Der 16-Jährige wohnte in der Nachbarschaft

16-jähriger Nachbar gestand Mädchenmord in Wien-Döbling

Dienstag, 15. Mai 2018 | 16:37 Uhr

Die Bluttat an einem siebenjährigen Mädchen im “Dittes-Hof” in Wien-Döbling dürfte geklärt sein: Die Polizei hat einen erst 16-jährigen Nachbarn der Volksschülerin festgenommen, der die Tat bereits gestanden an. Ein erkennbares Motiv hatte er laut Polizei nicht. Er gab an, eine “allgemeine Wut” verspürt zu haben, sagte Oberst Michael Mimra am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Der mutmaßliche Täter und sein Opfer kannten einander demnach länger. Bei einer Pressekonferenz in Wien zeigten sich die leitenden Beamten des Wiener Landeskriminalamtes (LKA) erschüttert. So ein Fall sei ihnen noch nicht oft untergekommen, sagten der stellvertretende LKA-Chef Michael Mimra und der stellvertretende Leiter des Ermittlungsdienstes, Gerhard Haimeder. Mehr als zwei Tage hatten sie seit dem Auffinden der Leiche der siebenjährigen Volksschülerin im “Dittes-Hof” Samstagfrüh nach Spuren gesucht, bis Spürhunde vor der Wohnung anschlugen, in der der 16-Jährige mit seinen Eltern und seinem zwei Jahre jüngeren Bruder wohnt.

Die Tiere hatten verdächtige Blutspuren erschnüffelt, die nicht ausreichend gesäubert worden waren. Ermittler befragten daraufhin die Familie. Dabei sagte der ältere Sohn zunächst, er habe sich am Freitag geschnitten. Den Fahndern kam diese Erklärung seltsam vor. Sie hakten nach, am Montagabend gab der 16-Jährige vor seinen Verwandten zu, für den Tod des siebenjährigen Mädchens verantwortlich zu sein.

Er wurde festgenommen und in der Nacht auf Dienstag im Wiener Landeskriminalamt genauer einvernommen. Er ist Österreicher mit tschetschenischen Wurzeln. Mit zwei Jahren kam er mit seiner Familie nach Österreich. Damals herrschte in Tschetschenien Krieg, auch die Familie des Opfers kam ungefähr zu derselben Zeit nach Österreich. Beide Parteien wohnten seit Jahren im “Dittes-Hof”, sie kannten einander, und – so weit die Ermittler bisher wissen – sollen sie auch gute, zumindest nachbarschaftliche Kontakte gepflegt haben. Die Siebenjährige soll in der Wohnung des Verdächtigen immer wieder zu Besuch gewesen sein und ein Eis oder Ähnliches bekommen haben, sagte Haimeder.

Die Angaben des Jugendlichen zu seinem Motiv machten die Ermittler fassungslos: “Wir haben ihn gefragt: ‘Warum dieses Mädchen?’ Er hat diesen Stehsatz, den man oft hört, gesagt: ‘Sie war zur falschen Zeit am falschen Ort.'”, schilderte Haimeder die Verantwortung des Burschen. Der 16-Jährige dürfte keine großen Emotionen oder Reue gezeigt haben: “Es ist ihm egal, von seinen Aussagen und seiner Körpersprache her. Es tut ihm die Mutter des Opfers leid, nicht das Mädchen.”

Die Ermittlungsarbeit der Polizei ist noch nicht abgeschlossen. Von weiteren Einvernahmen erhoffen sie sich, dass es doch noch nähere Aufschlüsse zum Tatmotiv gibt. Auch sein Computer und sein Mobiltelefon werden gecheckt. Mimra und Haimeder betonten auf Nachfrage, dass es bisher keine Hinweise auf andere Motive gibt, etwa auf eine versteckte Radikalisierung oder dass es im Hintergrund etwa doch Zwistigkeiten zwischen den beiden Familien gegeben hat.

Erschüttert zeigte sich auch Landesvizepolizeipräsident Michael Lepuschitz. Er wies darauf hin, dass die Polizei immer häufiger Messer als Tatwaffen registriere. “Nicht nur bei Tötungen, sonder auch bei Körperverletzungen, Raubüberfällen und anderen Taten”, betonte Lepuschitz. Oft handle es sich um ganz einfache Messer, “etwa Küchenmesser, wie im vorliegenden Fall, oder Taschenmesser”. Darüber werde man nachdenken müssen. Der Landesvizepolizeipräsident sagte, dass es heuer in Wien bisher zwölf Tötungsdelikte gab, von denen bisher elf geklärt wurden.

Am Freitagnachmittag spielte das siebenjährige Mädchen im Hof, ebenso wie der 14-jährige Bruder des Verdächtigen. Ihr älterer Bruder und ihre Freunde verloren das Mädchen irgendwann aus den Augen. Die Volksschülerin besuchte den 16-Jährigen in seiner Wohnung, der zu diesem Zeitpunkt alleine war. “Er hat das Mädchen aufgefordert, ihm zu folgen”, schilderte Haimeder die schrecklichen Ereignisse, wie sie der Jugendliche erzählt hatte. Die Siebenjährige bekam nicht mit, dass er ein Messer – ein Brotmesser mit etwa 20 Zentimeter Klingenlänge – versteckte, und kam ihm ins Badezimmer nach. Er stieß das Kind in die Dusche und führte “einen massiven Angriff” gegen ihren Hals. “Er hat ihr fast den Kopf abgetrennt”, führte der Kriminalist aus.

Dann versuchte er, das tote Mädchen und das Badezimmer vom Blut zu säubern, was aber nicht ausreichend gelang. Spezialisten des LKA konnten noch Blutspuren am Tatort nachweisen. Die Leiche verpackte er in einem Plastiksackerl und warf sie in einen Müllcontainer. Haimeder betonte, dass er dabei nicht von anderen Hausbewohnern beobachtet wurde. Die Fahnder fragten ihn, ob er nicht damit gerechnet habe, erwischt zu werden. “Wahrscheinlich schon, hat er gesagt, aber er hat auch gehofft, dass die Müllabfuhr vielleicht doch schneller ist”, schilderte der Beamte.

Noch in der Nacht streiften Polizisten in der Wohnanlage, einem Gemeindebau mit etwa 300 Wohnungen. Am Samstag in den frühen Morgenstunden wurde die Suche fortgesetzt. Es kamen zwei Mordermittlergruppen zum Einsatz, dazu die Bereitschaftseinheit, Dienst- und Stöberhunde. Ein Beamter alarmierte die Mitarbeiter der Müllabfuhr (Magistratsabteilung 48), beim Ausleeren der Container besonders vorsichtig zu sein.

Ein MA48-Arbeiter entdeckte tatsächlich in einem Container das Plastiksackerl, aus dem die Beine des toten Mädchens herausschauten. “Es war eine Frage von Minuten”, sagte Haimeder. Der Fundort wurde abgesperrt. “Unser erster Ansatz war, den Tatort zu finden”, erläuterte der leitende Ermittler die weitere Vorgangsweise. Die 300 Wohnungen, in denen 520 Anrainer beim Zentralmeldeamt registriert sind, wurden überprüft. Zunächst vermuteten die Fahnder eine Waschküche als Tatort, weil die Leiche offensichtlich gereinigt worden war und sie an einen Ort dachten, in dem der Täter einige Zeit ungestört arbeiten hätte können. Als aber klar war, dass die Waschküchen vom Magistrat gegen Voranmeldung vergeben werden, schieden sie diese Möglichkeit relativ bald wieder aus und konzentrierten sich auf die Wohnungen, wo sie bei dem 16-Jährigen Erfolg hatten.

Von: apa

Kommentare

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22 Kommentare auf "16-jähriger Nachbar gestand Mädchenmord in Wien-Döbling"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Dagobert
Dagobert
Superredner
11 Tage 11 h

Wie kann ein Mensch nur fähig sein ein Kind zu ermorden?
In solchen Fällen bräuchte es die Todesstrafe für solche Kreaturen.

Sag mal
Sag mal
Universalgelehrter
11 Tage 8 h

diese Frage sollte an den Mörder gestellt werden.

Tabernakel
11 Tage 4 h

@Sag mal

Das wird das Gericht machen.

Ninni
Ninni
Universalgelehrter
11 Tage 10 h

Wahnsinn, dieses ……..gehöhrt für immer hinter Gitter.

Sag mal
Sag mal
Universalgelehrter
11 Tage 8 h

Gefängnis ?Ist viel zu gnädig.

Tabernakel
11 Tage 4 h

Bist Du Richter?

traktor
traktor
Universalgelehrter
11 Tage 8 h

auf diese tat sollte unbedingt die todesstrafe folgen

Tabernakel
11 Tage 4 h

Du lebst auch nicht ewig.

Tottele
Tottele
Tratscher
10 Tage 20 h

@Tabernakel
Laut deinen Kommentaren möchte man wirklich meinen dass du solche Taten auch noch OKAY findest .

Lana77
Lana77
Tratscher
11 Tage 7 h

Mit sette Typn hon i absolut kuan Mitleid, de verdianen es schimmste woses gib!

Waltraud
Waltraud
Superredner
11 Tage 4 h

Nach diesen Aussagen glaube ich nicht, dass er therapierbar ist. Da gibt es nur eines. In eine geschlossene Anstalt und zwar für sehr, sehr lange Zeit.

Tabernakel
11 Tage 4 h

Das werden Gutachter vorschlagen.

Staenkerer
11 Tage 6 h

gewaltig, traurig und verwerflich!
und der gedonke daß der, weil minderjährig, kaum gstroft werd isch zum kotzn!

RedSonja
RedSonja
Grünschnabel
11 Tage 4 h

Tragisch! Und es gib kua Entschuldigung fir a so a Tat!! 😟
Der Junge kimp aus Tschetschenien… domols wor Bürgerkrieg… wer wuas wos a olls gmisst hot sechn und miterleben…uanfoch lai traurig die Menschheit! 😢

mandela
mandela
Superredner
11 Tage 31 Min

wer weiss was der alles erlebt hat, aber es gibt keine entschuldigung! ich hoffe er leidet mehr als er mit der verhängung der todesstrafe leiden würde.

enkedu
enkedu
Kinig
11 Tage 8 h

unglaublich. einfach wegzusperren für immer. wer so ein leben auslöscht…

Mastermind
Mastermind
Superredner
11 Tage 3 h

Todesstrafe für Mörder, solche Leute haben ihre Menschenrechte nicht verdient, indem sie ein anderes Leben ausgelöscht haben.

Tabernakel
10 Tage 23 h

Richtig. Der Koran muss angewendet werden.

Paul
Paul
Superredner
11 Tage 5 h

was für ein. Lebenslauf

Tabernakel
11 Tage 4 h

Von der Wiege bis zur Bahre.

Miniwahr
Miniwahr
Grünschnabel
11 Tage 31 Min

sinnlos, traurig und unfassbar tragisch.

Supergscheider
Supergscheider
Grünschnabel
10 Tage 17 Min

Tabernakel ” Wen du Richter wärst was würdest du entscheiden?

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