Lokal
29.07.2010 16:01

Europeade: Biancofiore verlangt Italianità von Südtiroler Vereinen?

Gehässigkeit gegenüber den Südtirolern

Walter Haberer - Europeade

Mit einer Anfrage an die Minister "Frattini und Fitto" kritisiert die Pdl-Abgeordnete Michaela Biancofiore den fehlenden Gebrauch der italienischen Sprache bei der Volkstanz-Europeade in Bozen. In bester „Siamo in Italia - Mentalität" fragt die Abgeordnete: "… ob die Diskriminierung der italienischen Sprache  auf italienischem Boden akzeptabel sei …"! Damit will Biancofiore auch privaten Vereinen vorschreiben, dass sie ihre Veranstaltungen auch in italienischer Sprache abhalten müssen, kritisiert das Leitungsmitglied der Süd-Tiroler Freiheit, Roland Lang.

Im Sinne der europäischen Sprachenvielfalt hatte das rührige Organisationskomitee um Monika Rottensteiner eine Mappe für alle Teilnehmer in deutscher, italienischer und englischer Sprache zusammengestellt, dreisprachige Grußworte für dieses gelungene Trachtenfest schrieben Luis Durnwalder, Bürgermeister Luigi Spagnolli und der Präsident der internationalen Europeade, Bruno Peters. Unter den Sponsoren auch die Tageszeitung „Alto Adige“.

Da die Europeade von der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz in Südtirol ausgerichtet wurde, wurde sie in deutscher Sprache veranstaltet. Die Arbeitsgemeinschaft Volkstanz ist ein Verein der deutschsprachigen Südtiroler und kein öffentliches Amt oder Behörde, stellt Roland Lang von der Süd-Tiroler Freiheit klar. Dürfen private Vereine noch ohne Italienisch auskommen?

Deshalb kann die Anfrage von Michaela Biancofiore bei den Ministern Frattini und Fitto im römischen Parlament nur als neuerliche Gehässigkeit gegenüber den Südtirolern gesehen werden. Schon den alten Faschisten waren Trachten ein Dorn im Auge - sie wurden verboten!

Der Präsident des internationalen Europeade-Komitees, Bruno Peters schrieb wohl in Vorahnung folgende Worte von Walther von der Vogelweide in seine Grußworte zur Europeade in Bozen:

„Solang Friede und Recht krank sind und verwundet, finden Besitz, Gnade und Ehre keinen festen Grund“.

Von: gh