500 Menschen waren im Lokal

17 Tote nach Granatenexplosion in Club in Venezuela

Samstag, 16. Juni 2018 | 19:32 Uhr

Nach der Explosion einer Tränengasgranate in einem Nachtclub in Venezuela sind mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. In einem Streit habe ein Minderjähriger in dem Club “Los Cotorros” in der Hauptstadt Caracas eine Tränengasgranate gezündet, sagte Innenminister Nestor Reverol am Samstag.

Über 500 Menschen hätten den Veranstaltungsort daraufhin fluchtartig verlassen. Bei der Massenpanik seien 17 Menschen ums Leben gekommen.

Unter den Toten waren demnach auch acht Minderjährige. Sechs weitere Menschen seien verletzt worden. Ein Minderjähriger schwebe in Lebensgefahr. Sieben Verdächtige wurden nach dem Vorfall festgenommen, darunter auch die Geschäftsführerin des Clubs. Sie habe ihre Pflichten verletzt, weil sie nicht verhindert habe, dass die Granate in den Club gebracht wurde, sagte Innenminister Reverol. Die Diskothek wurde vorläufig geschlossen.

Vor dem Streit hatten dort offenbar zahlreiche Studenten den Abschluss ihres Studiums gefeiert. Der Club liegt im Stadtteil El Paraiso im Südwesten von Caracas und wird vor allem von Ecuadorianern besucht.

Massenpaniken in Diskotheken führen immer wieder zu Katastrophen mit vielen Todesopfern. Ende 2002 waren nach einem Brand in einem Tanzlokal in Caracas 50 Menschen ums Leben gekommen. Alle Notausgänge des mit 400 Gästen überfüllten Nachtclubs waren damals geschlossen.

Zudem ist Venezuela eines der gefährlichsten Länder der Welt. In dem südamerikanischen Land sind zahlreiche Waffen im Umlauf, vor allem in der Hauptstadt Caracas kommt es täglich zu schweren Gewalttaten. Mit 111 Tötungsdelikten je 100.000 Einwohnern ist Caracas die gefährlichste Stadt der Welt außerhalb von Kriegsgebieten.

Von: apa

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