Nebenklage stellt Schadenersatzforderung

Bruder angegriffen: Verkürztes Verfahren für Rabanser

Donnerstag, 30. Juni 2022 | 19:39 Uhr

Bozen – Ivo Rabanser (43) muss sich in einem verkürzten Verfahren wegen erschwerten Mordversuches verantworten. Der 43-Jährige hat bekanntlich im vergangenen Sommer versucht, seinen Bruder in St. Christina in Gröden mit einem Messer zu töten, nachdem er in dessen Haus eingedrungen war. Am Donnerstag musste Rabanser vor Gericht erscheinen. Dem Antrag der Verteidigung auf ein verkürztes Verfahren wurde stattgegeben.

Dem psychiatrischen Gutachten zufolge, das im Verlauf der Untersuchung erstellt wurde, ist der Mann zurechnungsfähig. Rabanser wollte mit seinem Bruder auf dramatische Weise offenbar eine alte Rechnung begleichen – vermutlich aufgrund alter familiärer Konflikte, die nie wirklich aufgearbeitet worden waren. Ein klares Motiv konnte die Staatsanwaltschaft allerdings nicht ermitteln. Auch heute kam ein solches nicht zur Sprache.

Medienberichten zufolge haben sich heute der Bruder des Angeklagten, Martin Rabanser und dessen Frau als Nebenkläger in den Prozess eingelassen. Sie fordern auch einen Schadenersatz für die erlittenen physischen und psychischen Schäden nach dem unerwarteten Eindringen des Aggressors. Bekanntermaßen hatte Ivo Rabanser zuvor 25 Jahre lang keinen Kontakt zu seinem Bruder.

Als Erschwernisgrund gilt die Tatsache, dass er sich gegen einen direkten Verwandten gewandt hat. Zudem war dieser mitten in der Nacht in einem Zustand mangelnder Schutzfähigkeit.

Aufgrund des verkürzten Verfahrens könnte der 43-Jährige möglicherweise mit einer Haftstrafe unter fünf Jahren davonkommen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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