um ein System auszuarbeiten, das Risikozonen in ganz Südtirol genauer verorten kann, haben die Forscher der drei Einrichtungen an drei unterschiedlichen Aspekten gleichzeitig gearbeitet: am Verhalten des Schwemmholzes, an der Verstopfung von Brückenstellen und am Einbrechen von Ufern.

Unter der Leitung von Francesco Comiti konzentrierten sich die Experten der FUB auf den Bereich des Schwemmholzes. In Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut zum hydrogeologischen Schutz des CNR Padova entwickelten sie ein Modell, das Punkte entlang eines Wasserlaufs anzeigt, an denen Behinderungen am wahrscheinlichsten sind. In das Modell fließen morphologische und geologische Eigenschaften des Wasserbeckens, die Breite des Flusslaufs, sowie die Position und Größe von Brücken und Dämmen ein. Diese Daten wurden vom Amt für Wasserschutzbauten der Provinz zur Verfügung gestellt. Angewandt wurde das Modell dann an der Rienz kurz vor Bruneck. Dort untersuchten die Forscher, wie sich unterschiedlich große Baumstämme im Wasser verschieben. Dabei bestimmten sie den Zusammenhang zwischen dem Transport auf dem Wasser, der Morphologie des Flusses und der Wassermenge. Stets an der Rienz berechneten die EURAC-Wissenschaftler die am Abhang und in der Ebene rund um den Fluss vorhandene Biomasse an Holz, die in den Fluss getragen werden könnte. Die Modellierung simuliert demnach auch das Material, das infolge von Muren oder Erosionen am Flussufer in den Wasserlauf kommen könnte.  

Die Innsbrucker Forscher hingegen erforschten unter der Leitung von Markus Aufleger im Labor, welche Faktoren für die Verstopfung des Wasserlaufs bei verschiedenartigen Brücken verantwortlich sind. Den Aspekt der Flussufer untersuchten die Forscher im Rahmen des Projekts hingegen an der Etsch zwischen Meran und Salurn, indem sie berechneten, wo genau die Ufer nachgeben könnten. Zudem simulierten sie Auswirkungen einer vorhergesehenen Überflutung. „Mit diesen Modellierungen können wir Gefahren durch Gewässer in ganz Südtirol deutlich besser verorten. Da wir verschiedene Aspekte untersucht haben, können diese Modellierungen sowohl für Bergbäche als auch für andere Abschnitte der Etsch oder ähnliche Wasserläufe angewandt werden“, erklärt Stefan Schneiderbauer vom EURAC-Institut für Angewandte Fernerkundung, das das Projekt koordiniert hat.

Von: lu

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