Klimawandel-Trend bleibt ungebrochen

2021 unter sieben heißesten Jahren der jüngeren Geschichte

Sonntag, 31. Oktober 2021 | 16:00 Uhr

2021 war zwar nach vorläufigen Messungen nicht ganz so heiß wie die vergangenen drei Jahre, aber am langjährigen Trend deutlicher Erwärmung ändert das nichts. Das Jahr dürfte zu den sieben wärmsten der jüngeren Geschichte gehören, alle seit 2015 aufgetreten, berichtete die Weltwetterorganisation (WMO) zum Auftakt der Weltklimakonferenz COP26 am Sonntag in Glasgow. Heuer hatte das alle paar Jahre auftretende Wetterphänomen La Niña anfangs einen Abkühlungseffekt.

Auf Basis der Messungen bis Ende September geht die WMO in diesem Jahr von einer globalen Durchschnittstemperatur von 1,09 Grad über dem Niveau von 1850 bis 1900 aus. Das bisher wärmste Jahr war 2016, mit plus 1,2 Grad. Auch 2019 und 2020 lagen in der Größenordnung. Die Unterschiede zwischen den drei Jahren waren so minimal, dass eine Rangordnung nicht möglich ist. Die WMO errechnet immer einen Durchschnitt der Daten von Messstationen aus aller Welt.

Die Folgen des Klimawandels, der zu häufigeren und extremeren Wetterereignissen beiträgt, waren vielerorts zu spüren: Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen hat es am höchsten Punkt des grönländischen Eisschildes geregnet statt geschneit. Im Westen der USA und Kanadas brachte eine Hitzewelle Temperaturen, die teils bis zu sechs Grad über den vorherigen Rekorden lagen. Rund um das Mittelmeer meldeten Tunesien, Sizilien, Spanien und die Türkei Hitzerekorde.

Dazu kamen verheerende Waldbrände. In China und in Europa – etwa in Deutschland – gab es heftige Regenfälle und Überschwemmungen. Südamerika erlebte das zweite Jahr in Folge schwere Dürre.

Der Anstieg des Meeresspiegel beschleunigt sich nach dem Bericht seit 2013 und hat in diesem Jahr ein neues Hoch erreicht. Zwischen 1993 und 2002 betrug der jährliche Anstieg 2,1 Millimeter, zwischen 2013 und 2021 4,4 Millimeter. Der Meeresspiegelanstieg geht zurück auf Eisschmelze und die Ausdehnung des Salzwassers durch Erwärmung.

In der Arktis war die Meereseis-Ausdehnung Anfang Juli so niedrig wie nie, seit gemessen wird. Der warme, trockene Sommer 2021 im Westen Nordamerikas hat zu massiven Gletschereisverlusten geführt. Die Masse schrumpfte 2015 bis 2019 fast doppelt so schnell wie 2000 bis 2004.

In der Laptewsee und der Beaufortsee am Nordpolarmeer gab es von Jänner bis April starke bis extreme marine Hitzewellen. Zudem versauern die Meere. Der Oberflächen-pH-Wert der offenen Ozeane sei heute so niedrig wie seit mindestens 26.000 Jahren nicht mehr, so die WMO. Damit sinkt die Fähigkeit der Meere, klimaschädliches CO2 zu speichern. Nach Schätzungen nehmen die Meere bisher 23 Prozent der jährlichen menschengemachten CO2-Emissionen auf.

Die WMO verweist auf die verheerenden Folgen: Durch Dürren und Überschwemmungen verlieren Millionen Menschen ihre Ernten und damit ihre Lebensgrundlage. Die Zahl der Hungernden steigt. Millionen Menschen werden aus unwirtlichen Gegenden vertrieben.

Von: APA/dpa

Kommentare

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12 Kommentare auf "2021 unter sieben heißesten Jahren der jüngeren Geschichte"


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der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

wenn es durch den Klimawandel immer heißer werde soll, so müsste es wohl jedes Jahr wärmer werden. Heißt 2021 müsste DER heißeste Sommer seit der Aufzeichnung sein und nicht nur der siebt heißesten….

World
World
Tratscher
1 Monat 7 Tage

Nein, muss es nicht. Unser Klima wird dadurch extremer:
-Sindflutartige Regenfälle
-extremer Hagel
-extrem viel Schnee
-extrem nasser Schnee
-lange Trockenperioden
-Hitzewellen
-extremer Sturm
-extreme Temperaturschwankungen

Diese Veränderungen passieren viel schneller als beim natürlichen Klimawandel.
Alles das schwächt die Vegetation und auch die Lebewesen. Jene, die sich nicht so schnell anpassen können, werden aussterben.
Der Wald zum Beispiel ist durch die Wetter-Extreme geschwächt und ist dadurch anfällig für Schädlinge und Krankheiten.

brutus
brutus
Tratscher
1 Monat 7 Tage

…wieder einer der Wetter und Klima nicht unterscheiden kann!

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 7 Tage

Es ist sehr wahrscheinlich, ja. Aber kein ernstzunehmender Wissenschaftler oder Forscher auf dem Gebiet wird behaupten, dass es keine Schwankungen gibt. Der Trend (https://de.wikipedia.org/wiki/Trend_(Statistik)) ist aber steigend.

snip
snip
Superredner
1 Monat 7 Tage

Nein Aaron, es gibt wie bei jedem komplexen System Schwankungen, man könnte es in den gemessenen Kurven auch als Rauschen bezeichnen. Daher wird jeder Wissenschaftler oder Ingenieur Messdaten filtern, glätten und so den Trend über viele Jahre stabil darstellen. Und der zeigt sowas von eindeutig nach oben.

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage
An deinem Argument sieht man wie wenig informiert du bist. Warum glaubst du das Venedig seine Barriere gegen das immer häufig werdende Hochwasser baut? London das Selbe, die gesamte Küste zur Ost und Nordsee ihre Dämme erhöht. Was denkst du? Weil sie zu viel Geld haben? Außerdem Klimaerwärmung bedeutet mit Nichten, dass es überall heißer wird oder weniger regnen würde. Da gibt es dann Gegenden in denen es sigar mehr schneien wird, Gegenden mit noch mehr Regen und Andere wo alles austrocknet. Der Unterschied ist zum normalen Wetter, dass alles ins Extreme ausartet. Bevor du unsachlichen Dünnschiss von dir gibst,… Weiterlesen »
der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage
@N. G.  ……,,Warum glaubst du das Venedig seine Barriere gegen das immer häufig werdende Hochwasser baut? London das Selbe, die gesamte Küste zur Ost und Nordsee ihre Dämme erhöht. Was denkst du? Weil sie zu viel Geld haben?……,, Vielleicht weil sie es heute können??……oder glauben sie, vor ein paar hundert Jahren war die Technik auch schon so weit?? ..und noch was, Klimaextreme gab es schon immer. La Nina und el nino gabe es schon zur Zeit der Inkas. Vielleicht sollten sie sich mal schlau machen oder glauben sie wirklich sie sind ein super Genie? und müssen Leute mit einem anderen… Weiterlesen »
Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 6 Tage

@ Aaron Was es nicht “schon immer” gab, ist ein exponentieller Anstieg, wie wir ihn im letzten Jahrhundert gesehen haben.

World
World
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Schlimm

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Und es wird schlimmer!

DontbealooserbeaSchmuser
1 Monat 6 Tage

Mir scheint, die Leute sehnen sich geradezu nach Weltuntergangsszenarien.
Sei es Klima, Corona oder doch nur der kommende Börsencrash.

wellen
wellen
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

Man fürchtet ssich für die Kinder und Enkel. Druck machen auf die Mächtigen hilft: bei uns der nichtssagende Klimaplan der Landesregung, pfui. Jeder kann beitragen, global denken, lokal handeln. Pflanzenbasiert essen, Fleisch der größte Klimakiller, zu Fuß, Öffis, Rad benutzen, vor allem: der Gier nach immer mehr abschwören! Siehe Hotelmegabauten, Rosengartenverschandelung usw.

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