Immer mehr positive Tests auf den Coronavirus in Österreich

Bereits 860 Corona-Fälle in Österreich

Sonntag, 15. März 2020 | 16:50 Uhr

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Fälle ist auch während des Sonntags gestiegen. Stand 15.00 Uhr wurde das Virus laut Gesundheitsministerium bei 860 Personen nachgewiesen. Getestet wurden 8.167 Verdachtsfälle. Genesen sind bisher sechs Personen, verstorben eine. In Wien ist am Sonntag zudem ein Mann verstorben, der als Verdachtsfall galt. Möglicherweise der zweite Corona-Todesfall in Österreich.

Die Erkrankungen nach Bundesländern: Tirol (254), Oberösterreich (159), Wien (122), Steiermark (111), Niederösterreich (111), Vorarlberg (48), Salzburg (39), Burgenland (10) Kärnten (6).

Mit Stand vom Sonntagvormittag befanden sich zehn Betroffene in Intensivbetreuung und weitere 98 in Spitalsbehandlung. Mehr als 85 Prozent können in häuslicher Pflege, die in ihrem Fall leichte Erkrankung, ausheilen. Interessant ist die Altersstruktur der Erkrankten: 100 Erkrankte sind älter als 64, weitere 100 zwischen 55 und 64 Jahre, alle anderen Betroffenen sind jünger.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober wünschte “allen Erkrankten gute und rasche Genesung. Sowohl diese relativ geringe Zahl an älteren Betroffenen als auch die relativ geringe Zahl der Erkrankten mit erforderlicher Intensivbetreuung ist ermutigend. Jetzt müssen wir alles tun, um mit umfassender Solidarität mit den besonders Schutzbedürftigen das Virus auszuhungern und gleichzeitig unsere Spitäler zu schützen”.

Im Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital (KFJ) ist ein 65-jähriger Mann, der im Verdacht stand, sich mit dem neuen Coronavirus infiziert zu haben, ist am Sonntag im gestorben. Der Patient wies schwere Vorerkrankungen auf und wurde seit Samstag intensivmedizinisch betreut, gab der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bekannt.

Ob der Mann tatsächlich aufgrund des Coronavirus gestorben ist, ist noch nicht bestätigt: “Es war ein Verdachtsfall, alles Weitere muss man klären”, so die ärztliche Direktorin des KFJ, Michaela Riegler-Keil, am Sonntag am Rande eines Pressegesprächs. Der Mann sei am Samstag aus einem anderen Spital ins KFJ gebracht wurden. Weitere Details gab es vorerst keine.

Falls sich der Mann tatsächlich mit dem Virus infiziert haben sollte, so wäre dies der zweite Todesfall in Österreich. Am Donnerstag ist ein 69-jähriger Covid-19-Patient im Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital verstorben.

Zuletzt sind auch Ärzte positiv getestet worden. So wurde am Samstag die Erkrankung eines Anästhesisten im Uniklinikum Salzburg erkrankt. 100 Kontaktpersonen sind in Quarantäne, darunter Ärzte, Pfleger und die Besatzung eines Rettungshubschraubers. Patienten wurden verlegt. Am Landesklinikum Baden sind eine Ärztin und eine weitere Mitarbeiterin positiv auf das Coronavirus getestet worden. 44 Mitarbeiter wurden außer Dienst gestellt. Die Versorgung der Patienten soll in beiden Krankenhäusern gesichert sein.

Auch in der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde (ELKI) am Klinikum Klagenfurt sind nach dem Corona-Fall 25 Personen “vorsorglich in Heim-Quarantäne geschickt worden”, wie die Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft Kabeg am Sonntag mitteilte. Nach einer Umstrukturierung sei der Akutbetrieb gesichert, hieß es. Bei der Infizierten handelt es sich um eine 55-jährige Mitarbeiterin des ELKI.

Die Coronavirus-Hotline der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) steht den Österreichern unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 555 621 sieben Tage in der Woche von 0.00 bis 24.00 Uhr zur Verfügung. Wer Symptome aufweist oder befürchtet, erkrankt zu sein, soll zu Hause bleiben, das Gesundheitstelefon 1450 anrufen und die dort erhaltenen Anweisungen genau befolgen.

Von: apa