Mögliche Konsequenzen wollte man nicht definieren

Ärztekammer fordert generelle Impfpflicht in Österreich

Mittwoch, 10. April 2019 | 15:53 Uhr

Die Österreichische Ärztekammer fordert eine generelle Impfpflicht bezüglich aller im Österreichischen Impfplan empfohlenen Immunisierungen. Ein entsprechender Beschluss erfolgte am Mittwoch mehrheitlich im Vorstand der Österreichischen Ärztekammer. Auf die Art möglicher Konsequenzen habe sich der Vorstand nicht festgelegt, sagte Hans-Peter Petutschnig, der Sprecher der Ärztekammer, am Mittwoch.

In einem weiteren, ebenfalls mehrheitlich erfolgten Beschluss forderte die Österreichische Ärztekammer außerdem, die Impfbefugnis auf alle Ärzte mit jus practicandi zum Arzt für Allgemeinmedizin oder Facharzt auszuweiten. Damit würde die Fachbeschränkung der Impfbefugnis für Kinder- und Jugendärzte auf unter 18-Jährige wegfallen und Kinderärzten wäre es zukünftig möglich, begleitende Angehörige gleich mitzuimpfen.

Einen entsprechenden Änderungsantrag zum Ärztegesetz an den Gesetzgeber will man demnächst einbringen: Unmittelbar nach Ostern werde es ein Gespräch zwischen Ärztekammer und Gesundheitsministerium geben, bei dem die Ärztekammer auch das Thema Impfpflicht vorbringen wird, so der Sprecher.

Bis 3. April hat es in Österreich heuer bereits 60 Masern-Fälle gegeben. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2018 waren es österreichweit insgesamt 77 Masern-Fallmeldungen gewesen, geht aus Daten der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) hervor.

Im Vorjahr waren alle Bundesländer betroffen, zwölf Prozent der Fälle standen in Verbindung mit Gesundheitspersonal. Bis zum vergangenen Mittwoch gab es heuer die meisten Erkrankungen mit 36 in der Steiermark. 15 Fälle waren es in Salzburg, vier in Tirol, zwei in Wien. Vorarlberg, Oberösterreich und Niederösterreich registrierten bis 3. April jeweils eine Erkrankung.

Das Gesundheitsministerium rät dazu, dringend den eigenen Impfstatus zu kontrollieren. Ausreichender Schutz besteht nach zwei schriftlich bestätigten Impfungen gegen Masern-Mumps-Röteln oder wenn mittels Antikörperbestimmung nachgewiesen ist, dass ein ausreichender Schutz im Blut vorhanden ist. Fehlende Impfungen können und sollen in jedem Lebensalter nachgeholt werden. Es handelt sich um einen Lebendimpfstoff, darum ist ein “überimpfen” nicht möglich. Der Impfstoff ist für Kinder und Erwachsene an öffentlichen Impfstellen sowie im Rahmen des Kinderimpfprogramms kostenfrei erhältlich.

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz