Beschuldigter gab an, auf gepflastertem Boden gestolpert zu sein

Beamter spricht nach Schuss aus Polizeiwaffe von Versehen

Dienstag, 02. Oktober 2018 | 10:50 Uhr

Der Polizist, der mit einem Schuss aus seiner Maschinenpistole im September in Wieselburg (Bezirks Scheibbs) zwei Männer leicht verletzt hat, hat in der Einvernahme erklärt, dass er gestolpert sei und dabei unabsichtlich den Abzug der Waffe betätigt habe. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung, wie Sprecher Karl Wurzer am Dienstag auf APA-Anfrage sagte.

Er habe die Hand an der MP88 gehabt, als er auf dem gepflasterten Boden stolperte, gab der Beschuldigte laut Wurzer an. Der Schuss habe sich im Zuge dieses Strauchelns gelöst. Der Polizei-Bericht, der auch die Aussagen der beiden Opfer und der Zeugen beinhaltet, sei noch ausständig und werde in den nächsten Wochen erwartet, so Wurzer.

Danach werde die Staatsanwaltschaft einen Sachverständigen aus den Fachgebieten Schusswaffen und Ballistik beauftragen. Dieser soll laut Wurzer das Tatgeschehen rekonstruieren bzw. die Angaben des Beschuldigten verifizieren und sich außerdem mit dem Zustand der beschlagnahmten Maschinenpistole beschäftigen.

Da der Polizist einen Schuss abgeben konnte, müsse die Waffe entsichert gewesen sein, sagte Wurzer. Ob es mehrere Stadien der Entsicherung gebe und in welchem sich die MP88 befunden hat, müsse der Sachverständige klären.

Der Beschuldigte war am 6. September im Stadtzentrum von Wieselburg zur Sicherung von Geldverladearbeiten im Rahmen der “Euro-Info-Tour 2018” abgestellt gewesen. Dabei hatte er mit der Maschinenpistole in Richtung Boden geschossen. Absplitternde Pflastersteine sowie Teile des Projektils hatten zwei Männer am Unterschenkel getroffen. Die Verletzten im Alter von 44 und 48 Jahren waren ambulant im Krankenhaus behandelt worden.

Von: apa