Zustrom zu Massentests in Südtirol zu Beginn groß

Von 24.242 Tests waren 596 positiv

Freitag, 20. November 2020 | 12:05 Uhr

Bozen – Die Aktion “Südtirol testet” dürfte großen Zuspruch seitens der Bevölkerung erhalten. Bereits zu Beginn der Massentests am Freitag war der Zustrom der Bevölkerung groß. In einigen Orten bildeten sich vor den Teststationen Schlangen. In anderen Gemeinden wurde ein Online-Vormerksystem eingerichtet, in wieder anderen Gemeinden wurde den Bürgern Zeitfenster vorgeschlagen, in denen bestimmte Ortsbereiche an der Reihe waren.

Der Aufruf des Landes Südtirol an die Bürger, Solidarität zu zeigen und zusammenzustehen, zeigte offenbar Erfolg. So hatten sich etwa in der Gemeinde Terlan bereits rund 85 Prozent der Bürger über das Vormerksystem einen Termin gesichert.

Die Massentests waren für das gesamte Wochenende angesetzt. Bereits am Freitag gegen 10.00 Uhr lag laut Informationen des Landes für 24.242 Tests ein Ergebnis vor. 596 davon fielen positiv aus. Das sind 2,5 Prozent. Während im bevölkerungsstärksten Gesundheitsbezirk Bozen bisher 1,8 Prozent von 9.679 durchgeführten Tests positiv waren, waren in den Bezirken Brixen und Meran jeweils 2,9 Prozent der Tests positiv. Im Bezirk Bruneck waren bei bisher 4.168 durchgeführten Tests 2,7 Prozent positiv.

Tests schon vor Freitag

Für einige Personen bestand auch die Möglichkeit, sich bereits vor Freitag testen zu lassen. So wurden von einigen Apotheken und Ärzten eigene Anlaufstellen organisiert, einige gegen Bezahlungen, andere kostenlos. Auch Unternehmen konnten sich organisieren und den Mitarbeitern einen Test im Haus anbieten, wenn dieser von einem Arzt durchgeführt wurde.

Wenn der Test positiv ausfällt, muss der Betroffene in häusliche Isolation und kann diese nach zehn Tagen ohne weiteren Test wieder verlassen, sofern er keine Symptome aufweist. Es ist auch kein zusätzlicher PCR-Test vorgesehen. Insgesamt hat das Land Südtirol 350.000 Antigen-Tests zur Verfügung gestellt.

“Gute Chance”

Der Biostatistiker Markus Falk der Forschungseinrichtung Eurac in Bozen hat eine Hochrechnung erstellt. Demnach könnte Südtirol bei einer Beteiligung von rund 70 Prozent der Bürger noch im Dezember die Neuinfektionen zurückfahren, ohne Massentest würde eine Normalisierung erst im März erfolgen.

“Andrang sollte sich normalisieren”

Der große Andrang gleich am ersten Tag der Testreihe hat dazu geführt, dass es bei einigen Teststationen – besonders in der Landeshauptstadt – zu Warteschlangen geführt hat. Diese haben sich aber zum Großteil im Laufe des Vormittags wieder aufgelöst. In den kommenden Stunden sollte sich der Andrang wieder normalisiert haben.

Der Sanitätsbetrieb bittet dringend darauf zu achten, dass die Nummer des eigenen Mobiltelefons und die Mailadresse korrekt angegeben und vor Abgabe noch einmal überprüft werden, damit es bei der Zustellung der Testergebnisse zu keinen Problemen kommt. Aufgrund des großen Ansturms kann es auch zu Verzögerung bei der Übermittlung der Testergebnisse kommen.

Die aktuellen Daten der Testreihe „Südtirol testet“ werden auf einer eigens dafür erstellten Internetseite veröffentlicht. Die Daten werden täglich mehrmals in regelmäßigen Abständen aktualisiert.

 

Beteiligung am 20.11.2020, 10.00 Uhr
Durchgeführte Tests gesamt: 24.242
Positiv getestete: 596
Positiv getestete Ansässige: 564
Quote der getesteten Ansässigen: 4,4 Prozent

Anzahl Getesteter:
Gesundheitsbezirk Bozen: 9.679
Gesundheitsbezirk Brixen: 4.067
Gesundheitsbezirk Bruneck: 4.168
Gesundheitsbezirk Meran: 6.328

Von: apa

Bezirk: Bozen