Das Zeitfenster für die Eingeschlossenen wird kleiner

Buben in Höhle vorerst nicht bereit für Tauchgang

Freitag, 06. Juli 2018 | 21:42 Uhr

Die in einer Höhle in Thailand festsitzenden Buben werden vorerst nicht selbst ins Freie tauchen können. Die Fußballmannschaft und ihr Trainer seien noch nicht bereit für den komplizierten Tauchgang, sagte der Leiter der Rettungsaktion, Narongsak Osottanakorn, am frühen Samstagmorgen. Am Freitag hatte der Tod eines Navy-Seal-Tauchers die Hoffnung auf Rettung getrübt.

Seitdem die Buben am Montagabend gefunden wurden, haben sie grundlegendes Tauchtraining erhalten. Aber keiner von ihnen verfügt über Taucherfahrung, einige können nicht einmal schwimmen. Der Weg aus der überschwemmten Tham-Luang-Höhle ist selbst für erfahrene Taucher ein kräftezehrender fünfstündiger Tauchgang. “Bedenkt, ein Navy Seal ist gerade letzte Nacht gestorben”, wandte der freiwillige Helfer Rafael Arush aus Israel ein.

Der ums Leben gekommene Taucher Saman Kunan hatte am Aufbau einer Sauerstoffleitung zu der eingeschlossenen Fußballmannschaft mitgearbeitet, wie die Behörden mitteilten. Auf dem Rückweg aus der Höhle habe er selbst nicht genügend Sauerstoff gehabt und sei ertrunken. Sein Begleiter habe vergeblich versucht, ihn in Sicherheit zu bringen.

Der Chef der thailändischen Militäreinheit Navy Seal, Apakorn Yookongkaew, bekräftigte dennoch den Willen der Einsatzkräfte, das Fußballteam aus der Höhle zu retten: “Wir haben einen Mann verloren, aber wir haben immer noch den Glauben, um unsere Arbeit zu erledigen.”

Saman war 2006 aus der thailändische Armee ausgeschieden und hatte sich als freiwilliger Helfer an dem Einsatz in der Tham-Luang-Höhle beteiligt. Laut der Facebook-Seite der thailändischen Navy Seals war er Triathlet und ein erfahrener Taucher. Eine Obduktion soll nun seine genaue Todesursache klären.

Die zwölf Fußballer im Alter zwischen elf und 16 Jahren waren am Samstag vergangener Woche mit ihrem 25-jährigen Trainer in die Höhle gegangen, kurz bevor diese durch anhaltende Monsunregen weitgehend überflutet wurde. Am Montag wurden sie nach neuntägiger Suche unversehrt gefunden und mit Lebensmitteln versorgt.

In der Folge wurden drei Möglichkeiten zu ihrer Rettung genannt: der riskante Tauchgang durch das schlammige Wasser in der Höhle, das Verlassen der Höhle durch einen alternativen Ausgang, der noch gefunden oder gebohrt werden müsste, oder das Abwarten der Buben in der Höhle bis zum Ende der Monsunzeit in einigen Monaten.

Letztere Option kommt für die Rettungskräfte nun allerdings offenbar nicht mehr in Frage. “Am Anfang haben wir gedacht, dass die Kinder lange bleiben können”, sagte Navy-Seal-Kommandeur Apakorn vor Journalisten. “Aber die Lage hat sich geändert, die Zeit ist mittlerweile begrenzt.”

Ein Vertreter der Marine teilte mit, dass der Sauerstoffgehalt in der Höhlenkammer, in der sich die Fußballmannschaft aufhält, gefallen ist. Mittlerweile wurden die Buben und ihr Trainer schon damit vertraut gemacht, wie sie mit einer Sauerstoffflasche unter Wasser atmen können. Auch im Tauchen sollen sie unterrichtet werden.

Zu allem Überdruss regnete es am Freitag heftig, und für die kommende Zeit wurden weitere Regenfälle erwartet. Dadurch könnte der Wasserspiegel in der Höhle trotz des Einsatzes zahlreicher Hochleistungspumpen weiter steigen.

Der High-Tech-Pionier Elon Musk bat unterdessen seine Hilfe an. Der US-Unternehmer teilte am Freitag über den Kurzbotschaftendienst Twitter mit, er habe Teams seines Raumfahrtunternehmens SpaceX und seiner Ingenieurfirma Boring in das südostasiatische Land entsandt. Boring ist auf Tunnelbau spezialisiert.

Von: APA/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

8 Kommentare auf "Buben in Höhle vorerst nicht bereit für Tauchgang"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
andy215
andy215
Grünschnabel
11 Tage 17 h

Ich verstehe nicht wie man ohne Führer in eine Höhle gehen kann. Das ist etwas verantwortungslos vom Trainer

Staenkerer
11 Tage 14 h

in der höhle gien schun mehrere i glab glesn zu hobn das dort a buddastatue steht de verehrt werd, das plötzliche, sturmflutartige regenfälle jemand in orge bedrängniss bringen konn sollten mir do im gebirge am bestn verstien!
der tainer hot bis jetz voebildlich reagiert, des derrichtat nit jeder!

Sag mal
Sag mal
Universalgelehrter
11 Tage 13 h

@Staenkerer ja. SUPER vorbildlich. Und jetzt.

Staenkerer
11 Tage 9 h

@Sag mal sie tien jo olles, zaubern kennen se a nit!
betn, hoffn, daumendruckn, aufn trainer schimpfn brings nit, wenn der nit nervn wie drahtseile hat, hatn se schun olle toter gfundn!

Miniwahr
Miniwahr
Grünschnabel
11 Tage 9 h

Hoffentlich geht das Ganze doch noch gut aus. Das ist ein Albtaum…

Loewe
Loewe
Tratscher
11 Tage 7 h

Die brauchen alle sehr viel Geduld! Die kommen alle noch heil raus!!

klara
klara
Tratscher
11 Tage 9 h

Der letzte Absatz oben – ob den auch die lieben Tresenstemmer hier gelesen haben? Und ob er ihnen ein bissl zu denken gibt, falls sie ihn gelesen haben?

der Rote Wichtel
11 Tage 6 h

Erinnert stark an den Einschluss der 33 Chilenischen Bergleute im Jahr 2010…
Ich prophezeie hiermit, dass die 13 Eingeschlossenen nach 33 Tagen also am 25.-26. Juli in einer ähnlichen Bergeaktion gerettet werden!

wpDiscuz