Aufräumarbeiten in Rattendorf

Aufräumarbeiten nach Hochwasser und Sturm in Kärnten

Mittwoch, 31. Oktober 2018 | 15:45 Uhr

Nach massiven Unwettern mit Starkregen, Föhnsturm und Hochwasser ist der Mittwoch in Kärnten im Zeichen von Aufräumarbeiten gestanden. Das Bundesheer war ebenso weiter im Einsatz wie Feuerwehren und freiwillige Helfer. Am Nachmittag wurde der Zivilschutzalarm aufgehoben. Einzelne Ortschaften und vor allem das Lesachtal waren weiterhin über Straßen nicht allgemein erreichbar.

Die Pegelstände der Flüsse gingen am Mittwoch deutlich zurück und befanden sich mehr oder weniger im Normalbereich bzw. im Bereich leichten Hochwassers. Das Wetter war zunächst trocken, allerdings sagte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) für den Donnerstag erneut Regenfälle vorher, die vor allem im Bereich der Karnischen Alpen wieder für Probleme sorgen könnten. Vor allem Murenabgänge durch das aufgeweichte Erdreich wurden befürchtet.

Bei der Stromversorgung hoffte der Energieversorger Kelag, die meisten Schäden bis zum Abend beheben zu können. Zu Mittag waren noch rund 1.500 Haushalte ohne Strom, sagte ein Sprecher zur APA. Die Leitung ins Lesachtal wurde durch die Unwetter gravierend beschädigt. Aktuell wird dort eine provisorische Stromversorgung mit Notstromaggregaten aufgebaut. Über diese sollten auch hier die meisten Kunden bis zum Abend wieder Elektrizität in ihren Häusern haben, hieß es.

Die Politik versprach der Bevölkerung rasche Hilfe – etwa durch den Katastrophenfonds. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) traten am Vormittag nach einer Sitzung des Krisenstabs vor die Presse. Das Gesamtausmaß der Schäden sei enorm, die Höhe derzeit aber noch nicht absehbar. Nun gelte es, so schnell wie möglich wieder Normalität herzustellen. Straßenbaulandesrat Martin Gruber (ÖVP) versprach, man werde alles Mögliche tun, um das derzeit abgeschnittene Lesachtal wieder am Straßenweg erreichbar zu machen.

Die Lage in Osttirol hat sich laut Bezirkshauptfrau Olga Reisner ebenfalls beruhigt. Nach wie vor standen Hunderte Einsatzkräfte im ganzen Bezirk im Einsatz, um Straßenabschnitte und Hänge zu sichern, Murenmaterial zu beseitigen und umgewehte Bäume zu entfernen. Kurz vor Mittag verzeichnete die Tinetz bei 32 Trafostationen in neun Osttiroler Gemeinden Störfälle. Die Experten arbeiteten an der Behebung.

Verkehrseinschränkungen gab es nach Felsstürzen in Sölden und Vent im Ötztal sowie in Tux im Zillertal. Die Aufräum- und Sicherungsarbeiten auf der Ötztal Straße (B186) würden den ganzen Tag andauern. Rund um den betroffenen Bereich gebe es aber eine Umfahrungsmöglichkeit für Pkw und Fahrzeuge bis maximal 2,5 Tonnen, hieß es “Der Normalverkehr soll ab heute, Mittwoch, 18.00 Uhr wieder aufgenommen werden können”, so die Landesgeologen nach einem Erkundungsflug.

Die Venter Straße (L240) bleibe nach einem Felssturz zwischen Zwieselstein und Vent vorläufig gesperrt. Die Straße soll im Laufe des Tages wieder frei befahrbar sein, hieß es. Aus Sicherheitsgründen werde die L240 allerdings in den kommenden Tagen ab Einbruch der Dunkelheit gesperrt.

Nach einem Murenabgang im Ortsteil Madseit der Gemeinde Tux musste die Tuxer Landesstraße (L6) ebenfalls über Nacht gesperrt werden. Seit 5.00 Uhr werde der Verkehr im Schadensbereich durch Verkehrsposten einspurig geregelt. Ob die L6 auch erneut in der Nacht gesperrt werden muss, hänge vom Fortgang der Sicherungsarbeiten und der aktuellen Wetterlage ab.

Von: apa

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