Datenträger ausgewertet

Co-Pilot hat sich über Cockpit-Türen informiert – VIDEO

Donnerstag, 02. April 2015 | 18:15 Uhr

Düsseldorf/Le Vernet – Laut dem Düsseldorfer Staatsanwalt Christoph Kumpa werten die Ermittler derzeit Unterlagen sowie beschlagnahmte Datenträger zum Absturz der Germanwings-Maschine aus. "Bei der Durchsuchung an der Wohnanschrift in Düsseldorf konnte darüber hinaus ein sogenanntes Tablet sichergestellt und bereits ausgewertet werden. Der Name des Anmelders, die persönliche Korrespondenz und eingegebene Suchbegriffe tragen den Schluss, dass das Gerät im tatrelevanten Zeitraum vom Co-Piloten genutzt wurde. Der Browser-Verlauf war nicht gelöscht. Insbesondere konnten die in der Zeit vom 16. bis zum 23.03.2015 mit diesem Gerät aufgefundenen Suchbegriffe nachvollzogen werden.  Danach hat sich der Nutzer zum einen mit medizinischen Behandlungsmethoden befasst, zum anderen über Arten und Umsetzungsmöglichkeiten einer Selbsttötung informiert. An mindestens einem Tag hat sich der Betreffende darüber hinaus über mehrere Minuten mit Suchbegriffen über Cockpit-Türen und deren Sicherheitsvorkehrungen auseinandergesetzt."

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Aufgrund des Umfangs der auszuwertenden Dokumente und der Vielzahl der Dateien sei in den kommenden Tagen nicht mit weiteren Ermittlungsergebnissen zu rechen, sagte Kumpa.

Nach Medienberichten soll nun aber auch der zweite Teil der Blackbox entdeckt worden sein. Ermittler hätten den Flugdatenschreiber sichergestellt, berichteten französische Medien unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Agence France Presse am Donnerstag.

Der Stimmenrekorder war bereits in der vergangenen Woche gefunden worden. Die Auswertung der Gespräche und Geräusche im und vor dem Cockpit lässt die Staatsanwaltschaft vermuten, dass der 27-jährige Co-Pilot den Airbus A320 absichtlich in den französischen Alpen zum Absturz gebracht haben könnte.

Von: Reuters