Bis 18. September 2022 rund 75.592 Brandherde entdeckt

2022 schon mehr Feuer im Amazonasgebiet als 2021

Dienstag, 20. September 2022 | 05:44 Uhr

Brasilien hat in diesem Jahr bisher schon mehr Waldbrände im Amazonasgebiet gezählt als im gesamten Jahr 2021. Nach Angaben der brasilianischen Weltraumbehörde Inpe wurden mit Satellitenbeobachtung vom 1. Jänner bis 18. September 2022 rund 75.592 Brandherde in dem Regenwald identifiziert. Im Vorjahr waren es insgesamt 75.090 Feuer. “Diese Waldbrände sind eine angekündigte Tragödie”, sagte André Freitas, Sprecher der Umweltorganisation Greenpeace in Brasilien.

Die vier Jahre Amtszeit des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro seien eine der dunkelsten Zeiten für die Umwelt gewesen. Umwelt- und Klimaschützer machen für die Zunahme von Bränden direkt die Politik des rechtsradikalen Präsidenten verantwortlich, dem sie eine Begünstigung illegaler Rodungen vorwerfen. Seit Bolsonaros Amtsantritt im Jänner 2019 ist die durchschnittliche jährliche Abholzung im brasilianischen Amazonas-Gebiet um 75 Prozent im Vergleich zum vorherigen Jahrzehnt gestiegen.

Im Oktober wählen die Brasilianerinnen und Brasilianer einen neuen Präsidenten. Einige Experten gehen davon aus, dass illegale Brandrodungen in diesem Jahr zunehmen, weil Bolsonaro in den Umfragen hinter seinem Konkurrenten liegt, dem linksgerichteten Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Lula verspricht einen strengeren Schutz des Amazonasgebiets.

Von: APA/AFP

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3 Kommentare auf "2022 schon mehr Feuer im Amazonasgebiet als 2021"


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Superredner
13 Tage 16 h
Auf Erden wird bald der Urwald gänzlich verschwinden. Daraus folgen weitere Klimaschäden, eine drastische Teduktion der Artenvielfalt, Erosion und Verwüstung. Wer jetzt aber mit den Fingern auf das böse Brasilien, Indonesien oder Kenia zeigt, muss bereit sein, sich selbst zu hinterfragen. Wir sind Hauptabnehmer von Tropenhölzern, Hauptkonsumenten des Getreides, das auf den gerodeten Wäldern angebaut wird, wir importieren große Mengen an Rindfleisch aus diesen Gegenden. Last not least: auch bei uns gab es Urwälder, und die haben wir zu nahezu 100% gerodet. Überall soll Biodiversität und Lebensraum geschützt werden, nur nicht bei uns! Mit dieser bequemen Sichtweise machen wir es… Weiterlesen »
N. G.
N. G.
Kinig
13 Tage 14 h

Dune wird Wirklichkeit werden!
Zu meiner Schulzeit war der Atlas größtenteils grün, heute…!
Auf freiwilligen Verzicht auf gewisse Produkte zu hoffen oder darauf zu bochen ist Naivität pur! Sorry!
Der Mensch, unsere Gesellschaft macht nichts freiwillig!

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Superredner
13 Tage 10 h

@N.G.: ja und nein! Es wird beides brauchen: bottom up (das sind wir) und Top down (das sind die Regierungen). Wenn die Bevölkerung nicht mitmacht, nutzten die besten Gesetze nichts, bestenfalls wird diese Regierung bei den nächsten Wahlen wieder abgewählt! Andererseits wird, da hast du Recht, Freiwilligkeit allein auch nicht reichen! Ich will mir gar nicht ausmalen was passiert, wenn beides scheitert!

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