Die Erfolgsraten künstlicher Befruchtungen sollen erhöht werden

Britische Forscher verändern Erbgut von Embryonen

Donnerstag, 21. September 2017 | 12:44 Uhr

Erstmals in Großbritannien haben Forscher das Erbgut menschlicher Embryonen gezielt verändert. Das Team des Londoner Francis-Crick-Instituts will die Erfolgsraten künstlicher Befruchtungen erhöhen. Dafür änderten die Experten kurz nach der Befruchtung das Erbgut von 41 Embryonen, wie sie in “Nature” berichten. Das aktive Verändern der menschlichen DNA ist international äußerst umstritten.

In Schweden gebe es ähnliche Versuche an Embryonen, die aber noch nicht publiziert worden seien, sagte der Pressesprecher des renommierten Instituts am Donnerstag. Mit Hilfe der sogenannten Gen-Schere CRISPR/Cas9 schalteten die Wissenschafter ein Gen ab, das eine Schlüsselrolle bei der frühen Embryonalentwicklung spielt. Die Embryonen durften sich nur maximal sieben Tage entwickeln und keiner Frau eingepflanzt werden.

Die Forscher wollen nach eigenen Angaben verstehen, “wie menschliche Embryonen welche Gene brauchen, um sich erfolgreich zu entwickeln”. Dies könnte langfristig dazu beitragen, Fehlgeburten zu verhindern.

Das aktive Verändern der menschlichen DNA ist in zahlreichen Ländern verboten. Kritiker befürchten, dass sogenannte Designerbabys geschaffen werden könnten.

Die Bioethikerin Sarah Chan von der schottischen Universität Edinburgh sieht diese Gefahr bei den Versuchen in Großbritannien nicht: “Es ist ganz klar, dass das Ziel der Versuche die Grundlagenforschung ist”, sagte sie dem Sender BBC.

Von: APA/dpa

Kommentare

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5 Kommentare auf "Britische Forscher verändern Erbgut von Embryonen"


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Tabernakel
1 Monat 2 Tage

Nach dem Brexit werden die sich was einfallen lassen müssen. Sonst sterben die Inselaffen aus.

iuhui
iuhui
Superredner
1 Monat 2 Tage

die künstliche Befruchtung wäre abzuschaffen und nicht zu verbessern!

wellen
wellen
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Die Erfindung der Genschere CRISP wird alles dagewesene revolutionieren. Was bisher in science fiction Filmen gezeigt wird, nichts dagegen. Wer die Büchse der Pandora öffnet….

iuhui
iuhui
Superredner
1 Monat 2 Tage

genau! der homo sapiens führt sein Krieg mit sich selbst weiter… und es ist kein gutes Ende in Sicht!

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

In der ethischen Bewertung gibt es in Zusammenhang mit der In-Vitro-Fertilisation mehrere ethische Dileammatas:
so die Frage, wie man Embryonen, in denen nachweislich schon die vollständige DNA enthalten ist, einstuft;
die Frage ob man Designerbabys schaffen darf;
die Frage der Leihmutterschaft und viele mehr.
Es stellt sich aber auch die Frage, ob eine Adoption nicht eine Alternative sein könnte, um den Kinderwunsch zu erfüllen.

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