Covid-19-Spital in Salzburg

Coronavirus-Fälle auch in oberösterreichischen Schlachthöfen

Sonntag, 05. Juli 2020 | 17:10 Uhr

Nach schwerwiegenden Fällen in Deutschland ist das Coronavirus nun auch in Oberösterreichs Schlachthöfen angekommen: Drei Betriebe in den Bezirken Ried, Wels-Land und im Bezirk Braunau mit insgesamt zehn Infizierten (nicht zwölf, wie zunächst angenommen) sind betroffen. Insgesamt gab es in Österreich den dritten Tag in Folge mehr als 100 Neuinfektionen.

Am stärksten betroffen ist ein Betrieb im Bezirk Wels-Land, wo fünf Mitarbeiter positiv getestet wurden. Im Bezirk Ried im Innkreis wurden in einem Betrieb drei Angestellte positiv getestet und behördlich abgesondert. Im Bezirk Braunau fielen in einem Schlachthof zwei Tests positiv aus. In allen Betrieben würden weitere Testungen noch laufen, berichtete der Krisenstab. Im Umfeld der erkrankten Mitarbeiter gibt es zudem 13 weitere positiv getestete Personen. Somit gibt es im Zusammenhang mit Schlachthöfen in Oberösterreich insgesamt 23 Infizierte.

Die Regierung war um Beruhigung bemüht. Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) betonten, mit kleineren Schlachthof-Strukturen und vorsorgliches Testen der Betriebe sei man einen Schritt voraus.

“Die österreichischen fleischverarbeitenden Betriebe sind mit jenen in Deutschland nicht zu vergleichen”, meinte Köstinger. So hätte ein durchschnittlicher Schlachthof in Österreich 400 Mitarbeiter, im Nachbarland seien dies 8.000. Zudem seien die Mitarbeiter in den österreichischen Betrieben unter besseren sozialrechtlichen Bedingungen angestellt als in deutschen.

Anschober betonte, dass Schlachthöfe ein wichtiger Teil der am Donnerstag präsentierten Screening-Testungen seien. Das Ziel sei, “vorsorglich in potenziellen Risikobereichen unter den Teppich zu schauen und somit ein Frühwarnsystem zu installieren”. So wolle man für den Herbst gerüstet sein, “der eine große Herausforderung darstellen wird”, sagte Anschober. Bereits vor Bekanntwerden der Fälle in Oberösterreich wurden in fleischverarbeitenden Betrieben stetig Tests durchgeführt.

Dass von Gütern aus coronainfizierten Betrieben eine Gefahr für Konsumenten ausgehe, betrachtete man seitens der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) als sehr unwahrscheinlich. “Es gibt keine dokumentierten oder belegten Ansteckungen”, meinte AGES-Sprecher Roland Achatz. Diesbezüglich gebe es auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entsprechende Untersuchungen.

Unterdessen stieg die Zahl der Erkrankten am Sonntag in ganz Oberösterreich auf 359 Personen (Stand 8.00 Uhr). Dies sind um 14 Menschen mehr als im Vergleich zum Letztstand am Samstagabend.

Der Krisenstab des Landes machte am Sonntag die Bevölkerung auf zwei Fälle aufmerksam: Im Gasthof “Poseidon” in Pasching hielt sich am Freitag, 26. Juni, von 15.00 bis 18.00 Uhr und am Sonntag, 28. Juni, von 12.00 Uhr bis 15.00 Uhr eine positiv getestete Person auf. Ebenso war im Lokal “Millenium” in der Linzer Franckstraße am Samstag, 27. Juni, eine infizierte Person zwischen 20.00 Uhr und 1.00 Uhr. Die Bezirkshauptmannschaft Linz-Land und das Magistrat Linz rieten Besucher der genannten Lokale, ihren Gesundheitszustand genau zu beobachten.

Den dritten Tag in Folge kamen in Österreich mehr als 100 Coronavirus-Neuinfektionen hinzu. Von Samstag auf Sonntag stieg die Zahl wieder um 115, genau wie bereits von Freitag auf Samstag. Mit Stand Sonntagvormittag gab es somit 959 aktiv am Coronavirus-Erkrankte in Österreich, so die Zahlen von Innen- und Gesundheitsministerium.

Laut Innenministerium wurden bisher 18.280 Personen positiv getestet. 706 Personen sind bisher an Covid-19 gestorben, 16.615 gelten als genesen. Am Sonntag befanden sich 72 Menschen im Krankenhaus, zehn auf der Intensivstation.

Die meisten Neuinfektionen verzeichnete Oberösterreich, hier kamen 56 Fälle hinzu, wodurch aktuell 359 Personen aktiv erkrankt sind. Einen Zuwachs von 43 Fällen verzeichnete Wien, in der Bundeshauptstadt gelten derzeit 348 Menschen als Covid-positiv. Sechs zusätzlich Erkrankte gab es in der Steiermark, 58 Menschen sind dort derzeit infiziert. In Niederösterreich kamen zwei Fälle hinzu, 101 Menschen sind aktuell erkrankt. Tirol und Salzburg verzeichneten jeweils drei Neuinfektionen, Kärnten zwei. In Vorarlberg und dem Burgenland kamen keine neuen Erkrankten hinzu.

Von: apa

Kommentare

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8 Kommentare auf "Coronavirus-Fälle auch in oberösterreichischen Schlachthöfen"


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Horti
Horti
Tratscher
30 Tage 5 h

Jetzt könnten ja die Europäischen Länder auch eine regionale Reisewarnung für diese Region geben. Machen die Ösis ja auch.

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Kinig
30 Tage 7 h

stoppt endlich diese Massentierhaltungen!Das ist gegen der Natur🤨

Storch24
Storch24
Universalgelehrter
30 Tage 7 h

Niemand mehr hereinlassen, es kommt ja nichts gutes. Die Hoteliers sehen das wahrscheinlich anders, es kommt Ja auch Geld

Gredner
Gredner
Universalgelehrter
30 Tage 23 Min

Sie sollen nur das Geld schicken und selbst daheim bleiben. Das Geld können wir dann schon irgendwie reinwaschen – davon geht keine Coronagefahr aus. 😉

Sag mal
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Kinig
29 Tage 22 h

@Gredner zum schämen.

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
29 Tage 20 h

@Gredner…dafür gibt es sicher genug Spezialisten

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
29 Tage 20 h

@Sag mal..👍 Universalgelehrter heißt nicht automatisch auch heller Kopf 🙈

Gredner
Gredner
Universalgelehrter
29 Tage 22 h

Neues Ranking der Neuinfektionen pro 100000 Einwohner in den letzten 7 Tagen:
11,2 Kroatien
11,7 Tschechien
7,5 Schweiz
7,5 Großbritannien
6,6 Österreich (hat die Lombardei überholt)
6,5 Lombardei
5,5 Belgien
5,3 Spanien
5,2 Polen
5,1 Slowenien
3,3 Deutschland
2,4 Holland
2,1 Italien
1,9 Südtirol
1,7 Slowakei
1,1 Veneto (trotz Bosnien-Rückkehrer)
0,4 Ungarn

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