Großaufgebot von Einsatzfahrzeugen vor dem Kino-Komplex

Bewaffneter in deutschem Kino getötet – Keine Verletzten

Donnerstag, 23. Juni 2016 | 21:55 Uhr

In Viernheim in Deutschland hat ein bewaffneter Mann ein Kino gestürmt und ist kurz darauf von Spezialkräften der Polizei erschossen worden. Die Mitarbeiter und Kinogäste, die von dem Mann offenbar festgehalten wurden, konnten das Kinocenter am Donnerstag laut Polizei unverletzt verlassen. Das Motiv des Angriffs blieb unklar. Ein Kassier des Kinos sagte, der Angreifer habe “verwirrt” gewirkt.

Die Polizei war am Donnerstagnachmittag alarmiert worden. Der Mann habe das Kino im Bundesland Hessen “maskiert und bewaffnet” betreten, erklärten Staatsanwaltschaft und Polizei. Es habe eine “akute Bedrohungslage” bestanden. Spezialeinsatzkräfte der Polizei erschossen den Mann, nachdem sie das Kino gestürmt hatten. Zu möglichen Geiseln konnte eine Polizeisprecherin keine Angaben machen.

Unklar war zunächst auch, was für eine Waffe der Angreifer bei sich hatte. In manchen Medienberichten war von einer Schreckschusswaffe die Rede. Der hessische Innenminister Peter Beuth sprach von einer “Langwaffe”. Die Polizeisprecherin sagte dazu, dies werde noch untersucht.

Der 21-jährige Student Guri Blakaj, der in dem Kino als Kassier arbeitet, sagte, der wohl zwischen 18 und 22 Jahre alte Angreifer sei mit einem “langen Gewehr” bewaffnet gewesen. “Ich habe erst mal gedacht, das wäre ein verkleideter Kunde”, sagte Blakaj. Dann aber sei ihm der Ernst der Lage klar geworden.

Als der Mann ihn ins Büro des Kinos geschickt habe, habe er im Aufzug stehend mehrere Schüsse gehört, berichtete Balkaj. Der Täter ging dem Kassier zufolge konfus vor, Geld habe er nicht gefordert. “Verwirrt hat er auf mich gewirkt”, sagte Blakaj.

Zunächst habe er sich mit seinen Kollegen auf den Boden legen müssen, dabei habe er heimlich mit einem dafür vorgesehenen Knopf Alarm ausgelöst. Der Täter habe ihn dann aufgefordert, die Türen des Kinos zu verschließen, sei mit ihm danach bis kurz vor die Kinosäle gegangen und habe ihn schließlich ins Büro geschickt.

Die Zeitung “Mannheimer Morgen” berichtete auf ihrer Website, die Polizei habe mitgeteilt, dass sich ein Rucksack des Täters als harmlos erwiesen habe. Die Polizei habe keinen Sprengstoff gefunden.

Laut Medienberichten wurden 25 Menschen durch Reizgas verletzt. Auch dazu konnte die Polizeisprecherin keine Angaben machen. Innenminister Beuth sagte, er habe keine Erkenntnisse, dass auch Dritte geschädigt wurden. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt und das hessische Landeskriminalamt übernahmen die Ermittlungen.

Der Geschäftsführer der Kinopolis GmbH, Gregory Theile, sagte hessenschau.de, der Website des Regionalmagazins des Hessischen Rundfunks, zum Zeitpunkt der Tat hätten sich angesichts der Hitze nur “etwa 30 Gäste und neun Mitarbeiter” in dem Kino aufgehalten. Das Kino bleibe bis auf Weiteres geschlossen. “Diesen Schock müssen wir alle erst mal verarbeiten”, sagte Theile.

Von: apa