Rauchschwaden über dem Ort der Tragödie in Nairobi

Brand auf Markt in Nairobi: 15 Tote und dutzende Verletzte

Donnerstag, 28. Juni 2018 | 15:29 Uhr

Bei einem Brand auf dem größten Markt der kenianischen Hauptstadt Nairobi sind zahlreiche Existenzen zerstört worden: Mindestens 15 Menschen seien durch die Tragödie auf dem Gikomba-Markt getötet und mehr als 70 weitere verletzt worden, teilten die Behörden mit. Einsatzkräfte suchten nach mehreren Vermissten.

Durch das Abbrennen zahlreicher Marktstände verloren viele Menschen ihre Existenzgrundlage. Auf dem Gikomba-Markt hatte erst im Oktober ein Großbrand gewütet.

“Wir haben 15 Menschen bei der Tragödie heute Morgen verloren”, sagte der zuständige regionale Sicherheitskoordinator im kenianischen Innenministerium, Kangethe Thuku. Die Brandursache werde nun untersucht. Mehr als 70 Verletzte mussten wegen Verbrennungen und Rauchvergiftungen im Krankenhaus behandelt werden.

Das Feuer war gegen 2.00 Uhr in einem Holzlager auf dem Gikomba-Markt ausgebrochen, wie Nairobis Polizeichef Robinson Thuku mitteilte. Viele der aus Holz und Zeltplanen bestehenden Marktstände brannten vollständig nieder. Der Brand breitete sich den Angaben zufolge auf angrenzende Gebäude aus, bei denen es sich vorwiegend um Wohnhäuser handelte.

Unter den Opfern seien mindestens vier Kinder, sagte Polizeichef Thuku. In den rauchenden Trümmern wurde noch nach mehreren Vermissten gesucht, wie ein Polizeibeamter sagte. Einige Teile des Marktes seien aber wegen dichten Rauchs und abgerissener, aber noch unter Spannung stehender Stromkabel nicht zugänglich.

Überdies waren zahlreiche Explosionen von Gaskanistern zu hören. Außer der Feuerwehr war auch die kenianische Armee am Brandort im Einsatz. Auch die Bergung von neun Todesopfern aus einem an den Markt angrenzenden Gebäude gestaltete sich schwierig, weil die Polizei zunächst ausschließen wollte, dass giftige Chemikalien oder Gaskanister die Einsatzkräfte gefährden.

Im Kenyatta-Krankenhaus, dem größten Krankenhaus von Nairobi, suchten Menschen nach ihren Angehörigen. Betty Kaveke war auf der Suche nach ihren Kindern. “Bis jetzt habe ich nur den 14-Jährigen gefunden, die anderen habe ich nirgendwo gesehen und unser Haus ist zerstört”, sagte sie.

Rund um das Marktgelände mussten Sicherheitskräfte unterdessen Standbesitzer auf Abstand halten, die nach ihrem Besitz sehen wollten. “Das war mein Leben”, sagte Maggy Njeri, die auf dem Gikomba-Markt Secondhand-Kleidung verkaufte. Durch den Brand habe sie eine Warenlieferung im Wert von umgerechnet rund 12.000 Euro verloren, die sie erst am Vortag gekauft und noch nicht einmal ausgepackt habe. “Was soll ich sagen, Sie können sehen, dass ich völlig am Ende bin”, sagte die Händlerin.

Erst im Oktober hatte ein Großbrand große Teile des Gikomba-Marktes vernichtet. Im Mai 2014 waren bei einem Bombenanschlag auf dem Markt zehn Menschen getötet worden. Die Behörden machten damals die islamistische Al-Shabaab-Miliz verantwortlich.

Von: APA/Ag.

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