Briten besonders hart vom Coronavirus getroffen

Briten wollen ab Dienstag gegen Coronavirus impfen

Freitag, 04. Dezember 2020 | 18:43 Uhr

Nachdem die ersten Impfdosen in Großbritannien eingetroffen sind, will der britische Gesundheitsdienst National Health Service (NHS) am kommenden Dienstag mit dem Impfen beginnen. Das sagte NHS-Providers-Geschäftsführer Chris Hopson am Freitag im BBC-Fernsehen. Premierminister Boris Johnson sprach von der größten Massenimpfung in der Geschichte Großbritanniens.

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hatte am Mittwoch dem Pharma-Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer eine Notfallzulassung für deren Corona-Impfstoff erteilt. Großbritannien ist damit das erste Land überhaupt, das den Impfstoff zur breiteren Anwendung freigegeben hat.

Bereits in der kommenden Woche sollen 800.000 Impfdosen zur Verfügung stehen. Millionen weitere sollen bis Jahresende hinzukommen. Mit dem größten Teil der insgesamt 40 Millionen bestellten Impfdosen werde in der ersten Jahreshälfte 2021 gerechnet, sagte ein Regierungssprecher.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte allerdings davor, die Impfungen als alleiniges Mittel gegen die Corona-Pandemie zu sehen. “Die Impfungen alleine werden den Job nicht machen”, sagte WHO-Experte Mike Ryan in Genf. Sie seien zweifelsfrei ein mächtiges und wirkungsvolles Werkzeug. Aber viele bisherige Hygieneregeln wie soziale Distanz, das Tragen von Masken und häufiges Händewaschen müssten zunächst weiterhin beachtet werden.

Am Freitag sind in Italien Anti-Covid-Auflagen für die Weihnachtszeit in Kraft getreten. Die Regierung in Rom beharrt darauf, die seit Anfang November geltende Ausgangssperre von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr während der Feiertage aufrecht zu erhalten. Die Mobilität zwischen den Regionen soll zwischen dem 21. Dezember und dem 6. Jänner verboten sein. Am 25. und am 26. Dezember sowie am 1. Jänner sollen die Italiener ihre Wohngemeinde nicht verlassen dürfen. Skianlagen öffnen erst am 7. Jänner.

Nachdem in Italien die Zahl der in 24 Stunden an oder mit Covid-19 Verstorbenen am Donnerstag ein Rekordhoch von 993 Todesopfern erreicht hatte, sank am Freitag die Zahl der Toten. 814 Personen starben am Freitag. Somit stieg die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Pandemie am 20. Februar auf 58.852.

Die Schweiz verschärft angesichts der weiterhin bedrohlichen Corona-Situation ihre Maßnahmen. Die Zahl der erlaubten Kunden pro Geschäft wird ab 9. Dezember reduziert, kündigte die Regierung am Freitag an. Restaurants müssen in der ganzen Schweiz die Kontaktdaten eines Gastes pro Tisch verpflichtend erheben, so wie dies verschiedene Kantone bereits eingeführt hätten. Sollten die Kantone ihrerseits keine weiteren Maßnahmen treffen, werde die Regierung diese am 11. Dezember von sich aus vorantreiben. Die Skigebiete wolle die Schweiz im Prinzip für den Inlandstourismus offen halten, sofern dies die epidemiologische Lage erlaube, hieß es weiter. Geschlossene Gondeln und Bahnen dürften höchstens zu zwei Dritteln besetzt werden. Auf allen Bahnen, auch auf Ski- und Sesselliften, sowie beim Anstellen gelte eine Maskenpflicht.

In Litauen erreichte die Zahl der Corona-Neuinfektionen den zweiten Tag in Folge einen Höchststand. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Vilnius wurden in dem baltischen EU-Land am Freitag 2.514 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet – nach 2.450 Fällen am Vortag.

Zur Eindämmung der Pandemie hat die Regierung strikte Corona-Schutzmaßnahmen verhängt. So wurde der Anfang November verhängte Teil-Lockdown bereits bis kurz vor Weihnachten verlängert. Auch gilt eine Maskenpflicht und es dürfen nicht mehr als zwei Leute im öffentlichen Raum zusammen sein.

In Tschechien begannen großangelegte Corona-Schnelltests für Lehrer und Erzieher. Das Interesse an dem kostenlosen, aber nicht verpflichtenden Angebot war zum Beginn am Freitag geringer als erwartet. Die Aktion dient auch als Vorlauf für die geplanten freiwilligen Massentests für alle Bürger vor Weihnachten, die am 18. Dezember beginnen sollen.

Das Land, das stark von der zweiten Corona-Welle betroffen war, lockert die Schutzmaßnahmen inzwischen schrittweise wieder. Nach einem komplizierten Schema haben derzeit manche Jahrgangsstufen Präsenz- und andere Distanzunterricht. Teilweise findet beides im wöchentlichen Wechsel statt.

Am Freitag meldeten die Behörden 4.624 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Es gab seit Beginn der Pandemie 537.663 bestätigte Infektionen und 8.641 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.

In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul müssen Supermärkte, Kaufhäuser, Kinos, Freizeitparks und weitere Einrichtungen wegen der steigenden Anzahl an Corona-Infektionen früher ihre Türen schließen als gewöhnlich. Der geschäftsführende Bürgermeister der Zehn-Millionen-Metropole, Seo Jeong Hyup, kündigte am Freitag eine Verschärfung der Beschränkungen an. Die Anordnung trete am Samstag in Kraft und gelte zwei Wochen.

Von: APA/dpa

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