Mehrere Pkw wurden beschädigt

Aufräumarbeiten nach neuerlichen Murenabgängen in Tirol

Mittwoch, 09. August 2017 | 16:23 Uhr

Neuerlich haben Unwetter in der Nacht auf Mittwoch für Murenabgänge und Schäden in Tirol gesorgt. Betroffen waren das Oberland und der Bezirk Innsbruck-Land. Unter anderem musste die Brennerstraße (B182) und die Sellrainstraße (L13) nach Erdrutschen gesperrt werden. Unterbrochen war auch die Brennerbahnstrecke zwischen Innsbruck und Matrei. Im Gschnitztal erfasste eine Mure mehrere Fahrzeuge.

Meldungen über Verletzte gab es vorerst keine. Die Einsatzkräfte waren am Mittwoch mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Unter anderem mussten etwa in Gschnitz mehrere Keller ausgepumpt sowie Auffangbecken der Wildbach- und Lawinenverbauung von Geröll und Schlamm befreit werden. In Sellrain wurde die Sellraintalstraße von Schotter und Erdreich gesäubert.

In St. Leonhard im Pitztal (Bezirk Imst) hatte sich gegen 6.00 Uhr auf der Gemeindestraße zwischen den Weilern Grüble und Egg ein massiver Steinschlag ereignet. Nach den heftigen Regenfällen in der Nacht löste sich ein rund acht Kubikmeter großer Felsbrocken oberhalb der Straße im Waldbereich und donnerte zu Tal.

Der Fels durchschlug dabei das Steinschlagnetz und landete auf der darunter befindlichen Gemeindestraße, die dadurch massiv beschädigt wurde. Unterhalb der Gemeindestraße befinden sich laut Polizei mehrere Häuser, die glücklicherweise verschont blieben.

In Nassereith (ebenfalls Bezirk Imst) deckten Sturmböen während eines Gewitters das Dach eines Hauses ab, wodurch mehrere Pkw demoliert wurden. Zudem wurde eine Hochspannungsleitung beschädigt, was zu Stromausfällen führte. In Mieders und in Schönberg war das Leitungswasser laut Medienberichten wegen der Unwetter vom Wochenende derzeit nicht genießbar. Schwemmmaterial war in die Wasserversorgung geraten.

In den Salzburger Gebirgsgauen wurde das Bundesheer nach den heftigen Unwettern mit zahlreichen Vermurungen zu einem weiteren Assistenzeinsatz gerufen. Rund zehn Pioniere helfen am Donnerstag in Fusch an der Glocknerstraße (Pinzgau) mit Unterstützung eines Black-Hawk-Hubschraubers bei der Beseitigung einer massiven Verklausung, die mehrere Häuser gefährdet. Der zweite Assistenzeinsatz nach den Unwettern vom Wochenende wurde nun von der Bezirkshauptmannschaft Zell am See angefordert.

In Großarl sind bereits seit Wochenbeginn rund 40 Soldaten der Krobatin-Kaserne mit Aufräumarbeiten nach Murenabgängen beschäftigt. Im Schiedgraben muss ein Haus und ein Nebengebäude von den Schlammmassen freigeschaufelt werden. Die Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau hatte um den Assistenzeinsatz ersucht.

Auch in der Obersteiermark wird das Bundesheer mit weiteren Soldaten in den Katastrophengebieten Oberwölz, Oberzeiring und im hinteren Triebental aushelfen. Am Donnerstagnachmittag sollen rund 80 Pioniere vom Pionierbataillon 2 aus Salzburg mit schweren Maschinen im Unwettergebiet eintreffen, teilte das Militärkommando Steiermark am Mittwoch mit. Nach der zusätzlichen Aufstockung werden ab Donnerstag insgesamt rund 220 Soldaten in den Katastrophengebieten in der Steiermark im Einsatz sein.

Von: apa

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