Viele Familien mussten in ihren Autos verweilen

Ausnahmezustand auf Südtiroler Brennerautobahn

Sonntag, 03. Februar 2019 | 14:07 Uhr

Diesmal war die Alpensüdseite an der Reihe: Massive Schneefälle haben in der Nacht auf Samstag und in der Nacht auf Sonntag in Südtirol für einen Ausnahmezustand gesorgt. Auf der Brennerautobahn (A22) ging am Samstag wegen hängen gebliebener Lkw gar nichts mehr. Zudem verschärfte ein Lawinenabgang die Situation.

Autofahrer saßen zum Teil mehrere Stunden fest. Der Südtiroler Zivilschutz riet Touristen am Samstag, ihre Abreise später anzutreten. Das Hauptaugenmerk der Einsatzkräfte galt jenen Autofahrern, die auf der A22 festsaßen. Darunter befanden sich Familien sowie Reisegruppen in Bussen. Sie wurden zum Teil evakuiert und in Notunterkünften untergebracht. Ursache für das Chaos waren vorwiegend Lkw, die ohne Schneeketten unterwegs waren, im dichten Schneetreiben hängen blieben und dadurch die Fahrspuren blockierten. Selbst für die Einsatzfahrzeuge gab es dann kaum ein Durchkommen mehr.

Weil auch die Brennerstaatsstraße (SS12) und die Brennerstraße (B182) wegen Lawinengefahr nicht passierbar waren und auf der A22 alles stand, gab es ab Samstagmittag in Richtung Süden ebenfalls kein Weiterkommen mehr. Pkw und Lkw bis 7,5 Tonnen wurden von der Polizei umgeleitet und wieder Richtung Innsbruck zurückgeschickt. Um die Situation am Brenner zu entschärfen, hob das Amt der Tiroler Landesregierung in den Abendstunden die Lkw-Fahrverbote auf der Brenner- (A13) und der Inntalautobahn (A12) auf.

Auf der Bahnverbindung über den Brenner bot sich das gleiche Bild. Wegen der Witterung waren laut ÖBB zwischen Brenner und Steinach am Brenner keine Fahrten möglich. Fernverkehrszüge verkehrten auf dieser Strecke daher nur bis bzw. ab Innsbruck Hbf. Zudem war die Einrichtung eines Schienenersatzverkehrs wegen der Straßenverhältnisse obsolet.

Die auf Nordtiroler Seite Gestrandeten wurden vom Roten Kreuz versorgt. Dafür wurden in den Abendstunden – zusätzlich zu den bis dato bereits zur Verfügung gestellten Versorgungszentren in Schönberg und in Steinach – auch am Zenzenhof an der Brennerautobahn (A13) und später in der Olympiaworld in Innsbruck Notunterkünfte eingerichtet. Laut Angaben des Roten Kreuzes wurden in allen vier Notunterkünften über 600 Personen versorgt. Dabei verrichteten etwa 80 Mitarbeiter ihren Dienst.

Auch in Osttirol führten die massiven Schneefälle zu Verkehrsproblemen. Die Felbertauern-Mautstraße war wegen Lawinengefahr zwischen Matrei und Mittersill unpassierbar. Auch auf der Bahnverbindung zwischen Innichen und Sillian ging am Samstag vorübergehend nichts mehr.

Über Nacht fielen in Süd- und Osttirol gebietsweise bis zu 80 Zentimeter Neuschnee. Zudem verfrachtete der stürmische Wind den Neuschnee und teilweise auch den Altschnee. Die Experten stuften die Lawinengefahr als groß, also mit “Stufe 4” der fünfteiligen Gefahrenskala ein. Dies blieb auch am Sonntag unverändert.

Leichte Entspannung gab es erst in der Nacht auf Sonntag. Den Einsatzkräften gelang es schrittweise die A22 wieder freizumachen. Nach der Freigabe der Südspur wurde auch die Nordspur Stück für Stück wieder befahrbar gemacht. Nach wie vor mussten Autofahrer aber mit Behinderungen rechnen. Die Verkehrsmeldezentrale Bozen verlautete Sonntagmittag in Richtung Norden zwischen Klausen und Sterzing weiterhin Kolonnenverkehr und Stau wegen Überlastung.

Verkehrslage beruhigt sich

Die Straßenlage in der Provinz Bozen um 2.00 in Früh des 3. Februar ist wie folgt, wie die Berufsfeuerwehr mitteilt:

“Die Brennerautobahn A22 ist Samstag ab 23.00 Uhr wieder in beiden Richtungen für den Verkehr auf der gesamten Länge befahrbar gewesen. Alle Fahrzeuge müssen mit Winterausrüstung ausgestattet sein.

Die Brenner-Staatsstraße SS12  wurde mit Räumfahrzeugen vom Schnee befreit und ist seit 2.00 Uhr in der Früh in beiden Richtungen bis Sterzing befahrbar. Im Abschnitt Wipptal von Sterzing bis Brenner bleibt die Staatsstraße vorerst für den Verkehr geschlossen. Auf der gesamten Strecke ist Winterausrüstung Pflicht.

Die Pusterer Staatsstraße SS12 ist weiterhin in beiden Richtungen frei und befahrbar.

Für alle Einsatzkräfte gehen zwei intensive Tage zu Ende. In der gesamten Provinz Bozen haben die örtlichen Feuerwehren mehr als 400 Einsätze abgewickelt, davon 140 in der Stadt Bozen.”

Der Zugverkehr bleibt auf den Strecken Bozen-Brenner und im Pustertal weiterhin aufrecht, voraussichtlich kann es noch für Sonntag zu Einschränkungen bei den Verbindungen kommen. Laut Auskunft der Bahngesellschaften verkehren die Züge im Pustertal am heutigen Sonntag nur stündlich, und zwar jene mit Abfahrt in Franzensfeste zur Minute :20 und jene mit Abfahrt in Innichen zur Minute :50.

Auf der Brennerbahnlinie im Abschnitt Bozen-Brenner entfallen insgesamt neun RV-Zugverbindungen (Regionale Veloce). Gestrichen werden demnach die RV-Züge mit Abfahrt in Bozen um 9.32 Uhr, 13.32 Uhr, 15.32 Uhr und 19.32 Uhr sowie die RV-Züge mit Abfahrt am Brenner um 6.08 Uhr, 13.08 Uhr, 15.08 Uhr, 17.08 Uhr und 21.08 Uhr.

 

Von: APA/dpa

Kommentare

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21 Kommentare auf "Ausnahmezustand auf Südtiroler Brennerautobahn"


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einesie
einesie
Grünschnabel
13 Tage 5 h

find i peinlich fi südtirol dassis meiglich isch dass wegn an schneafoll, der wos schun wochn ongekündigt wor, sowos zustonde kem monn. i kenn leit dei san 12 stunn in stau gstonn..

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
13 Tage 4 h

i konn es a net verstehn, dass man net gonz onfoch in Brixen und Innsbruck die LKWs stoppt! bzw. lai dei mit Ketten weiterfohrn lässt…

Steinbock 1
Steinbock 1
Grünschnabel
13 Tage 4 h

aso ein kaos von 2008bis2009 weiter2013bis2014 weiter2017bis2018 hat es mehr schneefälle gegeben waren keine Probleme ging alles reibungslos u diese Lkw hätte mann schon in trient aufhalten und diese die überholt haben eine saftige Geldstrafe Führerschein weg u Italien Verbot u die unschuldigen zahlen drauf wegen solche Idioten

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
13 Tage 4 h

schwerste strafen für diese lkw fahrer. ein wahnsinn sowas

ahiga
ahiga
Tratscher
13 Tage 3 Min

warst du im stau? ich meine im richtigen chaos und stau, so ab sterzing und brenner?

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
12 Tage 22 h

@ahiga, ja ca 10 stunden. noch fragen?

Guri
Guri
Tratscher
13 Tage 4 h

Ketten anlege Pflicht ! ab Bozen , versagen der Brenner Autobahn Führung ,aber es wird alles auf den LKW Fahrer geschoben , der davon aus geht das er auf einer Autobahn weiter kommt wenn nichts angeordnet wird !

ahiga
ahiga
Tratscher
13 Tage 4 Min

du darfst mit ketten nur über schneefahrbahn fahren, sonst gibts strafen..und italiens strafen sind sowieso vollkrank.
und wenns soweit ist kannst net stehenbleiben, weil das auch nit darfst..
kettenanlegeplätze gibts gar keine. …also, sicher sind paar fahrer vollpfosten, aber deshalb die schuld allen lkw geben, geht auch nit .
die lks hätten sollen einfach viel früher gestoppt werden, fertig.

Rechner
Rechner
Superredner
12 Tage 23 h

@guri
erkläre mir das mal genau. Auf der Brennerautobahn ist Winterausrüstung PFLICHT.
Steht vor jeder Einfahrt. Wenn die Lkw Fahrer die nicht mithaben trifft die Brennerautobahn die Schuld?
Aber schuld haben hier im Forum immer die da oben…..

Teufel
Teufel
Grünschnabel
13 Tage 4 h

Ein ganz großes Lob den ganzen Freiwilligen Helfern de woss sich Unermüdlich Obgerackert hobn um de kaotische Situation zu meistern!!!! Inso Strossndienst konn sich a Scheibe ochaschneidn woss Organisation unbelongt!!!!

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
13 Tage 4 h

die blockierten LKWs und Fahrzeuge hätte man alle abgehen, kontrollieren und strafen können. Vielleicht merkrn sie sichs fürs nächste Mal.

Paul
Paul
Universalgelehrter
13 Tage 4 h

Fiascos und Dessaster

Knut
Knut
Grünschnabel
13 Tage 3 h

Ein Versagen auf ganzer Linie! Wer übernimmt die Verantwortung für das Desaster? Wer räumt seinen Sessel weil er/sie Unfähigkeit bewiesen hat? Oder schieben sie die “Schuld” den LKW-Fahrern zu, die sich nicht wehren können und sich bestens eignen? Dass es ein unvorhersehbares Wetterphänomen war, kann dieses mal beim besten Willen nicht geltend gemacht werden! Köpfe müssen rollen!

Rechner
Rechner
Superredner
12 Tage 23 h

@kunt eine Frage. Steht vor jeder Einfahrt ein Schild mit dem Gebot zur Winterausrüstung oder nicht.
Wer außer dem Lkw Eigner oder Fahrer hat schuld wenn die fehlt?

Knut
Knut
Grünschnabel
12 Tage 22 h

@Rechner
korrekt! und wenn das regelmäßig überprüft und bestraft werden würde, wäre das nie geschehen! Um die zahlungskräftigen “Kunden” nicht zu vergraulen, lässt man sie gewähren und kassiert kräftig, bis etwas passiert. Und jetzt beruft man sich – so wie Sie auch – auf geltende Bestimmungen. Wir alle, nein, die meisten von uns wissen, dass Vergehen die nicht sanktioniert werden, nicht eingehalten werden. Ihre Aussage, die sich mit jener der Verantwortlichen der A22 deckt, ist rein rechtlich sicherlich in Ordung, moralisch allerdings sehr verwerflich! Wie bereits gesagt, der “Kleine” ist und bleibt der Sündenbock, zum schämen!

Rechner
Rechner
Superredner
12 Tage 20 h

@knut
über den Brenner fahren die Minute zwischen 5-10 Lkw je nach Tageszeit. 600 die Stunde.
Dann überprüf mal fleißig. Dafür ist übrigens nicht die Ag zuständig sondern das Innenministerium

Parteikartl
Parteikartl
Grünschnabel
13 Tage 2 h

@ einesie,

der Strassendienst in Südtirol funktioniert einwandfrei, ds muss man als Bürger schon eingestehen.
Was die A22 betrifft sind die LKWs mit sommerausrüstung am ganzen Schlamsssel schuld.
Schau die Autofahrer an, jeder will unbedingt ans Ziel, ein LKW blockiert die Normalspur die andern fahren vorbei – in zwischen schneit es weiter – stellt sich der nächste auf der Überholspur quer und schon hängen alle.
Auch der Räumdienst ist machtlos.

Staenkerer
12 Tage 21 h

an hot a stunde gwortet um an der auffohrt vorbeizukemmen, ladestatt (1 km vor der stootsstroß) b vahrn 1!!! stundesell wsr zu vermeidn gwesn wenn man de wartenden de in de autobohn einfohrn gwellt hobn, bis vahrn, brixn gschickt hatn, um dort de öffnung obzuwortn, genauso de von nordn in de autobohn gwellt hob, dort wor es genauso schlimm!
zwoa polizistn hatn des caos verhindert!

anonymous
anonymous
Superredner
12 Tage 21 h

Die LKW anhalten oder Ketten aufziehen
Ganz einfach,ich Frage mich auch was die Autobahn Meisterei in Sterzing u die Straßen Polizei geleistet hat

Guri
Guri
Tratscher
13 Tage 40 Min

Auf der A22 schafft man es nicht 90 km zu organisieren ! wo es schneit …was tun da andere mit Tausend Kilometer , anscheinend haben sie von einer Ketten Pflicht nie was gehört !!..wie zb. in Österreich bei starken Schneefall

Nobodyisperfect
Nobodyisperfect
Grünschnabel
12 Tage 18 h

Jammerer – iatz wisst es seit a Woch dass dr Schnra kimmp

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