Der 18-jährige Tatverdächtige muss sich vor Gericht verantworten

Anklage nach Schuss vor Schule in Mistelbach

Donnerstag, 23. August 2018 | 12:20 Uhr

Nach einem Schuss vor einer Schule in Mistelbach im Mai wird sich der Tatverdächtige wegen mehrfachen versuchten Mordes am Landesgericht Korneuburg verantworten müssen. Die Anklage sei vorige Woche eingebracht worden, sagte Staatsanwalt Friedrich Köhl am Donnerstag und bestätigte entsprechende Medienberichte. Der 18-Jährige hatte damals gestanden, einen Amoklauf geplant zu haben.

Der Grundwehrdiener hatte vor dem Schulzentrum einen 19-Jährigen mit einer Schrotflinte angeschossen. Wegen Versagens der Waffe aufgrund einer Hemmung warf er diese weg und lief davon. Eine Alarmfahndung verlief negativ. Der 18-Jährige stellte sich noch am selben Abend der Polizei und wurde in U-Haft genommen. Er hatte sich nach damaligen Angaben mit Massakern in US-Schulen beschäftigt und wollte demnach eine derartige Tat in der Schule in Mistelbach, wo er ein Semester lang Schüler war, begehen.

“Allgemeine Lebensunzufriedenheit” schrieb der “Kurier” nun zum Motiv, das der Grundwehrdiener der psychiatrischen Gutachterin genannt habe. Er habe sich von allen schlecht behandelt gefühlt und sich rächen wollen.

Der Expertise zufolge war der Verdächtige zurechnungsfähig, bestätigte Köhl. Laut der “Kronen Zeitung” seien dem jungen Mann eine massive Persönlichkeitsstörung und hohe Gefährlichkeit attestiert worden, weshalb er in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen werden könnte. Im Falle eines Schuldspruchs drohen ihm, da der Strafrahmen für junge Erwachsene gilt, bis zu 15 Jahre Haft. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest, zunächst sei die 14-tägige Einspruchsfrist abzuwarten, hieß es.

Von: apa