Verheerende Szenen nach Einsturz einer U-Bahn-Brücke

23 Tote und Dutzende Verletzte bei U-Bahn-Unglück in Mexiko

Dienstag, 04. Mai 2021 | 18:22 Uhr

Mexiko-Stadt ist von einem schweren Unglück erschüttert worden: Beim Einsturz einer U-Bahn-Brücke starben am Montagabend mehr als 20 Menschen, Dutzende weitere wurden verletzt. Unter den mindestens 23 Todesopfern seien auch Kinder, sagte Bürgermeisterin Claudia Sheinbaum am Unglücksort. Etwa 65 Verletzte seien ins Krankenhaus gebracht worden. Dutzende Rettungskräfte waren im Einsatz, ihre Arbeit wurde allerdings durch das instabile Zugwrack erschwert.

Das Unglück ereignete sich am Montagabend (22.00 Uhr Ortszeit; 5.00 Uhr MESZ) auf der Linie 12 im Süden der mexikanischen Hauptstadt in der Nähe der Station Olivos. Von mexikanischen Medien veröffentlichte Bilder von Überwachungskameras zeigten, dass die Brücke einstürzte, als gerade eine Bahn darüber fuhr. Der U-Bahn-Zug wurde in zwei Teile zerrissen und hing anschließend V-förmig über der Straße.

Ein Augenzeuge schilderte dem Fernsehsender Televisa den Brückeneinsturz. Nachdem sich die dadurch ausgelöste Staubwolke gelegt habe, habe er sehen wollen, ob er helfen könne. “Die Stille war schrecklich”, sagte der Mann. “Zwei Menschen kletterten aus den Trümmern. Die anderen sind immer noch verschüttet.”

Dutzende Feuerwehrleute und Rettungshelfer sowie Suchhunde waren am Unglücksort im Einsatz. Sie versuchten, Menschen aus Schutt, Kabeln und verbogenem Stahl zu befreien. Die vielen Verletzten wurden in verschiedene Krankenhäuser der mexikanischen Hauptstadt gebracht. Unter dem abgestürzten Zugteil war ein Auto begraben, aus dem sich ein Mensch befreien konnte.

Am Unglücksort versammelten sich besorgte Menschen, die Angehörige in dem Zugwrack vermuteten. Polizisten versuchten, die Angehörigen sowie Medienvertreter auf Abstand zu halten. Efrain Juarez suchte nach seinem Sohn. “Meine Schwiegertochter rief uns an”, sagte er. “Sie war mit ihm unterwegs und hat uns erzählt, dass die Konstruktion über ihm einstürzte.”

Jose Martinez hatte hingegen großes Glück, wie er Reportern erzählte. Weil er zu spät von der Arbeit los gekommen sei, habe er die Unglücks-Bahn verpasst. “Ich wurde durch etwa 15 Minuten gerettet”, sagte er.

Die 1969 in Betrieb gegangene U-Bahn in Mexiko-Stadt hat zwölf Linien und befördert täglich rund 4,5 Millionen Menschen. Die Linie 12, auf der sich das Unglück ereignete, war erst am 30. Oktober 2012 vom damaligen Bürgermeister und heutigen mexikanischen Außenminister Marcelo Ebrard eingeweiht worden.

Ebrard bot auf Twitter seine Zusammenarbeit bei der Untersuchung der Ursachen des Unglücks an, das er als “schreckliche Tragödie” bezeichnete. Bürgermeisterin Sheinbaum kündigte an, der bauliche Zustand der Linie 12 werde überprüft. Vorerst werde der Betrieb auf der Strecke eingestellt. “Wir werden die ganze Wahrheit berichten”, schrieb Sheinbaum auf Twitter.

Anrainer Ricardo de la Torre sagte, er sei schon vor dem Unglück über den Zustand der Brücke besorgt gewesen. Die umliegenden Gebäude hätten immer gewackelt, wenn U-Bahnen dort hinüber gefahren seien. Am Unglücksort machten einige Menschen Ebrard für das Unglück verantwortlich. “Er soll herkommen, er soll herkommen und sehen, was er uns hinterlassen hat”, rief eine Frau in Fernsehkameras.

Im Jänner hatte es bei einem Brand in einem Kontrollzentrum der Hauptstadt-U-Bahn ein Todesopfer gegeben. 29 weitere erlitten Rauchvergiftungen. Im März 2020 war bei der Kollision zweier U-Bahnen in Mexiko-Stadt ebenfalls ein Mensch ums Leben gekommen. 41 weitere wurden verletzt, als Passagiere in Panik durch dichten Rauch liefen.

Von: APA/Reuters

Kommentare

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5 Kommentare auf "23 Tote und Dutzende Verletzte bei U-Bahn-Unglück in Mexiko"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Zugspitze947
11 Tage 15 h

Schrecklich ! Da fehlt es wohl an der Kontrolle. Hoffentlich werden die meisten Überlebenden wieder gesund 🙂

Faktenchecker
11 Tage 12 h

Du wirst es wissen…!

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Universalgelehrter
11 Tage 14 h

Eine gerade mal 10 Jahre junge Brücke 😡. Die Anwohner hatten schon kurz nach der ersten Inbetriebnahme die Behörden darauf hingewiesen, dass es bei Fahrbetrieb in ihren Wohnungen Erschütterungen gibt. Was nicht unbedingt für einen geeigneten, ausreichend verdichteten und gesicherten Untergrund spricht.

Faktenchecker
11 Tage 12 h

Ohne versdchteten Untergrund überträgt sich der Körperschall nicht.

Zugspitze947
10 Tage 22 h

offline: da muss ich DIR wiedersprechen,denn wir haben eine Strassenbrücke neben unserem Grundstück und schwere LKW verursachen auch Erschütterungen =weol alles gut verdichtet und befetsigt ist ! Ich denke dass die Brücke selbst zu schwach gebaut wurde oder gar absichtlich Zement und Stahl eingespart wurde wie bei den ersten MEBOBRÜCKEN im Burggrafenamt ! Da war dann 20 Jahre Stillstand 🙁

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