Dutzende Keller stehen unter Wasser

Bezirk Neunkirchen zum Katastrophengebiet erklärt

Dienstag, 12. Juni 2018 | 21:49 Uhr

Ein Unwetter im Bezirk Neunkirchen hat am Dienstag Starkregen, Sturm und Hagel mit sich gebracht. Die Bezirkshauptmannschaft teilte am frühen Dienstagabend mit, dass aufgrund des Unwetters “eine Katastrophe vorliegt”. Mehrere Orte seien nur über Umwege erreichbar, teilte das Rote Kreuz weiter mit. Das Rote Kreuz bereitete deshalb Notunterkünfte für die Nacht im Bezirk.

Entsprechende Betreuungszentren gab es einer Aussendung zufolge in Scheiblingkirchen, Gloggnitz, Puchberg am Schneeberg und Kirchberg am Wechsel. Zudem wurden 1.000 Liter Getränke, 500 Würstel, 700 Semmeln, 15 Kilo Äpfel und 300 Müsliriegel zur Ausgabe verladen.

Am Dienstagabend standen im Bezirk neben 60 Personen auch doppelt so viele Notärzte wie im Normalfall beim Roten Kreuz im Einsatz. Die Standorte für den Regelrettungsdienst wurden erweitert, um im Notfall trotz der vielfach schlechten Fahrbedingungen schnell an Ort und Stelle sein zu können. Neben Rettungssanitätern waren auch Katastrophenhelfer und die Hundeführer der Suchhundestaffel Neunkirchen aufgeboten. 40 weitere Kräfte blieben für die Nacht in Bereitschaft.

Zu den besonders stark betroffenen Gemeinden zählten auch Feistritz am Wechsel, Kirchberg am Wechsel, Gloggnitz sowie Puchberg am Schneeberg. Die Feuerwehr berichtete zuvor ebenfalls von Menschenrettungen aus bis zu hüfthoch überfluteten Häusern. Gerettet werden mussten dem Sprecher zufolge vor allem gehbehinderte Menschen. Gemeinden, die vom Unwetter besonders stark getroffen wurden, waren u.a. Otterthal, Raach am Hochgebirge und Warth. Die Feuerwehren brachten Hunderte Sandsäcke in die betroffenen Ortschaften.

Durch das Unwetter seien Dutzende Keller unter Wasser gesetzt, Straßen überflutet und Äcker abgeschwemmt worden. Kleine Bäche seien zu reißenden Flüssen geworden, sagte Resperger. In einer Mure sei ein Rettungswagen mit einem Notfallpatienten stecken geblieben. Die Helfer mussten das Fahrzeug befreien. Die Aufräumarbeiten in den vom Unwetter getroffenen Gemeinden werden laut dem Feuerwehrsprecher jedenfalls bis Mittwoch dauern.

Feuerwehrsprecher Franz Resperger berichtete am Dienstagabend von 150 Einsatzstellen in den Bezirken Neunkirchen und Wiener Neustadt. “Es werden mehr”, fügte er hinzu. 750 Helfer waren mittlerweile aufgeboten. Sie beobachteten auch die Pegel der Bäche und Flüsse in der Region. In den vom Unwetter betroffenen Gebieten hatte wieder heftiger Regen eingesetzt.

Resperger kündigte an, dass noch am Dienstag bzw. spätestens Mittwoch in der Früh eine Bereitschaft des Katastrophenhilfsdiensts aus Wiener Neustadt in den Bezirk Neunkirchen in Marsch gesetzt werde. Dies dazu, um andere Kräfte abzulösen bzw. zu unterstützen. Der Bezirk Wiener Neustadt wurde dem Sprecher zufolge von Ausläufern des Unwetters getroffen. Straßen und Wiesen seien überflutet worden.

Ein Gewitter sorgte auch im Bezirk Oberpullendorf für überflutete Keller und Straßen. Laut Landessicherheitszentrale Burgenland waren die Feuerwehren in den Gemeinden Kobersdorf, Weppersdorf, Neckenmarkt und Deutschkreutz mit Auspumparbeiten sowie mit dem Freimachen von Verkehrswegen beschäftigt. Im Bezirk Güssing war St. Michael betroffen. Aus Deutschkreutz sei zudem Hagel gemeldet worden, zu möglichen Schäden gebe es jedoch keine Informationen, teilte eine Sprecherin mit. Zurzeit sei die Lage stabil, es werde aber noch mit weiteren Unwettern gerechnet.

Nach Starkregen im Kleinwalsertal in Vorarlberg verzeichnete die Feuerwehr am Dienstagnachmittag fünf Einsätze. Nach Angaben der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) liefen einige Keller voll, auch ein Bach trat über die Ufer. Wegen der Gefahr eines möglichen Hangrutsches wurde ein Erkundungsflug mit dem Helikopter durchgeführt. Ob der unter Augenschein genommene Hang tatsächlich abzurutschen drohte, stand vorerst nicht fest. Aus Sicherheitsgründen wurde aber eine Fahrbahn gesperrt, auf die Geröll niedergehen könnte.

Von: apa