Niedrige Impfquoten in ärmeren Ländern besorgniserregend

Corona-Varianten erhöhen den Bedarf nach neuen Impfstoffen

Montag, 21. Juni 2021 | 13:55 Uhr

Auch im zweiten Jahr der Pandemie wird weiter auf Hochtouren nach Impfstoffen und Medikamenten gegen Corona geforscht. Laut einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY befanden sich Anfang Juni 260 Vakzine und über 500 Therapeutika gegen das Virus in der Entwicklung. Zudem seien inzwischen mehr als 1.000 verschiedene Corona-Tests auf dem Markt. Vor allem der Bedarf an Arzneien sei hoch, angesichts der neuer Virus-Varianten seien aber auch weitere Impfstoffe nötig.

“Die große Sorge, die wir alle haben müssen, ist die deutlich geringere Impfquote in ärmeren Ländern”, sagte EY-Experte Alexander Nuyken am Montag. Diese seien ein Brutkasten für weitere Varianten. “Das ist ein erhebliches Problem für die weitere Entwicklung der Pandemie.”

Nach Schätzungen von EY haben bisher nur 0,8 Prozent der Menschen in einkommensschwachen Ländern mindestens eine Impfdosis erhalten und insgesamt 20,7 Prozent der Weltbevölkerung. “Erst wenn deutlich über 60 Prozent der Weltbevölkerung vollständig geimpft ist, wird die Zahl der Varianten voraussichtlich zurückgehen”, sagte Klaus Ort, Leiter des Bereiches Life Sciences und Healthcare bei EY in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zwar seien die Karten für die Impfstoffentwicklung weitgehend verteilt, neue Virus-Varianten könnten aber den Bedarf an neuen Vakzinen fördern.

In der EU sind derzeit vier Covid-Impfstoffe zugelassen, 17 weitere befinden sich der EY-Untersuchung zufolge in der entscheidenden dritten Phase der klinischen Entwicklung. Die Unternehmen, die jetzt noch kein Mittel in der zweiten und der dritten Phase der Entwicklung haben, dürften es nach Einschätzung Nuykens schwer haben, noch eine relevante Rolle zu spielen. Andererseits steige der Bedarf nicht nur mit neuen Varianten. Auch seien die mRNA-Impfstoffe von BioNTech und Moderna wegen der erforderlichen Kühlkette weniger geeignet für den Einsatz in Entwicklungsländern. Von Vorteil sei es zudem, wenn ein Vakzin wie das von Johnson & Johnson nur eine Dosis erfordere.

Für die Pharma- und Biotechindustrie ist das Covid-Impfstoffgeschäft ein Milliardenmarkt. Im vergangenen Jahr spiegelte sich das aber noch nicht in den Bilanzen wider. “Die Branche ist kein Krisengewinner, denn Corona führte bei verschiebbaren Behandlungen zu Verzögerungen und beeinträchtigte laufende Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Dass die Branche dennoch wuchs, verdankt sie Erfolgen in der Entwicklung von neuen Medikamenten gepaart mit langfristigen Trends wie der wachsenden und alternden Weltbevölkerung”, sagte Nuyken. Die Umsätze der weltweit 21 größten Pharmafirmen legten 2020 um 4,4 Prozent zu – im Jahr zuvor waren es noch fast 13 Prozent.

Von: APA/Reuters

Kommentare

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14 Kommentare auf "Corona-Varianten erhöhen den Bedarf nach neuen Impfstoffen"


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DerTourist
DerTourist
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Es geht nicht nur um Geld, denn in den meisten europäischen Ländern kann man deutlich sehen, dass die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, steigt, wenn die Menschen besser ausgebildet sind.

Orch-idee
Orch-idee
Superredner
1 Monat 9 Tage

@dertourist… Du meinst jetzt, die die sich nicht impfen lassen sind dumm oder blöd?
Und ihr geimpften seit die Genie… Daß werden wir wohl in ein paar Jahren sehen…

Missx
Missx
Kinig
1 Monat 9 Tage

@Der Tourist
Was bistn du für ein Vogel?

honga
honga
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

@orchidee nicht genie, aber wie wissenschaftlich gearbeitet und geforscht wird lernt man erst spät in der ausbildung. dementsprechend kann man mit informationen besser umgehen und weiss, was an unis usw. geleistet und wie gearbeitet wird. nach jahrelangem studium und mühen. zudem kennt dertourist zumindest den unterschied zwischen das und dass.

andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Eines ist klar diese Epidemie muss weltweit bekämpft werden denn sonst taucht sie immer wieder auf. Übrigens ein großer Dank an alle die sich impfen haben lassen. Unter anderem auch ich und ich möchte betonen das ich es im Februar nicht gerne gemacht habe. 👍

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

…da es so viele vernünftige Impfskeptiker gibt, braucht es auch keine Impfstoffe…ist ja logisch…
😃

Oracle
Oracle
Superredner
1 Monat 9 Tage

… dank der Deltavariante und diesen ganzen Impfmuffel ist die Herdenimmunität von 88% weit entfernt. Der nächste Herbst wird es zeigen… In Südtirol sollen es laut Biostatistiker 1000-1500 schwere Verläufe bei Coronainfektionen geben. Die Geimpften werden da wohl kaum betroffen sein…. Können wir uns noch so ein Jahr erlauben? Das sind enorme soziale Kosten, die man da nicht bedenkt. Wir haben bereits gesehen, wie der Schuldenberg Italiens in die Höhe gegangen ist. Irgendwann muss zurückgezahlt werden. 

traktor
traktor
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

oracl@
dann impf die gefährdenden und nicht die kinder!!!

One
One
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

So, bin wieder zurück. 6 Monate Südamerika war richtig geil. Corona kennt man dort nicht, weder in Bolivien noch in Venezuela. Wie siehts hier aus? Gibts Überlebende?

Oracle
Oracle
Superredner
1 Monat 9 Tage

Naja gerade unbekannt ist schon etwas weit hergeholt…., Coronatote in Südamerika: Brasilien: 501825, Mexiko 231.187, Peru 190.202, Kolumbien 99.934, Bolivien 16.176,…

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Überlebende gibt´s nicht. Aber das gesamte SN-Ensemble wurde für “Shaun of the Dead” gebucht.

Orch-idee
Orch-idee
Superredner
1 Monat 9 Tage

Sie mochn sich net große Sorgen, wegen der geringen Impfquote in ärmeren Länder… Schunscht tatn sie zuerst die sem impfen und net die Kinder, wos es gor net brauchet… 🙃

BMG
BMG
Neuling
1 Monat 9 Tage

Die Impf Lobby wert sich freuen noch mehr Geld für fragliche Impfstoffe und die gonz letzten werden dann an arme Länder gespendet …pure Nächstenliebe…

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Jo schaugs, dass es in oltn los werdet!

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