Bei weniger als einem Viertel konnte Infektionsquelle geklärt werden

9.586 Corona-Neuinfektionen in Österreich bedeuten Rekord

Freitag, 13. November 2020 | 22:21 Uhr

Bei den Coronavirus-Neuinfektionen hat es am Freitag erneut einen Rekordwert von 9.586 positiven Tests binnen 24 Stunden gegeben. Allerdings befanden sich nach technischen Problemen mit dem Epidemiologischen Meldesystem des Bundes (EMS) wieder Nachmeldungen darunter. Die Zahl der Toten stieg seit Donnerstag um 53 auf nunmehr 1.661. Mehr als 3.900 Covid-19-Erkrankte mussten im Spital behandelt werden, darunter 567 auf Intensivstationen.

76.839 Menschen waren aktiv infiziert – das sind mehr als der Bezirk Mistelbach Einwohner hat (75.625 Menschen). Insgesamt 0,86 Prozent der Bevölkerung gelten somit als bestätigte aktive Fälle. Die Sieben-Tages-Inzidenz je 100.000 Einwohner stieg am Freitag bereits auf 587. Im Schnitt kamen in der vergangenen Woche jeden Tag 7.464 Neuinfektionen hinzu. Die effektive Reproduktionszahl verringerte sich in der Zwischenzeit. Ein Infizierter steckt derzeit im Schnitt rund 1,21 weitere Personen an. In der Vorwoche betrug der Wert noch 1,33.

32.328 Tests wurden in den vergangenen 24 Stunden eingemeldet. Die meisten Neuinfektionen gab es mit 1.902 in Wien, 1.891 waren es in Oberösterreich, 1.123 in Niederösterreich und 1.006 in Kärnten (mit Nachmeldungen). Aus Vorarlberg wurden 975 und aus der Steiermark 944 neue Fälle gemeldet. 837 SARS-CoV-2-positive Personen kamen in Salzburg hinzu, im Burgenland waren es 184.

Österreichweit waren 3.922 Menschen in Spitalsbehandlung – um 111 mehr als am Donnerstag. Bei den Intensivbetten gab es ein plus von 21 Patienten. Insgesamt 567 Covid-19-Erkrankte benötigten intensivmedizinische Behandlung – innerhalb einer Woche waren 146 Schwererkrankte hinzugekommen. Seit Beginn der Pandemie wurden bereits 191.228 Menschen positiv getestet. Bis Freitagvormittag, Stand 9.30 Uhr, sind österreichweit 1.661 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben – binnen einer Woche waren 321 Tote hinzugekommen.

Zudem stellte die Corona-Kommission ihre Indikatoren zur Risikoeinstufung für die derzeit geltende Ampel-Schaltung – ganz Österreich bleibt rot – vor. Daraus geht hervor, dass bei den jüngsten Daten der Kalenderwoche 45 österreichweit bei 77 Prozent der SARS-CoV-2-Fälle die Infektionsquelle unbekannt war und in nur noch 23 Prozent der Fälle – also weniger als einem Viertel – die Ansteckung geklärt werden konnte.

Aus den Indikatoren lässt sich auch die Altersstruktur der positiven SARS-CoV-2-Fälle herauslesen. Demnach waren in der Vorwoche die meistbetroffene Altersgruppe mit 42 Prozent im Alter zwischen 50 und 64 Jahren. 33 Prozent der Infizierten waren zwischen 20 und 49 Jahren. 15 Prozent betrafen die Altersgruppe ab 65 Jahren. Elf Prozent waren null bis 19 Jahre alt.

Immer mehr Spitäler verschieben daher nicht dringliche Eingriffe, um Kapazitäten für Covid-Patienten zu sichern. In den oberösterreichischen Krankenhäusern sei man im Krisenmodus: Nicht unbedingt notwendige Eingriffe werden schon seit einiger Zeit verschoben, die Intensivkapazitäten sollen nächste Woche noch einmal erweitert werden. In den steirischen Spitälern werden nur noch vereinzelt elektive Operationen durchgeführt. Auch in Wien werden planbare Eingriffe bereits wieder sukzessive verschoben. Zum Teil werden die OPs in privaten Krankenanstalten durchgeführt. Kärnten weitet den bisherigen Drei-Stufen-Plan für die Bettenkapazitäten auf einen Fünf-Stufen-Plan aus, elektive OPs werden “sukzessive zurückgefahren”. In Tirol müssen bereits alle Krankenhäuser geplante Operationen verschieben. Die Notfallversorgung sei sichergestellt. In den niederösterreichischen Landeskliniken werden gut 60 Prozent der elektiven Eingriffe weiter durchgeführt. Im Burgenland würden insbesondere Tumor-Operationen gemacht, auch wenn diese nicht akut seien.

Von: apa

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