Bei dem Unglück kamen drei Russen ums Leben

Bergungsarbeiten nach tödlichem Flugzeugabsturz in Hessen

Montag, 01. April 2019 | 12:07 Uhr

Nach einem Absturz eines Kleinflugzeugs in Hessen mit drei Toten sind Experten aus Russland zur Unglücksstelle gereist, um bei der Suche nach der Ursache zu helfen, sagte der stellvertretende Leiter des russischen Zwischenstaatlichen Luftverkehrskomitees, Sergej Sajk. Laut Polizei waren mindestens zwei der Opfer russische Staatsangehörige. An der Absturzstelle begann indes die Bergung der Leichen.

In der Nacht sei die Bergung wegen der Dunkelheit nicht möglich gewesen, berichtete ein Polizeisprecher. Kriminaltechniker und Experten der deutschen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in weißen Schutzanzügen vermaßen die Absturzstelle und fotografierten das Wrack.

“Der Staat, dessen Flugzeug abgestürzt ist, ist immer an der Zusammensetzung der Untersuchungskommission beteiligt”, sagte Sajko der Agentur Tass in Moskau. “Sollte es notwendig sein, sind wir bereit, beratend zu helfen und Hilfe zu leisten bei der Auswertung der Flugschreiber, sollten diese gefunden werden.” Nach Darstellung des Zwischenstaatlichen Luftverkehrskomitees (MAK) in Moskau waren Flugschreiber bei dem abgestürzten Flugzeugtyp des Herstellers Epic nicht zwingend vorgeschrieben. Es sei unklar, ob es in der Maschine einen Flugschreiber gegeben habe.

Bei dem Absturz war unter anderem die prominente russische Geschäftsfrau Natalija Filjowa ums Leben gekommen. Die Miteigentümerin der S7-Fluggesellschaft starb im Alter von 55 Jahren, wie das Unternehmen mitteilte. Filjowa galt als eine der reichsten Frauen Russlands. Sie war russischen Medien zufolge mit ihrem Vater an Bord. Auch der Pilot starb bei dem Absturz. Er soll nach Informationen Moskauer Medien ebenfalls russischer Herkunft sein.

Die Maschine war am Sonntagnachmittag bei frühlingshaftem Wetter in ein Spargelfeld bei Erzhausen – zwischen Frankfurt/Main und Darmstadt – gestürzt und sofort ausgebrannt. Warum sie abstürzte, ist unklar. Das Kleinflugzeug mit sechs Sitzen war nach Angaben der Deutschen Flugsicherung im französischen Cannes gestartet. Wenige Minuten vor dem Absturz habe sich der Pilot bei der Deutschen Flugsicherung abgemeldet, um sich beim Tower des Flugplatzes Egelsbach für die Landung anzumelden. Bei der Maschine handelt es sich um ein Flugzeug vom Typ Epic E1000.

Kurz nach dem Flugzeugunglück kam es zu einem weiteren schweren Unfall. Ein Streifenwagen, der unterwegs zur Absturzstelle war, wurde frontal von einem entgegenkommenden Auto erfasst. Dessen Fahrer hatte nach ersten Erkenntnissen bei einem Überholmanöver die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren – es geriet auf die Gegenspur und prallte dort mit dem Streifenwagen zusammen. Der 24-jährige mutmaßliche Unfallverursacher und eine 22 Jahre alte Frau starben, drei Polizisten wurden schwer verletzt.

Von: APA/dpa