Ansteckungsgefahr in der Provinz Hubei weiterhin sehr groß

Bereits mehr als 1.300 Tote durch Coronavirus

Donnerstag, 13. Februar 2020 | 18:28 Uhr

In ganz China sind nach Angaben der Nationalen Gesundheitsbehörde NHC bis Mittwoch 1.367 Menschen durch das Coronavirus gestorben. Im Vergleich zu Dienstag ist das ein Anstieg um 254 Todesfälle. Nie zuvor gab es für einen einzigen Tag höhere Zahlen. Die Zahl der Neuinfektionen betrug laut NHC 15.152. Insgesamt sind damit 59.805 Menschen erkrankt. In Österreich gibt es keine bestätigte Erkrankung.

Am Mittwoch seien alleine in der Provinz Hubei, die das Epizentrum der Epidemie ist, 242 Menschen gestorben, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mit. Außerdem wurden in Hubei 14.840 neue Krankheitsfälle registriert, am Dienstag waren es gerade einmal 1.638. Hier dürfte der Grund für den beispiellos rasanten Anstieg sein, dass die Behörden ihre Methoden zur Erfassung der Fälle überarbeitet haben. Die zuletzt aufgekommene Hoffnung, der Kampf gegen das erstmals im Dezember erkannte Virus könnte bald gewonnen sein, erlitt damit einen herben Dämpfer.

Der sprunghafte Anstieg der Covid-19-Fälle (so der offizielle Name) in China bedeutet nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht, dass sich plötzlich viel mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. Vielmehr bezögen sich mehr als 13.000 neu gemeldete Fälle auf Patienten aus den vergangenen Wochen, sagte der Nothilfedirektor der WHO, Michael Ryan, am Donnerstag in Genf. Bei diesen Patienten sei das Virus nicht mit Labortests nachgewiesen worden, sie hatten sich aber nach Überzeugung der Ärzte mit dem neuen Coronavirus infiziert.

Die Behörden in Hubei legten den Unternehmen nahe, den Zwangsurlaub zu verlängern und nicht vor dem 20. Februar ihren Betrieb wieder aufzunehmen. In Hongkong sollen die Schulen bis Mitte März geschlossen bleiben. Staatliche Medien meldeten nach wachsender Kritik in der Öffentlichkeit am Krisenmanagement der Behörden, dass zwei Spitzenvertreter der Kommunistischen Partei in Hubei von ihren Posten enthoben worden seien.

International gab es Kritik am Informationsfluss aus China. Gab es bisher schon wenig Vertrauen in die chinesischen Informationen über den Ausbruch, leidet Chinas Glaubwürdigkeit durch das Hin und Her in der Berichterstattung nun einmal mehr. “Transparenz sieht anders aus”, sagte ein Diplomat. Der plötzliche Anstieg schreckt das Land auch ausgerechnet zu einem Zeitpunkt auf, an dem die chinesische Führung eigentlich langsam zur Normalität zurückkehren wollte.

In Japan ist unterdessen erstmals ein mit dem Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Eine um die 80 Jahre alte Frau, die sich mit dem Erreger infiziert hatte, sei tot, teilte der japanische Gesundheitsminister Katsunobu Kato am Donnerstag mit. Noch sei aber unklar, ob sie an Covid-19 oder aus anderen Gründen gestorben sei.

In Vietnam wurden aus Angst vor der Ausbreitung des Virus mehrere Dörfer mit insgesamt rund 10.000 Einwohnern unter Quarantäne gestellt. Die Behörden ließen die rund 40 Kilometer von der Hauptstadt Hanoi entfernte Kommune Son Loi abriegeln, zu der mehrere Dörfer gehören. Dort wurden bisher sechs Fälle von Covid-19-Infektionen registriert. Die Maßnahme gilt demnach zunächst für 20 Tage.

Bis Donnerstag 10.00 Uhr gab es in Österreich keinen bestätigten Fall einer Coronavirus-Infektion. Jedoch bringt der Ausbruch des neuartigen Virus auch in Österreich diskriminierende Töne mit sich. So sind bei der Antidiskriminierungsstelle ZARA bis Donnerstag bereits mehr als ein Dutzend Meldungen eingegangen. Asiatisch aussehende Personen werden ausschließlich aufgrund ihres Aussehens bzw. ihrer vermeintlichen Herkunft als potenziell ansteckend gesehen und daher undifferenziert ausgeschlossen oder angefeindet, teilte ZARA mit.

In der Beratungsstelle gingen Meldungen von rassistischen und aggressiven Bemerkungen im öffentlichen Raum, in Schulen und auch in klassischen sowie Sozialen Medien ein. Von rassistischen Anfeindungen betroffen waren auch Kinder, sagte eine ZARA-Sprecherin auf Anfrage der APA.

Von: APA/ag./dpa

Kommentare

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16 Kommentare auf "Bereits mehr als 1.300 Tote durch Coronavirus"


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Jiminy
Jiminy
Superredner
4 Tage 20 h

so ein Theater, der grösste internationale Experte aller Zeiten, Mr. D. Trump, hat vorgestern gesagt, kein Problem, in April wird alles vorbei sein, denn in April wird es wärmer und der Virus wird somit aussterben. Ende gut, alles gut 😁

Mistermah
Mistermah
Kinig
4 Tage 16 h

So unrecht hat Trump gar nicht.. diese Viren sind UV Licht empfindlich. Ob es ausstrirbt ist allerdings eine anderer Frage. Zumindest sollte es die Verbreitung eindämmen. Doch scheinbar ist das Virus heimtückischer als bisher gedacht. Inkubationszeit soll bis zu 24 Tage betragen und es soll sich auch über aerosole verbreiten können.

Jiminy
Jiminy
Superredner
4 Tage 15 h

ich verstehe euch nicht, sonst seid ihr ja immer so pro-Trump…?! 😂🤣😁

Mistermah
Mistermah
Kinig
4 Tage 13 h

Führst du Selbstgespräche oder wen meinst du mit ihr?

Black Lady
Black Lady
Grünschnabel
4 Tage 19 h

Das ist für die gesamte Menschheit nicht mehr lustig.

traktor
traktor
Universalgelehrter
4 Tage 13 h

wahnsinn…
wie hoch ist wohl die dunkelziffer….

Mistermah
Mistermah
Kinig
4 Tage 8 h
Jiminy
Jiminy
Superredner
3 Tage 18 h

@Mistermah
Trump?

Mistermah
Mistermah
Kinig
4 Tage 20 h
verstehe den vergleich mit der grippe nicht ganz und schon gar nicht die zahlen. 1 mrd seien von der grippe betroffen? in welchem zeitraum?? sonst hat es ja kein sinn diese zahl ins nichts zu werfen. 3-5 pro mille landen im KH. die frage ist doch die, was passiert wenn sich das covid-2019 weltweit ausbreitet und dann auch eine mrd betrifft? doch anscheinend, zumindest bis jetzt, verursacht das virus bei nicht chinesen, keine gefährlichen symptome. scheint so, als gäbe es eine genetische komponente. was auch nichts ungewöhliches ist, bevor hier verschwörung geschriehen wird. die inkas starben auch wie die fliegen, an… Weiterlesen »
faif
faif
Tratscher
4 Tage 11 h

…der ganz normale wahnsinn ist doch der, dass fast alle medikamente in billigland china produziert werden und jetzt wo von china momentan nichts rausdarf kommen unsere zuständigen zum schluß dass wir uns abhängig gemacht haben und praktisch ganz schön ins schwitzen kommen könnten oder kommen werden ……

zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
4 Tage 7 h

Kein Mensch auf diesem Planeten kann irgendeine verlässliche Aussage darüber treffen was auch nur in zwei Wochen bezüglich Coronavirus auf der Erde los sein wird. Und ohne dieses Wissen kann auch niemand die nötigen Entscheidungen zur Eindämmung treffen. Einige leichte Vorsorgemassnahmen, das war es. Das Virus wird seinen Weg gehen ohne auf die Menschen Rücksicht zu nehmen.

Grantelbart
Grantelbart
Superredner
4 Tage 6 h

@zombie1969:
Wahre Worte! Unsere SN Hobby Virologen hören es natürlich nicht gern. Ungewissheit ist für manche nicht leicht auszuhalten.

xXx
xXx
Superredner
4 Tage 5 h

Sollte man besser den Kopf in den Sand stecken und gar nichts machen?
Es ist richtig und wichtig Covid-19 einzudämmen um auf Zeit zu spielen, bis wir ein Gegenmittel oder Impfstoff haben. Daran wird Fieberhaft gearbeitet und es gibt berechtigte Hoffnung auf erste Erfolge.

nok
nok
Tratscher
3 Tage 23 h

Und immer noch keine Angst???

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