Viele Bewohner müssen mit Behelfunterkünften auskommen

2.000 Tote nach Sulawesi-Beben geborgen – Neuer Erdstoß

Dienstag, 09. Oktober 2018 | 08:37 Uhr

Die Zahl der Toten nach dem verheerenden Erdbeben und dem Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi ist auf über 2.000 gestiegen. Bis Dienstag früh bargen die örtlichen Behörden 2.002 Leichen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Antara unter Berufung auf die örtlichen Behörden berichtete. Der Verbleib von mehr als 5.000 Menschen in der Region ist nach Behörden-Schätzungen noch ungeklärt.

Das Beben der Stärke 7,4 und der darauf folgende Tsunami hatten am 28. September die Küstenstadt Palu und eine Reihe von Dörfern in der Region verwüstet. Ganze Straßenzüge und Dörfer versanken in der Erde. Allein in Palu starben 1.539 Menschen, wie Behördensprecher Sutopo Nugroho sagte. Die meisten dieser Opfer seien durch den Tsunami umgekommen.

Die indonesische Insel kommt weiter nicht zur Ruhe: Ein neues Beben mit der Stärke 5,2 versetzte Dienstag früh die Bewohner in Angst und Schrecken. Das Erdbeben habe zwar Panik ausgelöst, aber keine neuen Schäden verursacht, sagte Nugroho. “Das Beben war etwa fünf Sekunden lang deutlich zu spüren.”

Das Zentrum des neuen Bebens wurde von der nationalen Erdbebenwarte nordöstlich von Sulawesi in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern registriert. Eine Tsunami-Warnung blieb aus. In der schwer zerstörten Stadt Palu liefen die verängstigten Menschen am frühen Morgen auf die Straße. “Jeder ist noch vom letzten Beben traumatisiert”, sagte ein Einwohner. Im Messaging-Dienst WhatsApp kursierten Warnungen vor weiteren Beben, wie ein anderer Bewohner sagte.

In der Krisenregion stellt man sich unterdessen auf ein Ende der Suche ein. Die Katastrophenschutzbehörde plant, ihre Sucharbeiten am Donnerstag einzustellen. Das weitere Vorgehen solle aber noch mit den Lokalregierungen abgeklärt werden, betonte Behördenchef Willem Rampangilei. Geschäfte, Schulen und Behörden im Bebengebiet öffnen wieder.

Nach dem Willen der Regionalregierung von Sulawesi sollen die verschütteten Dörfer zu Gedenkstätten werden und nicht wiederaufgebaut werden, wie Ridwan Mumu vom Amt für Sozialwesen sagte. “Es gab Vorschläge, dass es dort keine Siedlungen mehr geben soll.” Zudem solle man mit Blick auf die Seuchengefahr die Suche nicht zu lange fortsetzen.

Von: APA/dpa