Der Staatsanwaltschaft war die Strafe zu mild

Bedingte Haft nach Kindesmissbrauch im Flachgau bleibt

Dienstag, 19. Dezember 2017 | 14:05 Uhr

Die Bewährungsstrafe von 18 Monaten und die unbedingte Geldstrafe in Höhe von 2.160 Euro für einen ehemaligen Salzburger Kindergartenpädagogen wegen zwölffachen schweren sexuellen Missbrauchs von insgesamt acht Kindern ist am Dienstag rechtskräftig geworden. Ein Berufungssenat des Oberlandesgerichtes Linz hat das Strafmaß eines Salzburger Schöffengerichts vom 11. August 2017 bestätigt.

Der Staatsanwaltschaft Salzburg war die Strafe zu mild. Erste Staatsanwältin Herta Stix hatte die Verhängung einer unbedingten und höheren Freiheitsstrafe aus generalpräventiven Überlegungen gefordert. Außer einem Opfer hätten sich alle noch im Kindergartenalter befunden, es handle sich um besonders schutzbedürftige Kleinkinder, und ein Kindergarten stelle einen äußerst sensiblen Bereich dar, gab Stix bei der Berufungsverhandlung am Landesgericht Salzburg zu bedenken. Den Milderungsgründen sei zu viel Gewicht beigemessen worden.

Zu dem teils schweren sexuellen Missbrauch von Mädchen und Buben kam es laut Anklage vorwiegend zwischen Jänner und Oktober 2014 im Flachgau. In diesem Zeitraum war der Salzburger bereits ausgebildeter Kindergartenpädagoge. Die Opfer waren großteils drei bis fünf Jahre alt. Zwei der Kinder wurden schwer sexuell missbraucht, an ihnen wurden dem Beischlaf gleichzusetzende Handlungen vorgenommen. Der 25-Jährige hat bereits während seiner Ausbildung im Kindergartenjahr 2010/2011 ein Mädchen missbraucht. Als er dann 2013 seinen Zivildienst absolvierte, kam es noch zu einem sexuellen Übergriff auf ein zehnjähriges Mädchen.

Warum der Berufung nicht folge gegeben wurde, erläuterte OLG-Senatsvorsitzender Karl Bergmayr. Obwohl es im Vorfeld schon einmal ein Verfahren gegen den Mann gegeben habe, es dann aber eingestellt worden sei, sei der seinerzeit Verdächtige danach aus freien Stücken zur Polizei gegangen und habe diese Tat und andere Taten gestanden. Ansonsten wären die Fälle vermutlich nicht ans Tageslicht gekommen. Der Salzburger unterziehe sich seither eine Psychotherapie, er habe sich auch mit entsprechenden gerichtlichen Weisungen einverstanden gezeigt. Die Strafe sei in spezial- und generalpräventiver Hinsicht ausreichend, “die Gesellschaft weiß, dass das schlimme Taten sind, die geahndet werden müssen”.

Der Beschuldigte, der von Rechtsanwalt Hellmut Prankl verteidigt wurde, erklärte heute erneut, dass er sich der Schwere seiner Taten bewusst sei. “Ich bereue aus tiefstem Herzen.” Dem Urteil zufolge darf er keine berufliche Tätigkeit mit Kindern mehr annehmen.

Von: apa