Jährlich mehr als 76.000 Wildunfälle in Österreich

Alle sieben Minuten ereignet sich ein Wildunfall

Montag, 15. Oktober 2018 | 11:25 Uhr

In Österreich ereignen sich jährlich mehr als 76.000 Wildunfälle, statistisch gesehen einer alle sieben Minuten. 2017 wurden nach Angaben des Versicherungsverbands (VVO) 310 Menschen bei solchen Verkehrsunfällen verletzt.

Der Verband, das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und der Dachverband Jagd mahnten in einer Aussendung am Montag zu besonderer Achtsamkeit und in Wildwechselzonen die Geschwindigkeit anzupassen. Eine vom KFV durchgeführte Analyse ergab, dass drei Viertel der Wildunfälle mit Personenschaden auf Landstraßen geschehen, ein Fünftel auf Gemeindestraßen.

Zwei Drittel der verunglückten Personen waren im Durchschnitt der vergangenen Jahre männlich, 45 Prozent von ihnen sind Leute im Alter von 15 bis 24 Jahren. “Das ist ein bemerkenswert großer Anteil und lässt sich auf geringere Fahrerfahrung sowie geringere Schutzfunktion z. B. durch ein Moped zurückführen”, hieß es in der Aussendung.

“Neben erhöhter Wachsamkeit ist es wichtig, die Fahrgeschwindigkeit entsprechend anzupassen. KFV-Messungen haben gezeigt, dass die Fahrgeschwindigkeit nicht bzw. nur gering um ein bis vier km/h reduziert wird, selbst wenn Wildtiere schon in einem Feld neben der Straße stehen”, sagte KFV-Direktor Othmar Thann.

“Die Wucht, mit der ein Rothirsch bei Tempo 60 auf ein Auto aufprallt, entspricht etwa dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefanten. Besondere Aufmerksamkeit ist auf Straßen entlang von Waldrändern und vegetationsreichen Feldern geboten. Die meisten Wildunfälle ereignen sich in den frühen Morgen- und späten Abendstunden”, wurde Klaus Schachenhofer, Generalsekretär des Dachverbands “Jagd Österreich”, in der Aussendung zitiert.

Wenn ein Zusammenstoß mit einem Wildtier unvermeidlich ist, sollte stark gebremst und das Lenkrad festgehalten werden. Wenn der Fahrer richtig reagiert, ist die Verletzungsgefahr für die Autoinsassen geringer. Ein Ausweichmanöver ist nicht zu empfehlen, denn ein solches ist weitaus riskanter als ein Zusammenstoß mit dem Tier. Nach dem Unfall muss die Gefahrenstelle unverzüglich abgesichert und die Exekutive verständigt werden. Die Nichtmeldung eines Sachschadens ist strafbar.

Von: apa

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