Hotel im Gadertal evakuiert

Unwetter in Südtirol: Muren, versperrte Straßen und Schäden – VIDEO

Freitag, 05. August 2022 | 22:59 Uhr
Update

Bozen – Am heutigen Freitagnachmittag ist eine Unwetterfront über das Land Südtirol hinweggezogen und hat die Gebiete mit unterschiedlicher Intensität getroffen. Am stärksten betroffen war die Zone rund um St. Martin in Thurn im Gadertal: Dort sind ab 17.20 Uhr innerhalb von einer Stunde knapp 100 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter niedergegangen. Zum Vergleich: In Bozen lag die bisher höchste aufgezeichnete Niederschlagsmenge in der Nacht vom 31. Jänner auf 1. Februar 1986 bei 112 mm pro Quadratmeter – allerdings innerhalb von 24 Stunden.

LPA/Agentur für Bevölkerungsschutz

Im Lauf des Abends hat sich die Wettersituation gebessert und im Lauf der Nacht ist eine weitere Besserung in Sicht. Allerdings sind morgen Vormittag und Abend neue Gewitter möglich. Grundsätzlich ruft die Agentur für Bevölkerungsschutz im Falle von Regen und Unwettern in der Nähe von Wasserläufen zur äußersten Vorsicht auf.

200 Einsätze im Lauf des Tages

Ab den ersten Nachmittagsstunden wurden 50 Freiwillige Feuerwehren zu mehr als 200 Einsätzen gerufen, bei denen rund 1000 freiwilligen Feuerwehrleuten im Einsatz waren. Auch die Berufsfeuerwehr ist im Einsatz, ebenso wie das für die Überwachung der Situation an den Wasserläufen zuständige Personal der Wildbachverbauung, das im Notfall die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen in die Wege leitet. Im Pustertal wurde die Bezirksleitstelle aktiviert. In Bozen bewertet das Lagezentrum seit den Abendstunden die weitere Entwicklung.

Besonders betroffene Gebiete

Einige Gebiete im Land waren besonders stark von den Unwettern betroffen, glücklicherweise wurden keine Verletzten verzeichnet. Eine Übersicht der besonders betroffenen Gebiete.

In Pflersch ist der Korbbach über die Ufer getreten: Vom mitgeführten Material sind auch einige Häuser und ein Stall betroffen.

Bei Olang-Geiselsberg hat eine Mure mehrere Autos erfasst. Glücklicherweise konnten alle Personen – darunter einige Touristen – ihre Fahrzeuge rechtzeitig verlassen.

Im Gadertal wurde ein Hotel vorbeugend evakuiert. Alle Gäste wurden in anderen Einrichtungen im Gebiet von Bruneck untergebraucht. In Olang wurden zur Sicherheit 50 provisorische Betten aufgestellt.

In St. Vigil in Enneberg wurden mehrere Brücken beschädigt. Einige Fahrzeuge wurden zwischen verschiedenen Muren auf den Straßen blockiert.

Bei Rasen-Antholz, Tschengls und im Martelltal sind zahlreiche Muren niedergegangen, haben allerdings keine größeren Schäden verursacht.

Oberhalb von Bruneck hat die Rienz die Seilsperre mit mitgeführtem Material gefüllt. Damit hat die Seilsperre ihre Funktion erfüllt und das Siedlungsgebeit von Bruneck vor Schäden geschützt. In den nächsten Tagen wird das Material entfernt werden.

Am Samstag (6. August) wird es in allen betroffenen Gebieten Lokalaugenscheine geben, um sich ein Gesamtbild vom Ausmaß der Schäden zu verschaffen.

Situation auf den Straßen

Aufgrund von Murenabgängen mussten mehrere Straßen in Südtirol gesperrt werden. Der Straßendienst und die Feuerwehren sind im Einsatz, um die Straßen wieder befahrbar zu machen: So konnte die versperrte Staatsstraße in Enneberg wieder für den Verkehr geöffnet werden. Auf der Gadertaler Staatsstraße zwischen St. Martin in Thurn und Wengen und zwischen Pikolein und Pederoa laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Gesperrt werden musste auch die Staatsstraße nach Cortina bei Schluderbach.

Wie der Straßendienst mitteilt, sei auch die Landesstraße von St. Vigil auf den Furkelpass wieder befahrbar. Jene von Olang müsse dagegen vorerst gesperrt bleiben. Bis Montag sicher nicht für den Verkehr geöffnet wird die Landesstraße auf den Staller Sattel ab dem Antholzer See.

Kurzzeitig gesperrt werden musste wegen einer Überschwemmung auch die Vinschger Bahn in Rabland. Inzwischen fahren die Züge wieder.

Alle Information zur Situation auf Südtirols Straßen sind auf dem Portal der Verkehrsmeldezentrale einsehbar.

WAS BISHER BERICHTET WURDE: 

Eine heftige Gewitterfront ist durchs Land. Insgesamt 200 unwetterbedingte Einsätze haben die Freiwilligen Feuerwehren in den betroffenen Ortschaften absolviert. Stundenlang standen die Wehrleute im Einsatz.

Viel Wasser rinnt in den Bächen, die Geröll und Material mit sich trugen, wie etwa in Antholz. Muren lösten sich.

#EINSATZINFO: 05.08.22 – Eine heftige Gewitterfront zieht durchs Land und die Feuerwehren sind in den betroffenen Ortschaften bereits zu mehreren Einsätzen ausgerückt! (Video aus Antholz) 🚒 ⛈ #Infointervento: 05.08.22 – Violenti temporali si abbattono su diverse zone dell'Alto Adige. Nelle zone colpite i Vigili del Fuoco hanno effettuato giá numerosi interventi! (Video di Anterselva)

Posted by Landesfeuerwehrverband Südtirol on Friday, August 5, 2022

In Gassl in Olang waren die Auswirkungen des Gewitters ebenfalls deutlich zu spüren. Die Wassermassen schoben eine ganze Fuhre Holz vor sich her.

#EINSATZINFO: 05.08.22 – Heftiges Unwetter in Gassl / Olang 🎥 Privat #Infointervento: 05.08.22 – Violento temporale a Valdaora.

Posted by Landesfeuerwehrverband Südtirol on Friday, August 5, 2022

Bei Geiselsberg ist der Bach über die Ufer getreten.

#EINSATZINFO: 05.08.22 – Unwettereinsatz Geiselsberg/Gassl 🎥 Privat #Infointervento: 05.08.22 – intervento per maltempo a Sorafurcia / Gassl

Posted by Landesfeuerwehrverband Südtirol on Friday, August 5, 2022

Auch in Pflersch ist er Bach über die Ufer getreten und hat die Straße verlegt. Die Freiwilligen Feuerwehren sind im Einsatz.

#EINSATZINFO: 05.08.22 – Eine heftige Gewitterfront zieht durchs Land und die Feuerwehren sind in den betroffenen Ortschaften bereits zu mehreren Einsätzen ausgerückt! (Video aus Pflersch) 🚒 ⛈ #Infointervento: 05.08.22 – Violenti temporali si abbattono su diverse zone dell'Alto Adige. Nelle zone colpite i Vigili del Fuoco hanno effettuato giá numerosi interventi! (Video di Fleres)

Posted by Landesfeuerwehrverband Südtirol on Friday, August 5, 2022

Zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt sind rund 50 Freiwillige Feuerwehren.

Facebook/Landesfeuerwehrverband Südtirol

Im Vinschgau ist es zu einem Murenabgang von der Tschenglser Hochwand über den Dorfbach bis ins Biotop Tschenglser Au gekommen.

#EINSATZINFO: FF Tschengls – 05.08.22 – Murenabgang von der Tschenglser Hochwand über den Dorfbach bis ins Biotop Tschenglser Au / #Infointervento: VVF Cengles – 05.08.22 – una frana dalla parete di Cengles ha interessato oggi il rio di Cengles.

Posted by Landesfeuerwehrverband Südtirol on Friday, August 5, 2022

 

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

7 Kommentare auf "Unwetter in Südtirol: Muren, versperrte Straßen und Schäden – VIDEO"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Orch-idee
Orch-idee
Superredner
4 Tage 10 h

Vielen Dank der freiwilligen Feuerwehr für ihren Einsatz…

BEATS
BEATS
Superredner
4 Tage 9 h

Beim Video aus Olang (Gassl) wird auch die brücke links im Bild vor laufender Kamera mitgerissen 😳

tomsn
tomsn
Superredner
3 Tage 23 h

Danke der Feuerwehr. Obo wenn i sig wie sich auf de Videos Feuerwehrmänner im Gefahrenbereich aufhalten wo man als Mensch eh nichts ausrichten kann …. Bitte passt auf enk auf!

Zugspitze947
3 Tage 23 h

Danke an Alle Rettungskräfte . Hoffentlich haben ALLE eine Vernünftige Versicherung! 👌😢

Neuling
3 Tage 19 h

Danke an alle Helfer 😉

Faktenchecker
3 Tage 17 h

Die Alpen werden unbewohnbar.

N. G.
N. G.
Kinig
3 Tage 16 h

Tja, die Unwetter werden zunehmen! Ist nur leider einigen nicht klar!
Jedenfalls, sollte man nicht da wohnen wo es gefährlich ist. Da leben in Südtirol inzwischen VIELE, da billig!

wpDiscuz