Rückholaktion von österreichischen Touristen am Flughafen in Rom

Corona: Reisewarnung für Frankreich, Spanien und Schweiz

Freitag, 13. März 2020 | 18:39 Uhr

Das Außenministerium hat wegen der Coronavirus-Epidemie eine Reisewarnung für Frankreich, Spanien und die Schweiz herausgegeben. Dies geht aus den am Freitag aktualisierten Reisehinweisen für die drei Staaten hervor. Damit gilt für diese drei Staaten die höchste Sicherheitsstufe, die wegen des Coronavirus zuvor bereits für Italien, den Iran und Teile Chinas gewählt worden war.

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Für ganz Frankreich, Spanien und die Schweiz gelte eine Reisewarnung (Sicherheitsstufe 6) und vor Reisen in diese Länder “wird gewarnt”, betonte das Außenministerium. “Es wird dringend geraten, nicht unbedingt notwendige Reisen zu verschieben bzw. von derzeit noch bestehenden Rückreisemöglichkeiten Gebrauch zu machen”, hieß es in den drei Fällen gleichlautend. Im Falle Südfrankreichs wird den Österreichern aber explizit davon abgeraten, über Italien zurückzureisen, da für dieses Land ebenfalls schon eine Reisewarnung gilt. Die Austrian Airlines strich umgehend alle Flüge in die betroffenen Länder.

Zahl der Toten in Italien weiter gestiegen

In den drei Ländern hatte sich das Coronavirus in den vergangenen Tagen stark ausgebreitet. Bundeskanzler Sebastian Kurz und Innenminister Karl Nehammer (beide ÖVP) gaben am Freitagnachmittag in einer Pressekonferenz bekannt, dass alle Flüge in diese Länder ab Montag gestrichen werden. An der Grenze zur Schweiz würden zudem Personenkontrollen eingeführt. Nehammer rief die Österreicher in den drei Staaten auf, “in aller Ruhe” und “geordnet” zurückzukehren.

Österreichische Reisewarnungen gibt es ansonsten für Konfliktgebiete wie Afghanistan, den Irak, Jemen, Libyen, Mali, Mauretanien, Niger, Somalia, den Südsudan, Syrien und die Zentralafrikanische Republik. Partielle Reisewarnungen (Warnungen für Teile der jeweiligen Staatsgebiete) bestehen für Ägypten, Algerien, Äthiopien, Burkina Faso, Indien, Kamerun, Kenia, die Demokratische Republik Kongo, den Libanon, Marokko, Nigeria, Pakistan, Palästina, die Philippinen, den Sudan, Thailand, Tschad, Tunesien, die Türkei, die Ukraine und Venezuela.

Bereits am Donnerstag hatte das Außenministerium in einem außergewöhnlichen Schritt die ganze Welt zu einem Gebiet mit “hohem Sicherheitsrisiko” für Österreicher erklärt. Dabei handelte es sich jedoch nur um die Sicherheitsstufe 4, die nicht zu kostenlosen Reisestornierungen berechtigt.

Außenamtssprecher Peter Guschelbauer begründete die Verschärfung vor allem mit unsicheren Rückreisemöglichkeiten, weil etwa Fluglinien die Verbindungen einstellen. “Die Gefahr, dass man nicht mehr zurückkommt, ist hoch”, sagte er. Deshalb sollen alle geschäftlichen und touristischen Reisenden auf nicht notwendige Reisen verzichten bzw. nach Österreich zurückkehren.

Am Freitagnachmittag sind die letzten heimischen Touristen, die noch in Italien festsaßen, nach Wien zurückgekehrt. Das Außenministerium hatte für rund 150 Urlauber einen Sonderflug mit einer AUA-Maschine organisiert. Die Rückkehrer kommen nun für 14 Tage in selbstkontrollierte Heimquarantäne. Die betroffenen Italien-Urlauber waren nicht mehr aus dem Land gekommen, nachdem die Flug- und Zugverbindungen gekappt wurden. Einige wenige Individualtouristen, die großteils mit dem eigenen Pkw nach Italien gefahren waren, befanden sich am Freitag wieder in der Heimat bzw. am Weg zurück.

Derzeit sind immer noch mehrere 10.000 Österreicher im Ausland unterwegs. Über 30.000 hatten im Vorfeld ihre Auslandsreise beim Außenministerium registriert, teilte Guschelbauer am Freitag auf APA-Anfrage mit. Er vermutete, dass sich derzeit im Gesamten mindestens doppelt so viele Österreicher im Ausland aufhalten. Meldungen über “gestrandete” Touristen liegen dem Außenministerium noch nicht vor. Allerdings wird befürchtet, dass es in naher Zukunft aufgrund von eingestellten Flugverbindungen und Einreiseverboten, die Länder wie Saudi-Arabien und Argentinien bereits für Europa verhängt haben, dazu kommen könnte.

Von: apa

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