Der AstraZeneca-Impfstoff wird ab Montag in Großbritannien verabreicht

AstraZeneca-Impfungen starten in Großbritannien

Montag, 04. Januar 2021 | 12:52 Uhr

Vor dem Hintergrund rasant steigender Infektionszahlen hat Großbritannien am Montag nun auch mit der Impfung des AstraZeneca-Vakzins begonnen. Allerdings äußerten Wissenschafter Zweifel an der Wirksamkeit der bisherigen Impfstoffe gegen die in Südafrika entdeckte Variante des Coronavirus. Gegen die britische Mutation B.1.1.7, die deutlich ansteckender ist als das bisher bekannte Coronavirus, sollen die Impfstoffe allerdings wirken.

Als Erster erhielt am Montag der 82-jähriger Dialysepatient Brian Pinker die Spritze mit dem neuen Corona-Mittel – in einem Krankenhaus, das nur wenige hundert Meter von dem Ort entfernt liegt, an dem der Impfstoff von AstraZeneca und der Universität Oxford entwickelt wurde. In Großbritannien wird bereits das Vakzin der deutschen Firma Biontech und des US-Pharmakonzerns Pfizer verabreicht.

“Es ist ein Triumph der britischen Wissenschaft, dass wir es geschafft haben, dorthin zu kommen, wo wir jetzt stehen”, sagte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock dem Fernsehsender Sky. Über eine Million Dosen seien in Großbritannien bereits verimpft worden, das sei mehr als im Rest Europas zusammen. Die Regierung hat sich 100 Millionen Dosen des Astrazeneca-Mittels gesichert, das nicht auf so niedrige Temperaturen wie das Biontech-Mittel gekühlt werden muss und damit leichter zu lagern ist. Hancock mahnte die Bevölkerung aber angesichts noch begrenzter Impfstoff-Verfügbarkeit zu Geduld. “Er kann nicht schneller verabreicht werden, als er geliefert wird. Das ist im Moment die Herausforderung”, sagte er zu Times Radio.

Der Gesundheitsminister warnte auch vor einem großen Risiko durch die in Südafrika aufgetretene Coronavirus-Variante. Diese Mutation sei ein “sehr signifikantes Problem” und sogar ein noch größeres Problem als die hochinfektiöse britische Variante, sagte er der BBC. Er sei “unglaublich besorgt” deswegen. Daher beschränke Großbritannien die Flüge aus Südafrika. Ein Grund für die Besorgnis sei, dass Wissenschafter nicht überzeugt seien, dass die Impfstoffe gegen die südafrikanische Variante genauso wirkten wie gegen die britische, berichtete ITV unter Berufung auf einen nicht genannten Berater der Regierung.

Auf die Frage, ob die Regierung einen neuen nationalen Lockdown erwäge, antwortete Gesundheitsminister Hancock: “Wir schließen nichts aus.” In einigen Landesteilen gelte erst die dritte der insgesamt vier Stufen der Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Dies funktioniere offenkundig nicht.

Ähnlich hat sich bereits am Sonntag Premierminister Boris Johnson in der BBC geäußert. “Es gibt offensichtlich eine Reihe härterer Maßnahmen, die wir erwägen müssen. … Ich werde jetzt nicht darüber spekulieren, wie diese aussehen könnten.” Johnson bestimmt die Corona-Maßnahmen in England, während in Wales, Schottland und Nordirland die dortigen Regierungen verantwortlich sind.

Von: APA/ag.

Kommentare

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11 Kommentare auf "AstraZeneca-Impfungen starten in Großbritannien"


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sophie
sophie
Universalgelehrter
23 Tage 10 h

Die sind alle schneller als Italien. Und in Italien auch wenn sie den Impfstoff hanen, sind sie nicht imstande endlich mal mit den Impfungen los zu starten

Faktenchecker
23 Tage 6 h

Kannst es schneller haben:

Großbritannien verimpft einen unsicheren Impfstoff mit Not !! Zulassung!

EviB
EviB
Tratscher
23 Tage 3 h

@Faktenchecker
ah ja? welchen denn?

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
23 Tage 10 h

Großbritannien ist ohne EU schneller, bei den hohen Infektionszahlen bleibt wohl auch nichts übrig als schnell zu impfen. Trauriges Italien was zu wenig Impfdosen bestellt und dann noch zu langsam impft…

Faktenchecker
23 Tage 6 h

Großbritannien verimpft einen unsicheren Impfstoff mit Not !! Zulassung!

Chrys
Chrys
Grünschnabel
23 Tage 8 h
Ehrlich gesagt sollte man bei all der Kritik auch objektiv sein. Im Frühjahr 2020 warf man den Politikern vor sie hätten es versäumt Masken und Schutzkleidung, rechtzeitig und in genügender Anzahl su kaufen.  Worauf hin jeder Staat/Region/Provinz zu jedem Preis einkaufte. Kaum hatte sich die Notsituation gelegt kamen dann die Rechnungshöfe/Staatsanwaltschaften angelaufen und haben Verfahren eingeleitet weil Geld veruntreut wurde, ohne Ausschreibungen und teilweise von Verwandten/Freunden eingekauft wurde usw.  Jetzt geht das selbe los. Man sollte bei jeder Firma Millionen von Impfdosen kaufen, weit mehr als eigentlich benötigt, denn man weiß ja nicht, welche Impfung zugelassen werden. Preis jetzt egal,… Weiterlesen »
Guri
Guri
Superredner
23 Tage 10 h

dort ist man viel weiter , 6000 Dosen bei uns die Woche , so Dauer es noch Minimum ein Jahr !

EviB
EviB
Tratscher
23 Tage 7 h

Guri
ich glaube, es wird signifikant besser, wenn mal die Risikogruppen durchgeimpft sind.
Zudem schätzen Forscher aus Innsbruck, dass in Südtirol bereits 100.000 bis 150.000 Menschen immun sind.
Somit würde es kein Jahr mehr bis zu einer Entspannumg dauern.
Hoffentlich 🤞🏻

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
23 Tage 11 h
Nun denn. Es wird überlegt die zweite Impfdosis “solle innerhalb von zwölf statt der ursprünglich vorgesehenen etwa zwei bis vier Wochen gespritzt werden.” und “mit einer möglichen Vermischung der Impfstoffe, will Großbritannien schneller impfen, berichtete die “New York Times”. Wenn eine zweite Dosis des Impfstoffs, den ein Patient ursprünglich erhalten hat, nicht verfügbar ist, kann ein anderer Impfstoff verwendet werden, so die britischen Gesundheitsbehörden… Es gibt keinerlei Daten zu dieser Idee”, sagte John Moore, ein Impfstoffexperte an der Cornell University, der “New York Times”. Beamte in Großbritannien “scheinen die Wissenschaft jetzt komplett aufgegeben zu haben und versuchen nur, sich aus einem… Weiterlesen »
Faktenchecker
23 Tage 6 h

Damit wird die endgültige Zulassung des Impfstoffs in Frage gestellt.

Wenn dadurch Resistenzen entstehen Gnade uns Gott.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
23 Tage 4 h

§ 2 – Et kütt wie et kütt.
§ 3 – Et hätt noch immer jot jejange.

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