Ein Teil der Straße wurde auf rund 50 Metern Länge weggespült

Aufräumarbeiten nach Unwetter im Salzburger Glemmtal

Freitag, 24. August 2018 | 17:44 Uhr

Über dem Bundesland Salzburg sind am Donnerstagabend schwere Unwetter niedergegangen. Besonders betroffen war das Glemmtal im Pinzgau, wo die Straße in den Talschluss durch Muren und eine Sturzflut unpassierbar wurde. Rund 250 Menschen waren wegen einer weggespülten Straßen von der Außenwelt abgeschlossen, am Freitagnachmittag war die Straße vorübergehend wieder passierbar.

Die teilweise weggespülte Straße wurde um 15.00 Uhr für eine halbe Stunde geöffnet, um Gästen und Bewohnern die Möglichkeit zu bieten, den Talschluss zu verlassen. “Dabei durften die Fahrzeuge nur heraus fahren”, sagte der Pinzgauer Bezirksfeuerwehrkommandant Franz Fritzenwanger zur APA.

“Wir wollen, dass die Reparaturarbeiten so schnell und ungehindert wie möglich weitergeführt werden können.” Wie das Landesmedienzentrum sagte, konnten alle Fahrzeuge problemlos die beschädigte Stelle passieren. Die meisten Autos seien dabei Urlauber-Pkw mit ausländischen Kennzeichen gewesen. Gegen 19.00 Uhr soll die Straße in umgekehrter Richtung für die Einfahrt zum Talschluss noch einmal für eine halbe Stunde geöffnet werden. Zugleich entscheidet sich bei einer Einsatzleiterbesprechung am frühen Abend, wie oft und wann die Straße morgen geöffnet werden wird.

Durch die starken Regenfälle wurde im hinteren Tal zwischen der Talstation der Hochalmbahn in Hinterglemm und der Ortschaft Lengau die Straße durch Muren und eine Sturzflut unpassierbar und ein Fahrstreifen der Landesstraße L111 auf einer Länge von rund 50 Metern weggespült. Dadurch waren rund 250 Personen am Talschluss eingeschlossen.

Über dem Glemmtal ging gegen 19.00 Uhr ein heftiges Gewitter nieder. Die Saalach konnte die Regenmengen nicht mehr aufnehmen und trat an vielen Stellen über die Ufer. Wegen dieser Sturzflut wurde für die Gemeinden Saalbach-Hinterglemm, Viehhofen und Maishofen Zivilschutzalarm ausgelöst, die Zufahrt ins Tal wurde bereits ab Maishofen gesperrt. Keller wurden überflutet, Bäche verklausten, außerdem gingen mehrere Muren ab. Auch die Trinkwasserversorgung für Hinterglemm war unterbrochen. Diese konnte aber am Freitag wieder hergestellt werden.

Menschen sind beim Unwetter zum Glück nicht zu Schaden gekommen. Die Höhe des Sachschadens konnte am Freitag noch abgeschätzt werden. Im Tal war die Feuerwehr noch mit Auspump- und Aufräumarbeiten beschäftigt.

Neben dem Glemmtal war in Salzburg vor allem noch der Großraum um die Landeshauptstadt von schweren Gewittern betroffen. In Golling (Tennengau) und Großarl (Pongau) verursachten Blitze Waldbrände. In Golling dürfte ein Blitz oberhalb des Steinbruchs direkt in einen Masten einer 30-kV-Starkstromleitung eingeschlagen haben. “Die Kabel sind bis zum Boden herunter gehängt und haben eine etwa 50 mal 50 Meter große Fläche entzündet”, berichtete Peter Schluet, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Golling, der APA. Aufgrund der Trockenheit habe die Leitung an gleich mehreren Stellen Feuer ausgelöst. Da die Leitung vorerst noch Strom führte, konnten die Helfer anfangs nur mit Wasserwerfern aus größerer Entfernung vorgehen. Erst nach der Abschaltung näherten sich die Einsatzkräfte dem Brandherd. Nach gut zwei Stunden war der Brand unter Kontrolle.

Insgesamt standen seit Donnerstagabend im Bundesland 13 Feuerwehren mit 460 Leuten an 54 Stellen im Einsatz, und zwar abgesehen vom Glemmtal noch im Raum Saalfelden/Leogang (Pinzgau), in Wals-Siezenheim, Bergheim, Schleedorf sowie bei den beiden Waldbränden.

Von: apa

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