Seilbahnen und Pisten bleiben offen

Coronavirus: Alle Apres-Ski Lokale in Ischgl werden gesperrt

Dienstag, 10. März 2020 | 17:50 Uhr

Im Kampf gegen das Coronavirus setzt Tirol weitere Maßnahmen. So sollen in dem bekannten Wintersportort Ischgl (Bezirk Landeck), in dem zuletzt vermehrt Corona-Fälle aufgetreten waren, alle Apres-Ski Lokale gesperrt werden, erklärte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz. Ab Mittwoch werden zudem Grenzkontrollen zu Italien eingeführt.

In Südtirol wurden hingegen die Skigebiete geschlossen. Mehr dazu lest ihr HIER!

Hotels, Seilbahnen und Pisten sollen in Ischgl hingegen offen bleiben. Es habe sich gezeigt, dass die Infektionsgefahr in den Bars sehr groß sei. Alle Fälle würden auf ein Lokal zurückgehen, sagte Platter. Trotzdem sei die Situation keinesfalls mit Südtirol zu vergleichen, wo die Wintersaison bereits vorzeitig beendet wurde, denn immerhin sei Tirol kein Sperrgebiet, so Platter.

Am Mittwoch sollen im “Laufe des Tages” indes Grenzkontrollen an allen Grenzen zu Italien starten, sagte Edelbert Kohler, Landespolizeidirektor. Dabei werden alle Personen überprüft und deren Personalien festgestellt. Wer nicht den Kriterien entspreche, also wer entweder keinen Reisepass bei sich habe und kein ärztliches Attest vorweisen könne, wird wieder zurückgeschickt. Wer einreisen will, müsse sich 14 Tage in Quarantäne begeben. Das Durchreisen durch Tirol, etwa nach Deutschland, soll aber weiterhin erlaubt bleiben.

Auch der internationale Zugverkehr nach Italien wird gestoppt, sagte Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne). Der Direktbus zwischen Innsbruck und Lienz, der normalerweise über Südtirol verkehrt, wird in Zukunft über den Felbertauern fahren. Auch im Güterverkehr kommt es zu Kontrollen. Alle Lkw-Fahrer, die aus Süden kommen, müssen sich einem Gesundheits-Check unterziehen. Rund 300 Polizisten sollen täglich für die Grenzkontrollen im Einsatz sein.

In Tirol gibt es fünf weitere bestätigte Coronavirus-Erkrankungen. Betroffen waren vier Personen aus dem Bezirk Landeck, sowie eine 30-Jährige Frau aus Innsbruck. Die ersteren Fälle stehen in Zusammenhang mit der mittlerweile behördlich gesperrten Ischgler Bar – dem “Kitzloch”. Die 30-Jährige wiederum hatte eine Erasmus-Studenten-Feier am 2. März in Innsbruck besucht. Die Erasmus-Feier hatte bereits zuvor Coronavirus-Fälle zutage gefördert. Die positiv Getesteten wiesen – wie alle bisherigen Coronavirus-Fälle in Tirol – lediglich milde Symptome auf.

In Tirol wurde bisher 32 Personen positiv auf das Virus getestet. Das italienische Pärchen, die ersten beiden Corona- Fälle in Österreich, ist mittlerweile wieder gesund.

Von: apa

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