Aufräumarbeiten in Treffen

Aufräumarbeiten in Kärntner Katastrophengebiet angelaufen

Donnerstag, 30. Juni 2022 | 16:54 Uhr

Die Aufräumarbeiten in den von schweren Unwettern betroffenen Kärntner Gemeinden Treffen und Arriach sind am Donnerstag mit Unterstützung eines neu eingesetzten Katastrophenzugs der Feuerwehr wieder voll angelaufen. Der Fokus lag auf der Wiederherstellung der wichtigsten Infrastruktur. Arriach war weiter von der Außenwelt abgeschnitten. Die Stromversorgung wurde teilweise wieder hergestellt. Am Nachmittag waren noch 350 Haushalte ohne Strom, bis zum Abend sollen es 150 sein.

Arriach war weiterhin nur mit dem Hubschrauber erreichbar. An einer Straßenverbindung für die Einsatzkräfte von Himmelberg aus wurde gearbeitet. Zivilpersonen und Schaulustige erschwerten jedoch die Arbeiten, sagte Bürgermeister Gerald Ebner (FPÖ) zur APA, indem sie die Wege benutzen, die derzeit den Einsatzfahrzeugen vorbehalten sind. Die Zivilschutzwarnung für Arriach bleibt weiter aufrecht. Das bedeutet, dass die Menschen in ihren Häusern bleiben sollen.

Die Schadenserkundung in Arriach sei nun abgeschlossen, sagte Bürgermeister Ebner. “Wir versuchen jetzt, die eingeschlossenen Häuser und Bauernhöfe zu erschließen.” Sehr positiv sei, dass am Donnerstag 80 Prozent der Gemeinde wieder mit Strom versorgt wurden. Aber: “Wir haben einige Häuser, die bis unters Dach unter Schlamm stehen.” Die Menschen wurden in Beherbergungsbetrieben oder bei Nachbarn untergebracht. Die Schäden in Arriach liegen im zweistelligen Millionenbereich, schätzt der Bürgermeister.

In Treffen könnte der Zivilschutzalarm teilweise wieder aufgehoben werden, darüber berate man noch, sagte Bezirkshauptmann Bernd Riepan. Die Wasserversorgung läuft noch nicht überall wieder. Es wurde ein Wassertank aufgestellt, bei dem sich die Menschen bedienen können. Zu den Problemen beim Errichten einer Behelfsstraße nach Arriach sagte Riepan, dass die Polizei Feldkirchen nun für geregelten Betrieb sorgen werde. Es sei sehr schwierig eine Straße zu errichten, die auch schwere Fahrzeuge wie Tieflader befahren können. “Aber wir arbeiten hart und versuchen, eine Lösung zustande zu bekommen.” Es laufen auch Erkundungen, ob die Buchholzer Landesstraße, die auch beschädigt ist, repariert und ausreichend befestigt werden könnte. Der Durchstich bei der Millstätter Straße (B98) zwischen Treffen und Afritz wird für Freitag erwartet.

Am Freitag findet auch eine außerordentliche Sitzung der Kärntner Landesregierung statt, zu der außerdem die Oppositionsparteien eingeladen werden. Es geht um Hilfen für die von dem verheerenden Unwetter betroffene Region. Unterdessen liefen auch verschiedene Spenden- und Unterstützungsaktionen an. Beispielsweise bietet die Arbeiterkammer Mitgliedern zinsfreie Darlehen an, die Gemeinde Arriach hat selbst eine Spendenaktion auf ihrer Website gestartet.

Heftige Unwetter mit enormen Niederschlagsmengen hatten in der Nacht auf Mittwoch für Überschwemmungen und Murenabgänge im Bezirk Villach-Land gesorgt. Hauptbetroffen waren das Gegendtal mit der Gemeinde Treffen am Ossiacher See und die Gemeinde Arriach. In Treffen gab es ein Todesopfer. Ein 82-Jähriger wurde vor seinem Haus im Ortskern von einer Mure 300 Meter weit mitgerissen. Am Mittwochnachmittag fanden die Einsatzkräfte den leblosen Körper in den Geröllmassen.

Von: apa

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