Pfarre von Gaza vor 140 Jahren von Südtiroler gegründet

Christen im Gazastreifen feierten Ostern von Außenwelt isoliert

Montag, 05. April 2021 | 12:00 Uhr

Während in Israel dank der Impfkampagne Licht am Ende des Covid-Tunnels in Sicht ist, kann dies vom Gazastreifen ganz und gar nicht behauptet werden. Nachdem das Virus aufgrund der Isolierung des Küstengebiets erst im vergangenen Herbst nachgewiesen wurde, gehen die Infektionszahlen nun stark nach oben, berichtete der örtliche katholische Pfarrer Gabriel Romanelli laut Kathpress gegenüber dem Nachrichtendienst AsiaNews.

Die israelischen Behörden erteilten zu Ostern keine Reisegenehmigung für die kleine katholische Gemeinde in Gaza. Dafür nahmen so gut wie alle Gemeindemitglieder um Ostern an den Liturgien teil, so der Pfarrer. Auch orthodoxe Gläubige kamen. Nach kirchlichen Schätzungen leben gegenwärtig weniger als 1.000 Christen im Gazastreifen, darunter rund 130 Katholiken. In Gaza wachse in der Bevölkerung die “Unsicherheit” über die steigende Zahl von Covid-19-Fällen, das habe zugleich unter den Christen den tiefen Wunsch verstärkt, “an den Osterfeiern teilzunehmen”. Der Glaube und die Gemeinschaft trage die kleine christliche Gemeinschaft in Gaza, die “von der Außenwelt ausgeschlossen ist”, so Pfarrer Romanelli.

Während im vergangenen Jahr zu Ostern keine öffentlich zugänglichen Gottesdienste stattfinden durften, sei dies heuer anders gewesen. Die in Gaza regierende, radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas habe die Gottesdienste gestattet. Zwar sei als eine Covid-Maßnahme in Gaza ein Autoverbot erlassen worden, für Christen, die zum Gottesdienst wollten, habe es aber Ausnahmen gegeben.

Pfarrer Romanelli zeigte sich enttäuscht darüber, dass es nun für die Bewohner von Gaza überhaupt keine Möglichkeit mehr gibt, das Territorium zu verlassen. Und auch für die wenigen Ausländer vor Ort, Romanelli ist etwa Italiener, werde die Ein- und Ausreise immer schwieriger und die bürokratischen Hürden würden immer höher. “AsiaNews” zitierte einen Beamten des Gesundheitsministeriums von Gaza, wonach die epidemiologische Situation mit mehr als 65.000 Fällen und 610 Todesfällen höchst bedenklich sei. Gaza hat laut Schätzungen bis zu zwei Millionen Einwohner.

Vor knapp 15 Jahren lebten in Gaza noch rund 5.000 Christen. Die nunmehrigen 1.000 machen bei den fast zwei Millionen Einwohnern von Gaza nur eine verschwindend kleine Minderheit aus. Die katholische Pfarre von Gaza wurde vor rund 140 Jahren vom Südtiroler Georg Gatt, der auch Vize-Rektor des Österreichischen Pilger-Hospizes in Jerusalem war, gegründet. Heute leben rund 130 Katholiken in Gaza. Die übrigen Christen gehören zumeist der Griechisch-orthodoxen Kirche an.

Von: apa

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