Große Nachfrage nach Gratis-Corona-Tests

Corona-Testmöglichkeiten in Österreich werden ausgeweitet

Montag, 21. Dezember 2020 | 16:56 Uhr

Wegen der hohen Nachfrage vor Weihnachten werden die Corona-Testmöglichkeiten vielerorts in Österreich ausgeweitet. Die drei Wiener Teststraßen sind stark frequentiert. Wer einen Corona-Schnelltest dort absolvieren möchte, hat nun auch beim Stadion die Möglichkeit dazu. Auch in Niederösterreich und dem Burgenland wurden die Möglichkeiten für kostenlose Corona-Untersuchungen ausgeweitet. Mehr Kapazitäten und einen großen Andrang gibt es auch in der Steiermark und Salzburg.

Für die Schnelltests beim Stadion in Wien ist eine Terminvereinbarung nötig. Aber auch PCR-Tests werden dort durchgeführt, wobei etwa Reiserückkehrer als Zielgruppe gelten. Hier muss man auf Ergebnisse jedoch bis zu 48 Stunden warten. Termine vor dem Fest sind jedoch schon rar. Dass die Schnelltests begehrt sind, hat sich am Wochenende beim Austria Center (ACV) gezeigt. Bei den Testboxen im Garagenbereich kam es zu massiven Staus – was nicht nur am großen Andrang lag, sondern vor allem an dem Umstand, dass man inzwischen auch Anmeldungen für Familien bzw. Gruppen tätigen kann.

Laut Rathaus wird dabei von den Besuchern mitunter vergessen, die Daten aller Anreisenden vorab ins System einzutragen. Die zeitraubende Erfassung der Informationen muss in diesen Fällen erst unmittelbar vor dem Test vorgenommen werden, was zu Verzögerungen führt. Empfohlen wird dringend, die Eintragung schon bei der Anmeldung zu erledigen. Nicht ganz so heftig war der Andrang im ACV bei den “Walk-Ins” im Foyer. Dort wurden nun auch zusätzliche Testlinien eröffnet.

Die Coronachecks sind jedenfalls bereits gut gebucht: Allein für das Austria Center sind laut dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bis zum 7. Jänner bereits mehr als 80.000 Termine vergeben worden. Im Stadion, wo erst heute die ersten Zeitslots bereitgestellt wurden, sind es schon mehr als 5.000 Buchungen. Für den 23. und 24. Dezember wurde die Zahl der Anmeldungen bei diesen Standorten mit rund 35.000 beziffert. Laut Hacker-Büro wird derzeit geprüft, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen.

Die dritte Teststraße befindet sich auf der Donauinsel, wobei dort keine Schnelltests absolviert werden können. Das Angebot richtet sich unter anderem an Personen mit Symptomen, wobei diese jedenfalls mit dem Auto zur Station kommen müssen.

Auch in Niederösterreich wurde die Kapazität für die seit Montagfrüh laufenden kostenlosen Corona-Untersuchungen ausgeweitet. An den fünf Standorten im Bundesland werden nach Angaben des Bundesheeres anstatt der geplanten zehn nunmehr 21 Teststraßen angeboten. Begründet wurde dieser Schritt mit dem “großen Interesse”. Bis zum Vormittag wurden nach Angaben des Dashboards von Notruf Niederösterreich mehr als 35.000 Anmeldungen registriert.

An den Stationen in Amstetten, Korneuburg, St. Pölten, Wiener Neustadt und Zwettl werden bis zum Dienstag 250 Soldaten sowie zivile Bedienstete des Bundesheeres eingesetzt. Ursprünglich waren 170 geplant gewesen. “Wir sind in der Lage, unsere Kapazitäten schnell an die Erfordernisse anzupassen”, betonte Militärkommandant Martin Jawurek. Kostenlose Antigentests sind am Montag und Dienstag jeweils von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr möglich. Positive Resultate werden – wie schon bei den zuvor abgewickelten flächendeckenden Untersuchungen – mittels PCR-Test an einer der Drive-in-Stationen im Bundesland überprüft.

Der Auftakt der Impfungen gegen das Coronavirus wird in Niederösterreich unterdessen bereits am Sonntag und somit einen Tag früher als ursprünglich geplant stattfinden. “Wenige Tage vor dem Weihnachtsfest ist das eine sehr gute Nachricht”, hielt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Montag fest. Die ersten Vakzine sollen in Pflegeheimen und Kliniken zur Anwendung kommen.

Das Land Burgenland hat am Montag die Kapazitäten bei den vor Weihnachten gratis angebotenen Corona-Antigen-Schnelltests kurzfristig ausgeweitet. Grund dafür sei die “enorme” Nachfrage, hieß es vom Koordinationsstab Coronavirus. Auch das Personal der landeseigenen Telefonhotline wird aufgestockt, nachdem die Leitungen vorübergehend voll ausgelastet waren. Eine Möglichkeit zur Testung besteht noch Dienstag und Mittwoch. Bei den Teststraßen in Eisenstadt und Oberpullendorf werde es an beiden Tagen nun von 12.00 bis 20.00 Uhr (statt bisher von 12.30 bis 15.30 Uhr) möglich sein, sich testen zu lassen. Auch in den anderen Bezirken sei eine Ausweitung der Testzeiten in Planung.

Drei Tage vor Weihnachten werden an mehreren steirischen Standorten noch kostenlose Corona-Massentests für die Bevölkerung angeboten. Der Andrang zu den Terminen war im Vorfeld groß, daher kamen Montagfrüh viele auch ohne Termin direkt zu den Standorten in Bruck/Mur, Liezen, Gleisdorf, Judenburg und Graz zur Messehalle. Bei letzterer hatte sich am Vormittag bei einem Lokalaugenschein eine mehr als 100 Meter lange Warteschlange mit etwa 100 Testwilligen gebildet.

An allen Standorten galten ursprünglich die Öffnungszeiten: Montag und Dienstag jeweils von 8.00 bis 20.00 Uhr sowie am 23. Dezember von 8.00 bis 13.00 Uhr. Wegen der hohen Nachfrage wurden nun aber die Testzeiten am Mittwoch bis 18.00 Uhr ausgedehnt. Weiters wird ab Dienstag auch die Stadtgemeinde Leibnitz gemeinsam mit der Gemeinde Wagna im Schulzentrum Leibnitz einen zusätzlichen Standort mit zwei Testspuren betreiben.

An den anderen fünf Standorten wurden vom Bundesheer auch zusätzliche Teststraßen eingerichtet, um den Andrang zu bewältigen. In Graz stehen nun am Messegelände sechs Teststraßen, im oststeirischen Gleisdorf vier und in Liezen und Bruck jeweils drei zur Verfügung. Der Standort Judenburg bleibe bei den derzeit zwei Testspuren, hieß es in der Aussendung des Landes Steiermark.

Auch in Kärnten wird das Gratis-Testangebot ausgeweitet. Bei den Gratis-Antigentests in Klagenfurt herrschte am Montag starker Andrang. Auch in Villach war viel los. Ab Dienstag gibt es für die Bevölkerung in Unterkärnten ein zusätzliches Angebot. In Wolfsberg kann man sich am Dienstag und Mittwoch von 8.00 bis 19.00 Uhr und auch noch am Heiligen Abend von 8.00 bis 12.00 Uhr einem Schnelltest unterziehen. Auch in Oberkärnten soll noch eine Teststraße eingerichtet werden.

Wegen des Ansturms auf die Gratistests vor den Feiertagen weitet auch das Land Oberösterreich die Kapazitäten neuerlich aus. Mit Stand Sonntagabend hatten sich 18.000 Leute angemeldet. Bis Montagmittag waren von 3.083 Tests 53 nicht bestimmbar und 50 positiv. Das entspricht einer bisherigen Infizierten-Rate von 1,7 Prozent – deutlich mehr als bei den Massentests von 11. bis 14. Dezember, wo weniger als 0,4 Prozent positiv waren.

Die Termine für die kostenlosen Antigentests gingen weiterhin weg wie die warmen Semmeln. Bereits am Sonntag waren die Kapazitäten um zusätzliche Teststraßen an den Standorten Vöcklabruck, Bad Leonfelden, Ried im Innkreis und Schlierbach erhöht und in Linz ein zusätzlicher Standort im Design-Center Linz geschaffen worden. Ab Dienstag kommen mit Wels (Messehalle 20) und Steyr (Stadthalle Tabor) zwei weitere Standorte hinzu und im Design-Center wird ebenso wie in der Berufsschule 8 in Linz die Zahl der Teststraßen noch einmal aufgestockt. Insgesamt wurden die Kapazitäten damit von ursprünglich 2.500 auf 11.100 Tests pro Tag erhöht.

In Salzburg ist am Montag der Andrang auf die kostenlosen Corona-Schnelltests so groß gewesen, dass die Kapazitäten aufgestockt werden mussten. Die ab 9.00 Uhr geöffneten Teststraßen in den neun Testlokalen im ganzen Land reichten nicht aus. Es bildeten sich am frühen Vormittag teils lange Warteschlangen, vor allem beim Europark in der Stadt Salzburg. Deshalb wurden dort und an vier weiteren Standorten in den Bezirken insgesamt sechs zusätzliche Teststraßen eingerichtet.

Die Zahl derer, die sich vor der Zusammenkunft mit ihren Familien zu Weihnachten noch testen lassen wollen, wurde offenbar unterschätzt. Vor allem bei der Teststation am Parkplatz an der S-Bahn-Haltestelle Taxham beim Europark soll die Wartezeit laut Teilnehmern mehrere Stunden betragen haben. Die vier Teststraßen reichten nicht aus. Aber auch bei der Teststation in Hallein bildete sich ein Rückstau.

Von: apa