Aufschluss erhoffen sich die Ermittler von den Black Boxes

Abgestürzte Maschine der Lion Air hatte technische Probleme

Dienstag, 30. Oktober 2018 | 15:57 Uhr

Nach dem Flugzeug-Absturz in Indonesien mit vermutlich 189 Toten deutet immer mehr auf Probleme mit der Technik hin. Die Fluglinie Lion Air gab am Dienstag zu, dass es in der Boeing 737 bereits bei einem Flug am Tag zuvor Schwierigkeiten mit der Instrumentenanzeige im Cockpit gab. Die Maschine war am Montag kurz nach dem Start in Jakarta auf dem Weg zu einer Nachbarinsel ins Meer gestürzt.

Aufschluss erhoffen sich die Ermittler von den Black Boxes – den Flugschreibern mit Aufzeichnungen aus dem Cockpit -, die im Meer bis zum Abend (Ortszeit) aber noch nicht gefunden wurden. Die indonesische Regierung ordnete an, dass alle anderen Flugzeuge der gleichen Baureihe überprüft werden. Sie dürfen jedoch weiterhin fliegen, auch die Maschinen des Billigfliegers Lion Air.

Einen Tag nach dem Absturz gab es praktisch keine Hoffnung mehr, dass noch Überlebende gefunden werden. Das Meer ist an der Absturzstelle etwa 35 Meter tief. Die Suchtrupps setzten bei ihrer Arbeit auch Tauchroboter ein. Außer Wrackteilen wurden auch weitere Todesopfer geborgen.

Indonesiens Verkehrsminister Budi Karya Sumadi ornete unterdessen die Überprüfung aller Maschinen des Typs Boeing 737 MAX an. Auf ein Flugverbot verzichtete er am Dienstag zunächst.

Am Montag räumte Lion Air ein, dass die Maschine vor ihrem letzten Start wegen technischer Probleme auf Bali repariert worden war. Worum es sich handelte, ließ die Fluglinie offen.

Nach Informationen des britischen Senders BBC listete das Logbuch Probleme mit den Bordinstrumenten auf. Demnach könnten Geschwindigkeits- und Höhenmesser nicht richtig funktioniert haben. In den sozialen Netzwerken kursierten Kopien von angeblichen technischen Dokumenten der Airline, doch ließen sich ihre Echtheit nicht überprüfen. Lion Air ließ Bitten um eine Klärung unbeantwortet.

Seit dem Absturz kursieren zahlreiche Gerüchte, Falschnachrichten und gefälschte Bilder in den sozialen Netzwerken. Ein Bild zeigt ein Baby, das angeblich den Absturz überlebte, in einem Video sind angeblich panische Passagiere der Unglücksmaschine vor dem Absturz zu sehen. Der Sprecher des indonesischen Katastrophenschutzes, Sutopo Purwo Nugroho wies die Bilder und Berichte als Lügenmärchen zurück.

Nach Informationen des britischen Senders BBC und der Unfallforscher-Webseite Aviation Safety hatte die Technik der Boeing 737 MAX 8 bereits bei einem Flug am Sonntag widersprüchliche Daten zu Flughöhe und Geschwindigkeit übermittelt. Der Vorstandschef von Lion Air, Edward Sirait, bestätigte dies. Zugleich sagte er: “Aber die Probleme wurden über Nacht gelöst. Lassen Sie uns die Untersuchung abwarten.”

Nach dem Absturz ermittelt jetzt die indonesische Luftverkehrsaufsicht KNKT. Staatspräsident Joko Widodo wollte sich zunächst nicht zur Verantwortung der Fluggesellschaft äußern. “Jetzt konzentrieren wir uns darauf, den Flugzeugrumpf und die Opfer zu finden”, sagte er am Montagabend in Jakarta. Über eventuelle Maßnahmen gegen Lion Air müsse noch nicht gesprochen werden.

Das Flugzeug war seit Mitte August in Betrieb und hatte erst 800 Flugstunden hinter sich. Lion Air ist die größte Billigfluglinie des Inselstaats Indonesien, wo der Billigflugsektor wie in ganz Asien boomt. Sie hat noch mehrere andere Boeing 737 MAX 8 in Betrieb.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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1 Kommentar auf "Abgestürzte Maschine der Lion Air hatte technische Probleme"


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Loewe
Loewe
Superredner
18 Tage 12 h

Schade.

Mein Beileid allen Angehörigen und Freunden der vielen Leute die leider jetzt fehlen.

Ich hoffe, dass solche technischen Fehler nicht mehr passieren werden und dass die Luftfahrt dadurch immer sicherer wird

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