US-Studie mit BioNTech- und Moderna-Vakzinen

Anaphylaktische Reaktionen auf mRNA-Impfstoffe extrem selten

Mittwoch, 10. März 2021 | 06:00 Uhr

Das ist die bisher genaueste geplante Untersuchung zu schweren allergischen Reaktionen auf mRNA-SARS-CoV-2-Impfstoffe: Wissenschafter vom Massachusetts General Hospital und vom Women’s and Brigham Spital in Boston (USA) haben die allergischen Reaktionen bei mehr als 60.000 Beschäftigen der Krankenhäuser abgefragt. Die Häufigkeit anaphylaktischer Reaktionen betrug 0,027 Prozent bei der BioNTech-Vakzine und 0,023 Prozent nach Verabreichung des Moderna-Impfstoffes.

“In dieser prospektiven Kohorte von Beschäftigten im Gesundheitswesen hatten 98 Prozent überhaupt keine allergischen Symptome nach der Impfung mit einer mRNA-Vakzine. Die restlichen zwei Prozent berichteten von allergischen Reaktionen, dabei traten schwere Symptome (Anaphylaxie) mit einer Rate von 2,47 pro 10.000 Impfungen auf”, schrieben jetzt Kimberly Blumenthal und die Co-Auoren in der Zeitschrift der amerikanischen Ärztevereinigung (JAMA; 8. März).

Die Wissenschafter baten die Angestellten der beiden US-Spitzenklinken, ihre Erfahrungen mit Impfreaktionen auf die erste Dosis von mRNA-Vakzinen gegen Covid-19 innerhalb von drei Tagen nach der Immunisierung aufzuzeichnen. Es ging dabei um Juckreiz, Hautrötungen, Schwellungen oder Atembeschwerden. Insbesondere wurde auf die Analyse von potenziell anaphylaktischen Reaktionen – also vor allem schweren sofortigen allergischen Symptomen mit Kreislaufkollaps als Leitsymptom – geachtet. Hier schalteten sich bei der Bewertung auch Allergologen der Spitäler ein.

Die Ergebnisse sprechen für eine extrem hohe Sicherheit der Vakzine von Pfizer/BioNTech und Moderna. “Akute allergische Reaktionen wurden von 1.365 Angestellten (2,1 Prozent) berichtet”, schreiben die Autoren. Die Häufigkeit solcher leichter Symptome lag mit der Pfizer/BioNTech-Vakzine bei 1,95 Prozent, mit jener von Moderna bei 2,2 Prozent der Immunisierten. Dieser Unterschied war statistisch signifikant.

Bei den anaphylaktischen Reaktionen zeigte sich eine Häufigkeit (sieben Fälle) von 0,027 Prozent mit der Pfizer/BioNTech-Vakzine. Mit dem Moderna-Impfstoff (neun Fälle) gab es eine Häufigkeit von 0,023 Prozent. Ein Patient von insgesamt 64.900 musste kurzfristig in eine Intensivstation gebracht werden. Alle Betroffenen erholten sich ohne invasive Intervention, 56 Prozent (neun Patienten) bekamen das bei Anaphylaxie wichtigste Notfallmedikament, Adrenalin. 63 Prozent der Anaphylaxie-Betroffenen waren vor der Impfung als Allergiker bekannt, 31 Prozent (fünf Patienten) hatten zuvor schon einmal einen anaphylaktischen Schock erlitten.

Die Wissenschafter: “Die gesamte Häufigkeit von Anaphylaxie auf mRNA-Vakzine bleibt extrem gering …”. Das entspreche der Häufigkeit bei anderen medizinischen Anwendungen. Darunter wäre die Einnahme sonstiger zugelassener Medikamente zu verstehen. Laut den Statistiken der Allergologen werden fast 60 Prozent anaphylaktischer Reaktionen durch echte Nahrungsmittelallergien ausgelöst. 26 Prozent entfallen auf Insektenstiche (Bienengift-Allergie). Da schwere allergische Reaktionen auf Impfungen sehr schnell auftreten, sollten immunisierte Personen kurz beobachtet werden. In Boston traten die anaphylaktischen Reaktionen im Durchschnitt 17 Minuten nach der Impfung auf.

Von: apa

Kommentare

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10 Kommentare auf "Anaphylaktische Reaktionen auf mRNA-Impfstoffe extrem selten"


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honsi
honsi
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Solche Studien belegen doch, dass man sich mitten in der Studienphase befindet, ansonsten waren sie ja nicht notwendig. Wie kann man dann behaupten der Impfstoff sei sicher, wenn man erst Daten auswertet. Bei Astra Zeneca häufen sich die Fälle mit Komplikationen, aber der Impfstoff ist sicher?
https://www.heute.at/s/weitere-faelle-in-eu-droht-astrazeneca-aus-in-europa-100131666

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 2 Tage

Glaubst du, über Aspirin werden aktuell keine Studien durchgeführt?
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Acetylsalicyls%E4ure
https://www.swr.de/wissen/aspirin-als-heilmittel-bei-covid-19-100.html
https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/klinische-studie-zur-wirkung-von-aspirin-und-oder-metformin-bei-der-tertiaren-pravention-6017.php

Nein, Studien werden laufend durchgeführt, das hat wenig mit Notwendigkeit zu tun.

DIESE Studie belegt, dass die Zahlen aus den Tests auch bei der Massenanwendung zutreffen. Alles andere kann man reininterpretieren, falls man das lustig findet.

Der Impfstoff von Biontech ist nach aktuellem Wissensstand in der Anwendung einer der sichersten Impfstoffe, die es je gegeben hat. DIe Nebenwirkungen sind so gering wie sonst nur selten.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 2 Tage

Das Astra-Zeugs sehe ich mit gemischten Gefühlen, aber das “Häufen” der Fälle ist zwar sehr gering, wenn man bedenkt, wie viele Dosen verabreicht wurden. Es entspricht im Großen und Ganzen dem, was man von anderen Impfstoffen aus der Vergangenheit kennt.
Hier greift wohl das “besser als nicht zu impfen” Prinzip.

Joo
Joo
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Noch der Logik isch jedes Medikament in dor Geschichte der Menschheit no in dor testphase

Zugspitze947
1 Monat 2 Tage

honsi: du verstehst nur Bahnhof !!!!!!!!! Man wertet IMMER aus auch nach der Zulassung um alles über die Reaktionen bei den Mutanten usw zu erfahren ! Wir sind froh dass die Medizinforschung in Europa besonders in Deutschland so gut ist damit man sich darauf verlassen kann ! NUR DAS BESTE ist gut genug für Uns ,ich bin froh wenn ich diesen Impfstoff bekomme ❤

Zugspitze947
1 Monat 2 Tage

@Neumi  perfekt =Danke 😊 Also wer immer noch Impfverweigerer ist soll sich Zuhause einschliessen denn der Impfpass wird kommen und das ist gut so.  😜

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

@Neumi

Obr leidr hot die EU beschlossen, den großteil der Bevölkerung mit dem billigen zweifelhaften Astra Zeugs zu verimpfen!
Jede Wette,von den Politiker in Brüssel wird kaum einer mit Astra geimpft!

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 2 Tage

@Dagobert Ja, das will mir auch nicht in den Sinn. Klar, selbst 60% Immunität und ein fast garantierter milder Verlauf beim Rest sind besser als nichts. Aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, man hätte auf das falsche Pferd gesetzt.

Reader
Reader
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

“Haare in der Suppe extrem selten” Kalt, fettig, salzig, dünn, sauer usw. kann sie aber auch sein. Heiß wird sie aber meistens serviert, gessen aber meist nie so heiß wie serviert, deswegen checkt man zuerst ab, bevor man sie reinlöffelt. Logische Schlussfolgerung und dafür muss man erst mal selber überlegen, genauso wie ich auf die Inhaltsangabe eines Produktes schaue wenn ich gegen Erdnüsse allergisch reagiere. Denken oder nicht denken kann man niemandem verbieten, die folgen muss jeder selber tragen.

Smirre15
Smirre15
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Es kann bei jedem Medikament zu solchen Reaktionen kommen, sogar bei gewissen Lebensmitteln oder sonstigen Stoffen. Dafür einen Aufhänger zu suchen braucht es nicht. Wichtiger wäre eine klare definierte Auskunft und Aufklärung und nicht dieses zur Zeit sehr einseitige Informationswesen

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