Staatsanwaltschaft Salzburg ortet Tatbegehungsgefahr

Corona-Infizierter Arzt behandelte Patienten in Salzburg

Donnerstag, 04. März 2021 | 17:16 Uhr

Das Landesgericht Salzburg hat am Donnerstagnachmittag über einen mit dem Coronavirus infizierten Arzt im Pongau, der die Quarantäneanordnung der Behörde zweimal ignoriert haben soll, die Untersuchungshaft verhängt. Als Haftgrund wurde Tatbegehungsgefahr angegeben. Der Mediziner wurde am Mittwoch wegen “Verdachtes der vorsätzlichen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten” im Gasteinertal festgenommen.

Gerichtssprecher Peter Egger erläuterte in einer Aussendung, warum eine Tatbegehungsgefahr vorliegt. In seinem Beschluss sei das Gericht davon ausgegangen, dass der Mann positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Die Tat, welcher der Beschuldigte dringend verdächtig sei, habe in ihrer gesamtgesellschaftlichen Wirkung schwere Folgen, zumal es sich bei dem Mann um einen Arzt handle, der trotz positiven Tests ordiniert haben soll.

Aufgrund der Eigenschaft als Arzt hätte er, so das Gericht, über die medizinischen Hintergründe genau Bescheid wissen müssen, erklärte Egger. Der Mediziner habe sich – so der dringende Tatverdacht – trotzdem der Absonderung widersetzt. “Gelindere Mittel sind mit Blick auf die fehlende Unrechtseinsicht des Beschuldigten nicht geeignet, die Haftgründe aufzuheben.” Es gelte die Unschuldsvermutung.

Die Staatsanwaltschaft Salzburg hatte am Donnerstagvormittag einen Antrag auf Verhängung der U-Haft wegen Tatbegehungsgefahr beim Landesgericht eingebracht. Der Arzt habe trotz der behördlichen Quarantäneanordnung noch einen Patienten in seiner Ordination behandelt. Am nächsten Tag sei er erneut in die Ordination gekommen und habe einen Mitarbeiter und Ordinationspartner einer Ansteckungsgefahr ausgesetzt. Aufgrund des sorglosen Verhaltens des Mediziners sei als Haftgrund eine Tatbegehungsgefahr geltend gemacht worden, erläuterte Staatsanwaltschaftssprecherin Elena Haslinger im APA-Gespräch.

Der Zahnarzt hat einen Vertrag mit der Österreichischen Gesundheitskasse. Man habe heute die Generaldirektion ersucht, die Auflösung des Vertrages umzusetzen, sagte ÖGK-Arbeitnehmerobmann Andreas Huss zur APA. Auch die Zahnärztekammer stehe dahinter. Huss bestätigte Medienberichte, wonach sich schon einige Patienten beschwert hätten, dass der Arzt Patienten ohne Mund-Nasen-Schutz und nur dann behandle, wenn sie ihm zur Begrüßung die Hand geben.

Von: apa

Kommentare

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4 Kommentare auf "Corona-Infizierter Arzt behandelte Patienten in Salzburg"


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ferri-club
ferri-club
Tratscher
1 Monat 8 Tage

Der hot sicher lai gewellt schaugn wie des sich auswirkt um danoch groaß in die Welt hinaus zu prahlen mit seiner Anschauung

Smirre15
Smirre15
Tratscher
1 Monat 8 Tage

wenn man dies in den österreichischen Medien verfolgt so handelt es sich um einen ZAHNarzt und nicht einfach ARZT. So scheint es als ob jemand gegen Ärzte was hat und rückt diese in ein schlechtes Licht und ja besagter Herr gehört lt. Medienberichten eher zur “komischen” Fraktion denn er besteht anscheinend auf Händeschütteln, keine Maske usw…..

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

Ob Arzt oder Zahnarzt: ist er in Quarantäne und hält sich nicht an die Auflagen, behandelt er sogar Patienten: das gilt in Deutschland z.B. als vorsätzliche Körperverletzung. Ihm MUSS die Approbation (Zulassung) entzogen werden, da er vorsätzlich gehandelt hat.
Für ihn ist es das berufliche Ende. Als Straftäter droht ihm auch der Ausschluss aus der Zahnärztekammer.

Smirre15
Smirre15
Tratscher
1 Monat 8 Tage

@Tigre……… da hast du sicher recht und er soll und muss die Konsequenzen tragen. Mir ging es mehr um die Art der Berichterstattung, ich finde diese schon längere Zeit nicht mehr objektiv. Und in der Überschrift das Schlagwort Arzt (wo viele ja eh nur die Überschrift lesen) ist ein tatkräftiges Wort das dann bei den Erzählungen gerne aufgegriffen wird und im Endeffekt entstehen dann ja auch wieder Fake News………

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