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Neue Musik für alte Bilder
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Das französische Pop-Duo "Air" komponierte die Filmusik für den restaurierten Stummfilm "Die Reise zum Mond".
Dass sein Film "Die Reise zum Mond" 109 Jahre nach seinem ersten Erscheinen noch einmal ganz groß rauskommt, hätte sich der Pionier der Filmkunst Georges Melies sicher nicht träumen lassen. Das Werk war 1902 entstanden, in Schwarz-Weiß, aber auch in einer handkolorierten Version, die lange als verschollen galt. Doch im Jahr 1993 wurde eine Originalkopie des Films in Barcelona entdeckt und restauriert. Zudem sollte neue Filmmusik her. Hier kam das französische Pop-Duo Air ins Spiel.Pünktlich zu Melies 150. Geburtstag feierte der alte, neue Film dann Premiere in Cannes, wo er beim Internationalen Film Festival im Mai vergangenen Jahres als Eröffnungsfilm gezeigt wurde. Und nun ist es auch für die beiden Air-Musiker Nicolas Godin und Jean-Benoit Dunckel Zeit, ins Rampenlicht zu treten. Im Februar wird ihr neues, in Anlehnung an Meliers Film entstandenes Album "Le Voyage dans la Lune" erscheinen.Nach "Virgin Suicides" und "Lost in Translation" ist dies ihre dritte Mitarbeit an einem Film-Soundtrack. Doch gestaltete sich die Arbeit dieses Mal etwas anders als sonst.O-ton Godin:"Das hat nichts miteinander zu tun, weil es ein Stummfilm ist und bei den anderen Soundtracks, die wir gemacht haben, haben wir eine Melodie geschrieben, die im ganzen Film immer wiederholt wird. Das ist das, was die Regisseure wollen, sie wollen eine Erkennungsmelodie für den Film, so wie bei James Bond. Aber bei einem Stummfilm musst Du für jede Szene eine andere Melodie schreiben, so wie für unterschiedliche Stimmungen, wie einen Dialog, denn die Musik ist der Dialog. Und in einem normalen Film wird die Musik zwischen die Dialoge gelegt. Sie hat nicht dieselbe Funktion, also kann man auch nicht auf die gleiche Weise arbeiten, es ist nicht derselbe Prozess."Auch auf anderer Ebene machte Godin ganz neue Erfahrungen.O-ton Godin:"Ja, das mit Georges Melies, das ist verrückt. Er ist tot, aber er war da mit uns im Studio. Weil wir den Film so viele Male gesehen hatten, habe ich mich ab einem bestimmten Punkt gefühlt, als ob ich auf einer Zeitreise bin. Ich war Teil des Filmteams, mitten unter ihnen, die Schauspieler waren da und auch Georges Melies. Wir wurden als Komponisten unter Vertrag genommen. Wir haben ein bisschen den Bezug zur Realität verloren, weil wenn Du von etwas besessen bist, kennst Du jeden da auf der Leinwand und fühlst Dich als Teil eines Teams."Doch auch wenn sie sich wie in der Zeit zurück versetzt fühlten, so war es laut Dunckel doch ein wenig merkwürdig, moderne Musik für einen so alten Film zu machen. Denn zum Einsatz kamen hier Keyboard und Schlagzeug, statt Piano und Orchester. Nichtsdestotrotz, die Neuauflage des Film inklusive der Musik kann sich durchaus sehen, oder besser hören lassen.


