Eine Festnahme und sieben Durchsuchungen

Bankomatschalter gehackt: Bande im Visier der Carabinieri

Mittwoch, 17. August 2022 | 11:38 Uhr

Bozen – Die Bozner Carabinieri haben einen Mann aus Moldawien verhaftet. Doch das ist nur die Spitze des Eisberges: Die Ermittler sind einer Bande auf der Spur, die für elf Anschläge auf Bankomatschalter in Südtirol sowie in den Provinzen Brescia, Vicenza und Mantua verantwortlich sein soll.

Im Rahmen der Operation „Jackpotting“ waren Ermittlungen gegen 13 Personen aufgenommen worden. Nun haben die Carabinieri neun Durchsuchungsbefehle gegenüber sieben Personen ausgeführt.

Ein besonderes Kennzeichen der Bande war: Die Bankomatschalter wurden nicht gesprengt, sondern regelrecht gehackt. Über kleine Öffnungen gelangten die Kriminellen zu den Kabeln der Schalter und schlossen diese an eigene Laptops und Tablets an: Auf diese Weise konnte das Sicherheitssystem umgangen werden und die Hacker übernahmen die Kontrolle. Die Täter waren in der Lage, das gesamte Bargeld abzuheben, das sich in dem Automaten befand.

Weil kein Sprengstoff verwendet wurde, erregten die Coups viel weniger Aufmerksamkeit. Die Verantwortlichen der Bankfilialen bemerkten erst am Tag darauf, dass etwas nicht stimmte.

Wie die Carabinieri mitteilen, sollen die Täter zahlreiche Lokalaugenscheine im gesamten Nordosten Italiens durchgeführt haben, um „geeignete“ Bankomatschalter zu finden, die ausgenommen werden sollten. In einigen Fällen sollen auch junge Frauen die Lokalaugenscheine durchgeführt haben: Die unscheinbaren Damen hatten die Aufgabe, sich in den einzelnen Banken umzusehen und mit dem Handy Fotos und Videos von Bankomatschaltern und Überwachungskameras anzufertigen, ohne Verdacht zu erregen.

Die Carabinieri haben die Ermittlungen bereits im Sommer 2021 aufgenommen, nachdem mehrere Bankomatschalter in Südtirol geplündert worden waren – unter anderem in Riffian, Vahrn, Montan, Klobenstein, Neumarkt und Deutschnofen.

Im Rahmen der Ermittlungen haben die Ordnungshüter mit den Sicherheitsabteilungen der einzelnen Banken zusammengearbeitet. Auf diese Weise konnten mehrere technische Geräte sichergestellt werden, die die Täter bei ihrer Flucht zurücklassen mussten. Diese Geräte wurden darauf in Rom analysiert.

Anschließend haben die Carabinieri Telefonkarten sowie Bilder von Überwachungskameras überprüft und konnten die Bewegungen der Bande genau nachvollziehen. Im Rahmen der eben erfolgten Wohnungsdurchsuchungen in Südtirol sowie in den Provinzen Padua und Vercelli konnte eine beachtliche Menge an Beweismaterial sichergestellt werden: Unter anderem handelt es sich um Laptops und Smartphones sowie um spezielle Kabel, die dazu dienen, Computer an Bankomatschalter anzuschließen, aber auch um Einbruchswerkzeug und Kleidungsstücke, um sich zu vermummen.

Die Carabinieri haben außerdem ein Apparat beschlagnahmt, das es ermöglicht, Funkfrequenzen von Überwachungskameras und GPS-Geräten zu stören.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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15 Kommentare auf "Bankomatschalter gehackt: Bande im Visier der Carabinieri"


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Faktenchecker
1 Monat 16 Tage

Das umklemmen von Kabeln ist kein Hack.

OrtlerNord
OrtlerNord
Superredner
1 Monat 15 Tage

Fack….
Hier gibt’s ungewöhnlich viele Klugscheißer!

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 15 Tage

Nur mit “Kabel umklemmen” ist es noch lange nicht getan. Ein Sicherheitssystem zu umgehen erfordert auch gewisse Schritte im Bereich von Software welches als Hacke eingestuft wird

marher
marher
Universalgelehrter
1 Monat 16 Tage

Viele Ostblockbürger, speziell Modavier kennen sich mit den Banksystemen genauestens aus. Haben sie noch vor Jahren Bankomatkarten geklont, so haben sie sich technisch weitergebildet. Meine Frage: warum kennen sie sich so gut aus? kann es sein, dass viele Bankomatsysteme in den Ostblockländern produziert werden?

Hustinettenbaer
1 Monat 15 Tage

Es gibt Niederländer, die kennen sich mit Geldautomaten-Sprengungen genauestens aus.
Kann es sein, dass die Automaten in den Niederlanden produziert werden ?

tom
tom
Universalgelehrter
1 Monat 15 Tage

Vielfach soll bei den Bancomat-Schaltern noch Windows XP im Einsatz sein

Faktenchecker
1 Monat 15 Tage

Was soll Deine Fremdenfeindliche Aussage bewirken?

magari
magari
Superredner
1 Monat 15 Tage

@marher: Seit Bankomatkarten keine Magnetstreifen mehr haben ist das klonen nicht mehr möglich. Dieser wurde vor ungefähr 10 Jahren abgeschafft.

magari
magari
Superredner
1 Monat 15 Tage

@tom: wenn du mal physischen Zugriff zu einem Rechner hast kannst du alles machen.

wahrheitssucher
wahrheitssucher
Grünschnabel
1 Monat 15 Tage

Die “Jackpotting” Software kauft man angeblich im Darknet.

Sarah Kevonina
1 Monat 15 Tage

Selbo bled wenn af di meistn automatn no windows xp laft wia zb. ba do raiffeisn

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 15 Tage

Nur weil darauf Windows XP läuft heißt das was?

Staenkerer
1 Monat 15 Tage

des warn sicher gschickte einfolsreiche, hondwerker, techniker, elektroniker …. wenn seihr wissen und können in geregelte, gemeldete, versteuerte orbeit investiaratn ….
ober de 💩”fochorbeiter’ braucht niemand 🥶🤮😭!

Waiby
Waiby
Tratscher
1 Monat 15 Tage

bravo carabineri ihr seid super

Nico
Nico
Superredner
1 Monat 15 Tage

Wow! Wer weiß wieviele solche “Genossen” sich in der Zwischenzeit noch unbeschwert bereichern bis sie endlich auffliegen?!?

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