Stadt von russischen Einheiten umzingelt

20.000 Menschen gelingt Flucht aus belagertem Mariupol

Dienstag, 15. März 2022 | 23:26 Uhr

Aus der belagerten ukrainischen Hafenstadt Mariupol ist Angaben aus Kiew zufolge 20.000 weiteren Zivilisten die Flucht gelungen. Insgesamt 4.000 Privatautos hätten die Metropole am Asowschen Meer am Dienstag verlassen können, schrieb der Vizechef des Präsidentenbüros, Kyrylo Tymoschenko, am Abend auf Telegram. Davon seien 570 Fahrzeuge bereits in der mehr als 200 Kilometer nordwestlich gelegenen Stadt Saporischschja angekommen, hieß es.

Mariupol mit etwa 400.000 Einwohnern ist seit Tagen von russischen Einheiten umzingelt und vom Rest des Landes abgeschnitten. Immer wieder scheiterten Versuche eines Hilfskonvois, aus der westlich gelegenen Stadt Berdjansk Lebensmittel und Medikamente nach Mariupol zu bringen.

In den Außenbezirken von Mariupol dauerten die Kämpfe unterdessen an. Das ultranationalistische Bataillon Asow habe dort eine Einheit russischer Truppen besiegt, teilte der ukrainische Generalstab am Abend auf Facebook mit. Russland greife weiter mit Raketen und Bomben auch Wohngebiete, Schulen und Kindergärten an, hieß es. Moskau bestreitet seit knapp drei Wochen vehement, im Krieg gegen das Nachbarland gezielt Zivilisten zu attackieren.

Der Chef der Militärverwaltung des Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko, warf den Russen zudem vor, in Mariupol ein Krankenhaus zu belagern. “Russische Besatzer haben Ärzte und Patienten als Geiseln genommen”, schrieb er auf Telegram. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Erst vor einigen Tagen hatte ein russischer Angriff auf das Gebäude einer Mariupoler Geburtsklinik für großes Entsetzen gesorgt. Moskau behauptete, das Gebäude sei von ukrainischen Kämpfern genutzt worden. Von ukrainischer wie auch von UNO-Seite jedoch hieß es, dass es sich um eine funktionierende Geburtsklinik gehandelt habe.

Die russischen Bodentruppen machen nach Einschätzung der US-Regierung weiter kaum Fortschritte. Die Hauptstadt Kiew werde weiter aus großer Entfernung bombardiert, so ein hoher US-Verteidigungsbeamter am Dienstag. Immer öfter würden zivile Ziele wie Wohngebiete getroffen. Das russische Militär sei aber nicht nennenswert näher an die Stadt herangerückt. Schätzungen nach seien die russischen Truppen im Nordwesten etwa 15 bis 20 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, im Osten seien es zwischen 20 und 30 Kilometer.

Die Russen haben nach Pentagon-Angaben seit Beginn des Angriffskriegs mehr als 950 Raketen abgefeuert. Es gebe keine neuen Angriffe auf die Westukraine zu vermelden, sagte der Beamte. Man sehe aktuell auch nicht, dass anderswo in Russland stationierte Streitkräfte in den Westen verlegt würden. Man gehe jedoch davon aus, dass Russland eine solche Option in Betracht ziehe. Es gebe immer noch keine Hinweise darauf, dass Belarus Truppen verlege oder dies vorbereite, hieß es weiter.

Von: APA/dpa

Kommentare
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Zugspitze947
2 Monate 10 Tage

Einfach schrecklich diese sinnlose Zerstörung 😢👌! Ich hoffe dass Putin das ALLES wieder aufbauen muss ! 😡👌😝

N. G.
N. G.
Kinig
2 Monate 10 Tage

Dann hoff mal weiter. Hat die USA Afghanistan und den Irak wieder aufgebaut?

Faktenchecker
2 Monate 10 Tage

Haben die USA Afghanistan bombardiert und Menschen verhungern und verdursten lassen?

Geiselnehmen?
“400 Geiseln, darunter Patienten Russische Truppen besetzen Klinik in Mariupol”

https://www.n-tv.de/politik/Russische-Truppen-besetzen-Klinik-in-Mariupol-article23199251.html

Faktenchecker
2 Monate 10 Tage

380.000 sind noch im Kessel und warten auf den Tod!

Dagobert
Dagobert
Kinig
2 Monate 10 Tage

Mölglich, dass nit lei den Russischn Truppen gewaltiger Widerstand ins Gesicht bläst, sondrn a im Kreml, hauptsächlich Putin?

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