Der Hubschrauber musste die Schülergruppe aus der Bergnot retten

99 Schüler im Kleinwalsertal aus Bergnot gerettet

Mittwoch, 08. Juni 2022 | 09:34 Uhr

99 Schülerinnen und Schüler sowie acht Lehrer aus Deutschland sind am Dienstag im Kleinwalsertal mit Hubschraubern aus Bergnot gerettet worden. Die Lehrerschaft hatte aus dem Internet eine Wanderroute ausgewählt, die weder der Bekleidung und dem Schuhwerk der Jugendgruppe, noch ihrer Bergerfahrung entsprach, teilte die Polizei Vorarlberg in der Nacht auf Mittwoch mit.

Demnach brach die Gruppe aus 12-14-Jährigen aus Ludwigshafen gemeinsam mit ihren Lehrern gegen 15.00 Uhr von Schöntal in Hirschegg/Kleinwalsertal zum Walmendingerhorn nach Mittelberg auf. Die nicht beschilderte Tour führte über den schmalen Heuberggrat, der laut Polizei “Schwindelfreiheit, Trittsicherheit sowie Erfahrung im alpinen Gelände erfordert”. Der Steig war zudem aufgrund der vorhergehenden Regenfälle nass und glitschig. Als eine Teilgruppe sich aufgrund der schwierigen Verhältnisse zur Umkehr entschied, rutschten zwei Schüler ab und zogen sich leichte Verletzungen zu. Daraufhin gerieten einzelne Kinder in Panik, weswegen eine Lehrperson einen Notruf absetzte.

Die gesamte Gruppe wurde mit Hubschraubern mittels Taubergung geborgen und dann mit den Fahrzeugen von Bergrettung und Feuerwehr in die Unterkunft gebracht. “Mehrere Schüler waren erschöpft, unterkühlt, durchnässt und völlig aufgelöst”, beschreibt die Polizei die Situation. Der Fall werde nach Abschluss der Erhebungen der Staatsanwaltschaft Feldkirch zur strafrechtlichen Beurteilung übermittelt, hieß es.

Die Lehrer hatten sich offenbar aufgrund der Beschreibung eines Users auf der Bergwanderer-Webseite Hikr.org für die Route über den Grat entschieden. Dieser bezeichnet die Tour über den Heuberggrat als “klasse Feierabendrunde”, wie auch die Polizei in ihrer Aussendung zitierte. Trotz der ausgeschilderten Warnung, nur mit Kletterausrüstung weiterzugehen, sei der Weg völlig harmlos (“schwierig ist hier nichts”), meinte der User “Andy84”. Andere Wanderer hatten hingegen deutlich mehr Schwierigkeiten auf der Route: “Es war die anspruchsvollste Kletterei, die wir bisher gemacht haben”, schrieb “ju_wi” nach einer Begehung bei nassen Verhältnissen.

Von: apa

Kommentare

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8 Kommentare auf "99 Schüler im Kleinwalsertal aus Bergnot gerettet"


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Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Superredner
19 Tage 10 h

Dummheit und Arroganz. Arroganz des Users der sich einer um objektive Schwierigkeitsgrade bemühten Einschätzung entzieht, und kaum fassbare Arglosigkeit der Lehrer, die ihren Schülern etwas Schönes bieten wollten, und solch einer Einschätzung Glauben schenkten.
Um 15.00 Uhr aufgebrochen? Oh je. Hätten Sie einen bedruckten Wanderführer, wie die von Hans-Paul Menara für Südtirol, in die Hand genommen, wäre das nicht passiert. Und: sie haben die Tour abgebrochen, und somit Schlimmeres verhütet, auch das muss man loben.
Ich wünsche den Lehrern und den Schülern zukünftig in den Bergen mehr Freude, Umsicht und Glück.

Paula
Paula
Tratscher
19 Tage 5 h

So ein ähnliches Erlebnis hatte ich in der Schulzeit aber auch. Unser Lehrer konnte leider keine Karte lesen und so war die Wanderung die mit 3 Stunden angesetzt war ein Ganztagesausflug. Aber wenigstens waren wir nicht im alpinen Gelände sondern nur im Vorgebirge unterwegs.
Ja, hinterher ist man immer klüger. Sicher auch die Lehrer und Begleiter dieser Gruppe. Hauptsache jedoch ist, dass nichts schlimmeres passiert ist.
Ein Dank gebührt auf jeden Fall den Helfern!

Sarah8766
Sarah8766
Grünschnabel
19 Tage 8 h

Des werd fir a kletterbegeisterten Andy a a super Feierobendrunde sein😂
Na na a Gruppe Deitsche und nor no Lehrer😂 konnsch nirgends hinschicken di Leit heintzetog

Dou geat au
Dou geat au
Grünschnabel
19 Tage 10 h

Frage in die runde sein do die eltern fa de 99 kinder awie fa gestern oder sein die lehrer fa vourgestern?
Gscheider warense in a stodt innen a eisl essen zem glabi kenentse sich besser aus de stadler 😂

Storch24
Storch24
Kinig
19 Tage 8 h

🙈🙈🙈🙈sollten die Personen, denen wir unsere Kinder anvertrauen, nicht mehr Hausverstand haben ?

Hustinettenbaer
19 Tage 11 h

Offensichtlich ohne Ortskenntnisse. Wandertour schlampig googlen. 99 minderjährige “Flachlandtiroler” mit falscher Ausrüstung bei Nässe. Warnschilder ignorieren.
Das hat ein Nachspiel für die 8 “Leerkräfte”.

brunner
brunner
Universalgelehrter
19 Tage 6 h

Ist ja egal….die Bergrettung hat angeblich ja sonst nichts zu tun…

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Superredner
17 Tage 6 h

Die Lehrer waren “betriebsblind”. Jetzt sind sie schlauer. Bei aller Kritik: wir wollen Lehrer die Freude am Beruf haben und auch am Engagement. Was hier fehlte waren Umsicht und Erfahrung. Hätten die Ludwigshafener Lehrer mal den Oggersheimer Helmut Kohl gefragt…

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