Verletzter Tourengeher gräbt sich eine Schneehöhle

Ahrntal: Überlebenswunder bei Minus 16 Grad auf 2.700 Metern

Sonntag, 03. April 2022 | 08:57 Uhr

Prettau – Der Ausflug einer Gruppe von Tourengehern am Samstag im hinteren Ahrntal endete mit einem schwierigen Rettungseinsatz und einem Happy End.

Die Freizeitsportler wollten auf die Untere Rötspitze aufsteigen, mussten jedoch wegen schlechter Sichtverhältnisse umkehren. Bei der Abfahrt ins Tal zog sich einer der einheimischen Tourengeher eine Unterschenkelfraktur zu und konnte auf einer Höhe von 2.700 Metern nicht mehr weiter.

Da an dieser Stelle kein Mobilfunknetz vorhanden ist, musste einer seiner Kameraden ins Tal abfahren, um die Einsatzkräfte zu alarmieren. Der Notruf ging schließlich um kurz nach 16.00 Uhr ein.

Die Wetterbedingungen ließen jedoch keinen Start eines Rettungshubschraubers zu. Auch von österreichischer Seite war ein Helikoptereinsatz nicht durchführbar. Daher machte sich die Bergrettung Ahrntal mit drei Trupps zu Fuß über das Windtal auf den Weg zum Verletzten. Die Einsatzzentrale wurde inzwischen bei der Freiwilligen Feuerwehr Prettau eingerichtet. Außerdem musste eine Funkbrücke auf der gegenüberliegenden Seite des Wind- und Röt-Tales eingerichtet werden, um mit den Bergrettern in Kontakt bleiben zu können.

Unterhalb der Lenkjöchelhütte mussten die drei aufsteigenden Bergretter-Trupps aufgrund von Lawinengefahr, der stürmischen Verhältnisse und der schlechten Sicht ihren Einsatz vorerst abbrechen. Dort begegnete ihnen auch der zweite unverletzte Tourengeher. Er war ins Tal abgefahren, da er davon ausging, dass sein Kamerad keinen Notruf habe absetzen können. Damit war der verletzte Tourengeher alleine am Berg.

Freiwillige Feuerwehr Prettau

Bei Einbruch der Dunkelheit konnte schließlich auch der Rettungshubschrauber Auit Alpin starten. Er stationierte sich in Prettau. Bis 1.00 Uhr früh wurden vier Rettungsversuche unternommen, allerdings ohne Erfolg. Der Einsatz wurde in den frühen Morgenstunden wieder aufgenommen. Um 6.50 Uhr nutzte der Aiut Alpin das Wetterfenster und konnte bis zu dem einheimischen Tourengeher auf rund 2.750 Meter aufsteigen. Nach der Ortung wurde der Verletzte mit der Seilwinde geborgen.

Er hatte die Nacht in einer selbst gegrabenen Schneehöhle verbracht und konnte so der Temperatur von Minus 16 Grad im Außenbereich entgehen. Für die Einsatzkräfte grenzt das an ein Wunder, wie die Freiwillige Feuerwehr Prettau erklärt.

Der Patient wurde mit dem Rettungshubschrauber des Aiut Alpin nach der Bergung unterkühlt ins Bozner Krankenhaus zur weiteren Versorgung geflogen.

Neben der Ahrntaler Bergrettung, der Freiwilligen Feuerwehr von Prettau und dem Aiut Alpin Dolomites waren auch die Carabinieri im Einsatz.

Freiwillige Feuerwehr Prettau

Von: luk

Bezirk: Pustertal

Kommentare

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22 Kommentare auf "Ahrntal: Überlebenswunder bei Minus 16 Grad auf 2.700 Metern"


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ebbi
ebbi
Universalgelehrter
1 Monat 21 Tage

Und es gibt sie immer noch, die Typen, die bei so einem Wetter auf fast 3.000 Meter aufsteigen müssen und damit sich selbst und andere in Gefahr bringen. Zum Glück ist es noch mal glimpflich ausgegangen.

PuggaNagga
1 Monat 21 Tage

Jo total spinnet. Daidai. In gonzn tog wor a schiaches wetter. Der Wetterbericht hot zudem a nichts guates verhoasn.

xXx
xXx
Kinig
1 Monat 21 Tage

Man sollte noch erwähnen das diese oberdämliche Aktion an einem Tag statt gefunden hat wo es Landesweit Wetter- und Lawinenwarnungen gab, dass sich dutzende Rettungskräfte in äuserste Gefahr bringen mussten um wiedermal einen dieser I… zu retten.
Trozdem alles gute und gute Genesung und hoffentlich bleibt etwas in den Köpfen hängen.

*Nein, der Unfall ist nicht wegen des Wetters passiert (oder vielleicht doch wegen der Sicht), aber man sollte eine mögliche Rettungsaktion immer im Hinterkopf haben, wenn man sich auf solche Touren begibt.

einesie
einesie
Superredner
1 Monat 21 Tage

guit dassa iboleb hot. i frogmi warum in ollo welt man ban sella wettovohältnisse dou auchnmuss…
bitte großzügige Spende an Bergrettung und andere Retter und gute Besserung

jack
jack
Universalgelehrter
1 Monat 21 Tage

großzugige strafe wolltest du sagen?

AnWin
AnWin
Superredner
1 Monat 20 Tage

…sie meinten sicher saftige Strafe fuer den D….!!!!!!

Stella999
Stella999
Grünschnabel
1 Monat 21 Tage

Wieso muss man das Leben vieler anderer aufs Spiel setzen, wo man ja wusste, welche schlechten Verhältnisse gestern waren? Ich werde das nie verstehen.

hage
hage
Superredner
1 Monat 21 Tage

Guit ausging… obbo ba den wetter gestern a skitour zi mochn….

monia
monia
Tratscher
1 Monat 21 Tage

Diese “Tourengeher” welche bei jedem Wetter auf Teufel komm raus hinauf müssen sind sowieso alle ein ganz “eigenes” Völkchen!

nixischfix
nixischfix
Tratscher
1 Monat 21 Tage

solche Draufgänger gibt es zum Glück nicht so viele. Die meisten sind umsichtig, dennoch denke ich hat er nun verstanden was er mit dieser Aktion geleistet hat, Zeit zum Nachdenken hatte er bis zur Rettung genügend! Ich wünsche ihm jedenfalls alles gute und ein Biwaksack sollte obligatorisch dabei sein, speziell für solche Notfälle…

OrB
OrB
Universalgelehrter
1 Monat 21 Tage

Bravo bei solchen Wetterverhältnissen Touren gehen.
Verantwortungslos!

gutergeist
gutergeist
Tratscher
1 Monat 21 Tage

Rettugseinsatz vollständig bezahlen. Lob und Respekt allen Rettungskräften!

soistes
soistes
Grünschnabel
1 Monat 21 Tage

Sämtliche Spesen/Ausgaben sollten diese 3 selbst bezahlen müssen. Das Wetter bzw. der Bericht sowie die Schneesituation war wirklich nicht dazu geeignet eine solche Tour zu unternehmen. Ein logisch denken oder etwas Hausverstand ist denen wohl abhanden  gekommen!! Ohne Versstand

Mikeman
Mikeman
Kinig
1 Monat 21 Tage

Alles bis zum letzten € zahlen machen und ne Strafe obendrein ansonsten werden die Leute nicht gscheiter,alle Diskussionen diesbezüglich sind seit 
Jahren rein für die Katz.

Stella999
Stella999
Grünschnabel
1 Monat 21 Tage

Mich würde mal interessieren, welches Argument hier die Minusdrücker haben, Minus zu drücken 🤔

EviB
EviB
Superredner
1 Monat 21 Tage

Stwlla
werden wohl Tourengeher sein…

Stella999
Stella999
Grünschnabel
1 Monat 20 Tage

@EviB Tourengeher können auch eine Einstellung wie NanuNana haben, denn das sind Sportler mit Verstand

Dolomiticus
Dolomiticus
Universalgelehrter
1 Monat 21 Tage

Jetzt publiziert man Vor- und Nachnamen von den Frauen des Elternmörders, von irgendwelchen Quarantänebrechern und von Gewaltopfern. Jene dieser verantwortungslosen Typen, die bei diesen Verhältnissen auf die Untere Rötspitze gehen und Dutzende Bergretter potentiell in Gefahr bringen, werden wir wohl eher nur über 10 Ecken erfahren, sofern wir eine/n Bekannten im Ahrntal haben. Genau diese sollten mit Namen und Fotos in die Zeitungen geknallt werden, damit ein Exempel statuiert wird. Nur gut, dass die Eisatzleiter davon abgesehen haben, ihre Leute in Lebensgefahr zu schicken und in Kauf genommen haben, dass der da oben erfriert. Hätte er dann halt Pech gehabt.

NanuNana
NanuNana
Tratscher
1 Monat 21 Tage
I deknmo des sein sicho erfohrene Tourngeha giwessn wosn muan dassze ihra Hausberge decht in und auswendig kenn und nua pa jedn Wetto gian missn. A wenns die Sicht no zuigilot hot konn ginau so epas passiern, dassman sich wea tut und wegn in Wetto a Suiche unmeglich isch. I hoff de hom draus gilernt und ibolegn sich is negstimo 3mo obse pa so an Wetto gian…. i bin selbo leidnschoflicha Tourngianarin obo scholtit decht amo enkon Vostond in. Man muss net um jedn Preis afn Berg. De Bergretta hom a olla Familie!!! A gruaßis Donkschian in olla Ehrnomtlicha und… Weiterlesen »
Wunder
Wunder
Grünschnabel
1 Monat 21 Tage

Wieder einmal BRAVO die Rettungskräfte!!!
…und eine Standpauke für den fahrlässigen Tourengeher, der Ander in Gefahr bringt. Wozu???

Einheimischer
Einheimischer
Superredner
1 Monat 21 Tage

Danke allen Bergretern und Helfern…
Die zum Teil auch durch die Rettungseinätze in sehr schwierige Lage geraten…
Eine gute Genesung dem Verletzten..

Wunder
Wunder
Grünschnabel
1 Monat 21 Tage

…andere..

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