Europäischer Haftbefehl

Baby tödlich misshandelt – Vater wird per Haftbefehl gesucht

Samstag, 10. Juni 2017 | 11:20 Uhr

Ein Gutachten im Fall eines im Vorjahr in Linz verstorbenen Babys hat den Verdacht erhärtet, dass Misshandlungen zum Tod des Säuglings geführt hatten. Die Staatsanwaltschaft erließ einen europäischen Haftbefehl gegen den Vater des Kindes, bestätigte Staatsanwaltschaftssprecher Philip Christl am Samstag Medienberichte. Er war bis Anfang Mai in Ungarn in Haft.

Vater und Mutter hatten das Baby im Herbst mit Hirnverletzungen ins Krankenhaus gebracht und sich gegenseitig Vorwürfe zu Misshandlungen gemacht. Der gebürtige Pakistani war noch vor dem Tod des Kindes – es starb wenige Wochen später – aus Österreich geflohen. Er war dann in Ungarn in fremdenpolizeilicher Haft, berichtete Christl der APA. Die Staatsanwaltschaft wollte vor dem Erlassen eines Haftbefehls noch ein Sachverständigen-Gutachten abwarten. Leider habe man nicht Bescheid bekommen, dass eine Enthaftung in Ungarn bevorstehe. “Er ist in Richtung Serbien ausgereist, das wissen wir.”

Das Gutachten ergab, dass die tödlichen Hirnverletzungen des Babys sehr wahrscheinlich durch Schütteln entstanden sind. Auch die aus Rumänien stammende Mutter des Kindes habe den Vater in ihrer Einvernahme belastet, sagte Christl.

Von: apa